Griechenland – Der griechische Staatshaushalt verzeichnete im Januar 2026 einen Rückgang der Steuereinnahmen um 5,3 Prozent gegenüber den ursprünglichen Zielvorgaben. Nach offiziellen Angaben des Finanzministeriums fielen die Einnahmen um 324 Millionen Euro niedriger aus und erreichten ein Gesamtvolumen von 5,812 Milliarden Euro. Als Hauptursache für diese Entwicklung gelten reduzierte Einnahmen bei der Mehrwertsteuer und der Sonderverbrauchssteuer auf Energieprodukte.
Trotz der geringeren Steuereingänge weist der Gesamthaushalt auf modifizierter Kassenbasis einen primären Überschuss von 3,511 Milliarden Euro aus. Dieser Wert übertrifft den anvisierten Zielwert von 1,751 Milliarden Euro deutlich. Auch das Gesamtbudget verzeichnet einen positiven Saldo von 2,288 Milliarden Euro im Vergleich zu einem angestrebten Ziel von 543 Millionen Euro.
Das Ministerium führt diesen Überschuss maßgeblich auf zeitliche Verzögerungen bei den staatlichen Transferleistungen sowie bei den geplanten Investitionsausgaben zurück. Diese Verschiebungen begünstigten das Ergebnis kurzfristig auf der Ausgabenseite und kompensierten die fehlenden Steuereinnahmen in der Gesamtbilanz.
Detaillierte Entwicklung der Steuereinnahmen
Die Nettobetragsseite des Staatshaushalts belief sich im Januar auf 6,138 Milliarden Euro, was einem leichten Anstieg von 35 Millionen Euro gegenüber dem Budgetplan entspricht. Ohne Sondereffekte blieben die reinen Steuereinnahmen jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Ein maßgeblicher Faktor für die Einnahmenstruktur war die Konzessionsvereinbarung für die Egnatia-Autobahn. Eine Transaktion in Höhe von 306 Millionen Euro wurde zunächst als Mehrwertsteuer verbucht, anschließend erstattet und final als Verkauf von Gütern und Dienstleistungen deklariert.
Bereinigt um diesen Effekt, verfehlten die Einnahmen aus der regulären Mehrwertsteuer das Ziel um 49 Millionen Euro. Der Rückgang bei der Sonderverbrauchssteuer fiel noch massiver aus und lag mit 393 Millionen Euro um 154 Millionen Euro unter dem Planwert. Die Einkommenssteuern erbrachten 2,059 Milliarden Euro, wobei Mehreinnahmen bei natürlichen Personen die Verluste bei juristischen Personen nicht vollständig ausgleichen konnten.
Verzögerte Ausgaben treiben Haushaltsüberschuss
Auf der Ausgabenseite verzeichnete der Staatshaushalt ein signifikant geringeres Volumen als ursprünglich veranschlagt. Die Gesamtausgaben im Januar 2026 beliefen sich auf 3,851 Milliarden Euro und unterschritten das Ausgabenziel damit um 1,709 Milliarden Euro. Im direkten Vergleich mit dem Vorjahresmonat fielen die Ausgaben um 1,382 Milliarden Euro geringer aus.
Die Behörden erklären diese massive Abweichung primär mit zeitlichen Verzögerungen bei den Transferzahlungen an die Sozialversicherungsträger und andere Einheiten des Gesamtstaates. Dieser buchhalterische Effekt beläuft sich im regulären Haushalt auf 1,272 Milliarden Euro.
Zusätzlich blieben die Zahlungen für staatliche Investitionsprojekte mit 427 Millionen Euro um 379 Millionen Euro hinter den Prognosen zurück. Rechnet man diese zeitlich verschobenen Ausgaben heraus, reduziert sich die tatsächliche Übererfüllung des primären Überschusses auf einen bereinigten Wert von 109 Millionen Euro. Zu Jahresbeginn priorisieren staatliche Stellen routinemäßig die Begleichung ausstehender Verbindlichkeiten aus den Vorjahren.