Preveza – Die historischen Stätten in der Region Pantokratoras erfahren eine umfassende institutionelle Aufwertung und rechtliche Absicherung. Nach einer kürzlich durchgeführten Inspektion durch die zuständige Ephorie für Altertümer der Region Epirus und die Heilige Metropole von Nikopolis und Preveza wurde ein historischer Gewölbebunker im Gebiet Kalk-Mampa offiziell als geschütztes Denkmal der neueren Geschichte eingestuft. Diese Entwicklung, die maßgeblich durch die lokalen Kulturvereine von Pantokratoras und Preveza initiiert wurde, sichert den langfristigen Erhalt bedeutender architektonischer Überreste.
Strenge Schutzauflagen und historische Funde
Die Entscheidung der zuständigen Behörden stuft das Bauwerk in Kalk-Mampa explizit als ehemaligen Geschützstand ein und zieht weitreichende Konsequenzen nach sich. Ab sofort sind jegliche bauliche Eingriffe an der Anlage strengstens untersagt. Dieses Verbot umfasst ausdrücklich auch Aufschüttungen oder jegliche Veränderungen der natürlichen Formgebung des Geländes. Im Rahmen der Untersuchungen wurde parallel das Gebiet Parginoskala bewertet, das historischen Aufzeichnungen zufolge bereits vor dem Jahr 1700 als fränkische Bastion diente. Am westlichen Rand dieser Stätte konnten die Fundamente einer zweiten Pantokratoras-Kapelle identifiziert werden.
Der historische Wert von Parginoskala, das ebenfalls zum Denkmal der neueren Geschichte erklärt wurde, erstreckt sich insbesondere auf die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Das Areal wurde von den italienisch-deutschen Truppen als Militärlager sowie als Flugplatz genutzt. Zugleich ist es ein historischer Ort, an dem 58 Widerstandskämpfer der Organisationen EAM und EPON hingerichtet wurden. In der gleichen Umgebung existieren unterirdische Stollen sowie vier weitere Geschützstände mit einem ehemals zentralen Teleskop, die in der Vergangenheit aus ungeklärten Gründen abgebaut wurden. Historische Luftaufnahmen der deutschen Streitkräfte belegen die damalige Struktur des Lagers zweifelsfrei.
Erhaltung der Festung und Aufarbeitung der Geschichte
Neben den militärischen Anlagen rückt auch die Festung Pantokratoras stark in den Fokus. Offizielle Vertreter wiesen auf die dringende Notwendigkeit von Wartungs- und Restaurierungsarbeiten an dem historischen Komplex hin. Ein weiteres zentrales Anliegen der Behörden ist die genaue Lokalisierung der ursprünglichen Pantokratoras-Kirche durch eine systematische Auswertung historischer Quellen. Gleichzeitig wird der Erhalt der Kirche der Heiligen Anargyroi angestrebt. Das religiöse Gebäude, dessen Glockenturm wiederaufgebaut werden soll, feiert bald sein hundertjähriges Bestehen und erfüllt damit die Kriterien für eine offizielle Einstufung als Denkmal.
Ein besonders dunkles Kapitel der lokalen Historie betrifft die Gefängnisse von Pantokratoras. Im Jahr 1944 wurden dort über siebenhundert Einwohner der Region gefoltert. Zudem diente die Einrichtung als Internierungsort für verbannte Widerstandskämpfer der EAM-ELAS, darunter auch prominente politische Persönlichkeiten wie Charilaos Florakis. Die Vertreter des Kulturvereins Pantokratoras, Stavros Vlachos und Charis Kontodima, betonten abschließend, dass die Geschichte der Region nicht ausgelöscht werden dürfe und die Bevölkerung gemeinsam in der Pflicht stehe, das wertvolle kulturelle Erbe zu bewahren.