Griechenland – Die Osterfeiertage markieren für viele Reisende den Beginn der Frühjahrssaison und wecken das Bedürfnis nach einer maritimen Umgebung. Für Besucher, die gepflasterte Gassen, traditionelle Meeresfrüchte und historische Häfen suchen, bietet das griechische Festland Küstenorte, die architektonisch und atmosphärisch stark an die Inseln der Ägäis oder des Ionischen Meeres erinnern. Ohne Fährverbindungen nutzen zu müssen, ermöglichen diese traditionellen Seefahrersiedlungen einen direkten Zugang über das Festlandstraßennetz und verbinden die byzantinischen Osterbräuche mit einem authentischen Küstencharakter.
Peloponnes: Historische Häfen in Gytheio und Porto Heli
Die Küstenstadt Gytheio auf der Halbinsel Mani zeichnet sich durch neoklassizistische Gebäude und Steinhäuser aus, die sich amphitheatralisch an den Hang schmiegen. Am Hafen mit seinen traditionellen Fischerbooten liegt die durch einen Damm verbundene Insel Kranai, auch Marathonisi genannt, mit ihrem achteckigen Marmorleuchtturm. Laut der Ilias verbrachten Paris und Helena hier ihre erste Nacht vor der Überfahrt nach Troja. Zudem ist der Ort historisch bedeutsam, da dort am 23. März 1821 die Flagge der Griechischen Revolution durch die Anführer der östlichen Mani gehisst wurde. Gytheio dient heute als zentraler Ausgangspunkt für die Erkundung der gesamten Mani-Region.
In der Region Argolis bietet das kosmopolitische Porto Heli im Frühling ruhige Gewässer und eine entspannte Atmosphäre. Das Landschaftsbild wird durch die weiße Evangelistria-Kapelle mit ihren blauen Details geprägt.
Die lokale Marina mit ihren schwimmenden Pontons dient als Anlaufstelle für Yachten, während die Umgebung durch weitreichende Anwesen und luxuriöse Villen gekennzeichnet ist. Neben Bootsausflügen zur vorgelagerten Insel Hinitsa befinden sich in der Gegend die Überreste der antiken Stadt Alieis, deren historische Mauern und Siedlungsstrukturen aufgrund geologischer Veränderungen teilweise unter dem heutigen Meeresspiegel liegen.
Korinthischer Golf: Seefahrertradition in Galaxidi und Nafpaktos
Rund drei Autostunden von Athen entfernt, erreichbar über Gebirgspässe bei Arachova, Agoriani und das Tal von Delphi, liegt die Küstenstadt Galaxidi. Die seit 1978 als denkmalgeschützt eingestufte Siedlung bewahrt das Erbe einer einst mächtigen Seefahrernation. Das architektonische Bild ist von historischen Kapitänshäusern und nach Jasmin duftenden Innenhöfen geprägt. Das örtliche Schifffahrtsmuseum, untergebracht in einem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, dokumentiert die maritimen Handelsrouten. Die Uferpromenade Nikolaou Mama führt vom Heldenplatz direkt an das Wasser, während der von den Einwohnern bepflanzte Hain Pera Panta Spazierwege unter Pinien bietet. Bademöglichkeiten finden sich an ruhigen Küstenabschnitten wie Agios Vasileios und Agioi Pantes sowie an den organisierten Stränden Kalafati und am Nautischen Club.
Weiter westlich verbindet Nafpaktos die bergige Landschaft der Region Nafpaktia mit dem Wasser des Korinthischen Golfs. Das kleine, geschlossene venezianische Hafenbecken und die darüber thronende Festung dominieren das Stadtbild, wobei die historischen Verteidigungsmauern bis an das Meer heranreichen. Historisch ist der Ort untrennbar mit der Seeschlacht von Lepanto im Jahr 1571 verbunden. An diesem Gefecht nahm auch der spanische Schriftsteller Miguel de Cervantes als Soldat teil, dessen Statue heute im Hafenbereich steht. In den Abendstunden bietet die Uferpromenade einen direkten Ausblick auf die beleuchtete Rio-Antirrio-Brücke in der Ferne.
Epirus-Küste: Venezianisches Erbe in Parga
An der Küste des Ionischen Meeres erstreckt sich Parga an einem grünen Hang und blickt wie ein natürlicher Balkon auf das Wasser. Die Architektur mit ihren zahlreichen Treppen, engen Gassen und den direkt über dem Meer erbauten Häusern weckt Assoziationen mit mediterranen Zielen wie Positano oder Amalfi. Über der Siedlung erhebt sich eine historische venezianische Burg. Neben der Möglichkeit für Frühlingsausflüge in das benachbarte Syvota dient Parga als Ausgangspunkt für historische Erkundungen. Etwa 25 Kilometer entfernt, erreichbar über Ammoudia, befindet sich das antike Totenorakel Nekromanteion am Fluss Acheron. Entlang der Küstenlinie von Parga liegen zudem weitläufige Sandstrände wie der organisierte Valtos sowie die ruhigeren Buchten Ai Giannakis und Sarakiniko.