Griechenland – Die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs durchdringt zunehmend den Geschäftsalltag in der griechischen Wirtschaft. Eine aktuelle Untersuchung des Instituts für kleine und mittlere Unternehmen (IME GSEVEE), die im Auftrag des Zahlungsdienstleisters Visa durchgeführt wurde, analysiert detailliert, wie kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in Griechenland ihre geschäftlichen Ausgaben decken.
Die Daten belegen eine deutliche Verschiebung zugunsten elektronischer Transaktionen: Mittlerweile greift jeder zweite Betrieb auf Kartenzahlungen zurück, um betriebliche Kosten zu begleichen.
Die Studie kartiert erstmals systematisch das Zahlungsverhalten im sogenannten B2B-Bereich (Business-to-Business) auf nationaler Ebene. Dabei zeigt sich, dass von jenen Unternehmen, die Karten als Zahlungsmittel in ihre Abläufe integriert haben, rund drei von zehn Betrieben mehr als die Hälfte ihrer gesamten Geschäftsausgaben auf diesem Weg abwickeln. Diese Entwicklung verdeutlicht einen strukturellen Wandel in der Finanzverwaltung des griechischen Mittelstands, bei dem traditionelle Methoden schrittweise durch digitale und kartenbasierte Lösungen ersetzt werden, um den täglichen Betriebsablauf effizienter zu gestalten.
Digitale Transformation und das Einkaufsverhalten im Internet
Besonders ausgeprägt ist die Nutzung von Firmenkarten bei Kleinstunternehmen. Die Erhebung zeigt, dass vier von zehn Betrieben mit einem jährlichen Umsatz von bis zu 50.000 Euro mehr als die Hälfte ihrer Ausgaben elektronisch per Karte begleichen. Parallel dazu verlagert sich die Beschaffung zunehmend in den digitalen Raum. Über neun von zehn der befragten Unternehmen tätigen Online-Einkäufe für ihren Betriebsbedarf.
Bei diesen Transaktionen im Internet dominiert die Kartenzahlung mit einem Anteil von 54 Prozent. Dicht darauf folgen klassische Banküberweisungen mit 48 Prozent, während die Zahlung per Nachnahme mit knapp 30 Prozent weiterhin eine relevante, wenn auch rückläufige Rolle spielt.
Digitale Geldbörsen (Digital Wallets) werden derzeit von knapp neun Prozent der Betriebe eingesetzt. Auffällig ist hierbei eine demografische Besonderheit der Unternehmenslandschaft: Firmen, die seit weniger als fünf Jahren am Markt operieren, greifen signifikant häufiger auf diese modernen digitalen Geldbörsen zurück als etabliertere Betriebe. Insgesamt bewerten 42 Prozent der kartennutzenden Unternehmen die Umstellung auf dieses Zahlungsmittel als positiv oder eher positiv für ihre internen Betriebsabläufe.
Hauptmotive für die Nutzung elektronischer Zahlungsmittel
Die Entscheidung der griechischen Mittelständler für kartenbasierte Zahlungen basiert auf konkreten operativen Vorteilen. Eine deutliche Mehrheit von 74 Prozent der befragten Unternehmen nennt die Geschwindigkeit und die Einfachheit der Transaktionen als ausschlaggebende Faktoren. Für 30 Prozent der Betriebe steht die verbesserte Kontrolle über die laufenden Ausgaben im Vordergrund.
Die gezielte Reduzierung von Bargeldbeständen motiviert 18 Prozent der Firmen, während 16 Prozent die erhöhte Sicherheit und den Schutz vor Betrug als zentrale Argumente für den Einsatz von Firmenkarten anführen. Giorgos Kavvathas, der Präsident des Instituts IME GSEVEE, erklärte zu den Ergebnissen, dass die verstärkte Nutzung elektronischer Mittel die allgemeine Hinwendung zu digitalen Praktiken widerspiegele. Die Karten nähmen eine immer zentralere Rolle ein, was primär mit der einfachen Handhabung und der transparenten Ausgabenkontrolle zusammenhänge.
Gleichzeitig zeige die Untersuchung jedoch auch Lücken im Wissenstransfer auf. Etwa 23 Prozent der Unternehmen gaben an, grundlegenden Informationsbedarf hinsichtlich der Nutzung von Firmenkarten zu haben. Weitere 15 Prozent äußerten den Wunsch nach vertiefenden Informationen, um die vorhandenen technologischen Möglichkeiten vollumfänglich ausschöpfen zu können.
Wirtschaftliche Auswirkungen und europäischer Vergleich
Die Integration elektronischer Zahlungen wirkt sich direkt auf die Wettbewerbsfähigkeit und Liquidität der Betriebe aus. Der Landesdirektor von Visa in Griechenland, Nikos Petrakis, betonte in diesem Zusammenhang, dass digitale Zahlungsmethoden die Verwaltung an der Kasse maßgeblich vereinfachten und die mit Bargeld verbundenen Risiken senkten. Die Unternehmen erhielten dadurch ein klares Bild ihrer Zahlungsströme und eine verbesserte Liquiditätssteuerung.
Der Übergang zur Digitalisierung sei nicht rein technologischer Natur, sondern stelle ein wesentliches Instrument der betrieblichen Organisation dar, welches zu mehr Effizienz und Widerstandsfähigkeit führe. Petrakis verwies ergänzend auf eine aktuelle europäische Studie zu gewerblichen Zahlungen. Demnach biete die Akzeptanz von Karten den Händlern messbare Vorteile wie einen schnelleren Zugang zu Betriebskapital sowie Umsatzsteigerungen. Im Gegensatz dazu habe auf europäischer Ebene fast jeder dritte Händler, der keine Kartenzahlungen akzeptiere, den Verlust von Verkaufsabschlüssen verzeichnet.