Griechenland – Ab dem 16. April tritt in Griechenland eine weitreichende Neuregelung für den Einzelhandel in Kraft. Die Regierung startet ein obligatorisches digitales Kontrollregister, in das sich sämtliche Unternehmen eintragen müssen, die Tabakwaren, alkoholische Getränke und ähnliche Produkte vertreiben. Diese Maßnahme der griechischen Regierung zielt darauf ab, den massiven Schwarzmarkt trockenzulegen und gleichzeitig den Jugendschutz beim Verkauf von sensiblen Gütern zu stärken.
Die Frist für die Betriebe ist dabei eng getaktet. Alle betroffenen Gewerbetreibenden haben unmittelbar nach den Feiertagen, spätestens jedoch bis zum kommenden Donnerstag, Zeit, um ihre Registrierung in dem neuen System ordnungsgemäß abzuschließen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Verpflichtende Registrierung für alle betroffenen Händler ab dem 16. April.
- Die Maßnahme soll jährliche Steuerausfälle von mindestens 800 Millionen Euro stoppen.
- Die Anmeldung erfolgt digital über das Portal gov.gr mit den bestehenden Steuerdaten.
- Eine öffentliche, interaktive Karte verzeichnet künftig alle legalen Verkaufsstellen.
Massive finanzielle Verluste durch den illegalen Handel
Hintergrund der strikten Maßnahme sind die enormen Einnahmeverluste, die der Staatskasse durch Schmuggel und den unregulierten Verkauf entstehen. Jährlich entgehen dem Staat schätzungsweise 500 Millionen Euro durch illegalen Alkohol. Bei den Tabakprodukten belaufen sich die entsprechenden Einbußen auf weitere 300 Millionen Euro pro Jahr. Insgesamt verliert die öffentliche Hand somit jährlich mindestens 800 Millionen Euro, wobei inoffizielle Analysen sogar von noch höheren Beträgen ausgehen.
Dieser unkontrollierte Schwarzmarkt schädigt nicht nur die Steuereinnahmen, sondern verzerrt auch den Wettbewerb massiv. Legale Gewerbetreibende, die sich an die gesetzlichen Vorgaben halten, geraten durch das florierende Schattenhandelssystem zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Das neue Register soll nun gleiche Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer schaffen und die illegalen Netzwerke effektiv bekämpfen.
So funktioniert die digitale Anmeldung für Gewerbetreibende
Die Umsetzung und technische Betreuung des Registers übernimmt das Ministerium für digitale Governance, welches das Projekt im Auftrag des griechischen Gesundheitsministeriums entwickelt hat. Die betroffenen Unternehmer müssen die Registrierung zwingend über das zentrale staatliche Portal gov.gr durchführen. Der Zugang erfolgt dabei sicher über die etablierten Anmeldedaten des Steuersystems Taxisnet.
Während des Anmeldeprozesses gleicht das System die eingegebenen Daten automatisch mit der griechischen Steuerbehörde (AADE) ab. Dabei werden die Steuernummer und der offizielle Branchencode der jeweiligen Firma verifiziert. Zusätzlich zieht die Plattform die Kontaktdaten direkt aus dem Nationalen Kommunikationsregister. Für Filialisten gilt eine besondere Vorschrift: Jedes einzelne Unternehmenskonto erfordert eine separate Standortmeldung, die aus einer von der Steuerbehörde bereitgestellten Liste ausgewählt wird.
Im nächsten Schritt müssen die Verkäufer detaillierte Angaben zu ihrem Geschäftstyp und den angebotenen Produktkategorien machen. Darüber hinaus ist die genaue Adresse mit einer geografischen Verortung auf einer digitalen Karte zu hinterlegen. Der Vorgang wird mit einer verbindlichen Verantwortungserklärung abgeschlossen, in der die Einhaltung aller Gesundheitsvorschriften sowie das absolute Verkaufsverbot an Minderjährige bestätigt wird. Nach erfolgreicher Prüfung erhält der Betrieb eine einzigartige Bestätigungsnummer.
Strenge Kontrollen und eine öffentliche Händlerkarte
Die Eintragung in diese neue Datenbank bildet ab sofort das zentrale Fundament für alle künftigen Inspektionen durch die zuständigen Behörden. Ein Fehlen in dem System wird von den Kontrollorganen automatisch als Warnsignal eingestuft und führt zu direkten Überprüfungen. Wer die Anmeldefrist verstreichen lässt und weiterhin Tabak oder Alkohol verkauft, rückt somit direkt in den Fokus der staatlichen Prüfer.
Um die Transparenz für die Verbraucher zu erhöhen, wird ein Teil der gesammelten Daten auf der offiziellen Website des Gesundheitsministeriums frei zugänglich veröffentlicht. Jeder Bürger kann dort in tabellarischer Form die Steuernummer, den Firmennamen, die Haupttätigkeit sowie die genaue Adresse und das Sortiment des jeweiligen Geschäfts einsehen. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine interaktive Karte, die alle registrierten Verkaufsstellen geografisch darstellt und den Behörden hilft, unkontrollierte Gebiete schneller zu identifizieren.