Thessaloniki – Der touristische Sektor in der nordgriechischen Verwaltungsregion Zentralmazedonien verzeichnet eine signifikante Wachstumsdynamik, die sich insbesondere in stark steigenden Ankunftszahlen und deutlich höheren touristischen Ausgaben niederschlägt. Im Verlauf des Jahres 2025 stiegen die Flugankünfte aus elf spezifischen europäischen Zielmärkten um bis zu 32 Prozent an. Diese ausgesprochen positive Entwicklung ist das direkte Resultat eines gezielten strategischen Förderprogramms der regionalen Tourismusdirektion, welches insgesamt 13 internationale Schwerpunktmärkte umfasst.
Parallel zu den steigenden Besucherzahlen erhöhte sich auch die wirtschaftliche Rentabilität des gesamten Sektors spürbar. Für den Zeitraum von Januar bis August 2025 stiegen die durchschnittlichen Ausgaben der Urlauber pro Übernachtung im Vergleich zum exakt gleichen Vorjahreszeitraum um 8,5 Prozent. Gleichzeitig verzeichneten die durchschnittlichen Gesamtausgaben pro Besuch ein solides Plus von neun Prozent.
Die detaillierten statistischen Erhebungen wurden von der zuständigen Vize-Regionalgouverneurin für Tourismus, Vicky Chatzivasileiou, im Rahmen einer offiziellen Rechenschaftssitzung des Regionalrates von Zentralmazedonien detailliert präsentiert, bei der auch die zukünftige infrastrukturelle Ausrichtung auf alternative Tourismusformen intensiv diskutiert wurde.
Kongresstourismus und ganzjährige Kreuzfahrten
Ein wesentlicher Treiber des touristischen Aufschwungs in der nordgriechischen Metropole ist der florierende Kongresstourismus. Wie die Vize-Regionalgouverneurin ausführte, habe sich Thessaloniki mittlerweile fest unter den 30 führenden europäischen und den 50 weltweit wichtigsten Destinationen für Fachkonferenzen etabliert. Konkret belegte die Stadt im Jahr 2024 den 28. Platz in Europa sowie den 46. Rang im globalen Vergleich. In diesem Zeitraum wurden 727 Kongresse veranstaltet, die mehr als 170.000 Fachbesucher in die Region zogen.
Gleichzeitig erfährt der maritime Sektor eine deutliche zeitliche Ausweitung. Die Saison für die Anläufe von Kreuzfahrtschiffen erstreckt sich nunmehr über das gesamte Kalenderjahr. Für das laufende Jahr 2026 sei der erste Schiffsanlauf laut den offiziellen Planungen bereits am 21. Januar erfolgt, während die letzte Ankunft für den 15. Dezember erwartet werde. Diese signifikante Entzerrung der Saisonzeiten trägt maßgeblich zur Stabilisierung der lokalen Wirtschaftsstrukturen bei.
Kulturelles Erbe und Ausbau des Ökotourismus
Die positiven wirtschaftlichen Effekte der thematischen Tourismusformen beschränken sich jedoch nicht ausschließlich auf das urbane Zentrum. Die historischen Königsgräber von Vergina zogen im Jahr 2024 insgesamt 244.013 Besucher an, eine statistische Größe, welche die regulären touristischen Aufnahmekapazitäten des Regionalbezirks Imathia deutlich übersteigt. Um das kulturelle und ökologische Potenzial weiter zu fördern, setze die Tourismusdirektion auf strategische Kooperationen mit der Organisation Marketing Greece, die Erstellung von gezieltem Werbematerial für archäologische Stätten sowie auf Werbemaßnahmen mit internationalen Fluggesellschaften.
Im Bereich des Naturtourismus verfügt die Verwaltungsregion mittlerweile über das größte Camping-Netzwerk Griechenlands. Dieses umfasst 66 Anlagen mit 401 Wohnkabinen und bietet damit doppelt so viele Stellplätze wie die Region Peloponnes. Zur weiteren Attraktivitätssteigerung investiert die Regionalverwaltung zudem in die Instandhaltung und digitale Kartierung von Mountainbike-Strecken sowie in die Förderung des Sporttourismus durch Rad- und Laufveranstaltungen. Darüber hinaus fanden im Jahr 2025 zwei internationale Konferenzen zum Thema Naturfilm und nachhaltige Produktionen sowie die Jahresversammlung der Kulturroute des Europarates Intervitis statt.
Politische Debatte um alternative Reiseziele
Die strategische Ausrichtung der Region war im Rahmen der Sitzung zugleich Gegenstand intensiver politischer Diskussionen innerhalb des Regionalrates. Die Regionalrätin Maria Papadimitriou von der Oppositionsfraktion „Wandel in der Region Zentralmazedonien“ hinterfragte das augenscheinliche Fehlen von Ökotourismus in der offiziellen Strategie. Daraufhin entgegnete Chatzivasileiou, dass die Förderung alternativer Reiseformen ein absolut dominierendes Ziel der Direktion bleibe. In die Debatte griff auch der Vize-Regionalgouverneur für Serres, Panagiotis Spyropoulos, mit einem spezifischen Fokus auf seinen eigenen administrativen Bezirk ein.
Der Fraktionsvorsitzende der Opposition, Giannis Mylopoulos, wies ergänzend auf eine kürzlich veröffentlichte Meldung hin, die von einem touristischen Rückgang in der Region spreche, worüber die amtierenden Vize-Gouverneure offenbar nicht im Bilde seien. Mylopoulos betonte abschließend die Dringlichkeit, die vorhandenen Potenziale des Öko- und Agrotourismus der Region nicht ungenutzt zu lassen. Dabei hob er die immense Bedeutung von Gebieten wie dem Kerkini-See, dem Doirani-See sowie den Thermalbädern von Pozar für die zukünftige nachhaltige Ausrichtung der lokalen Tourismuswirtschaft hervor.