Griechenland – Die demografische Krise in Griechenland manifestiert sich zunehmend in harten, statistisch belegten Zahlen und setzt insbesondere große Verwaltungsregionen wie Zentralmazedonien massiv unter Druck. Nach den neuesten offiziellen Erhebungen der Griechischen Statistikbehörde (ELSTAT), die Mitte Dezember 2025 veröffentlicht wurden, verzeichnet das Land einen kontinuierlichen und schwerwiegenden Bevölkerungsrückgang. Zum Stichtag am 1. Januar 2025 belief sich die ständige Wohnbevölkerung landesweit auf exakt 10.372.335 Personen.
Diese Entwicklung verdeutlicht eine tiefe strukturelle Verschiebung in der griechischen Gesellschaft, die in erster Linie durch eine signifikante Überalterung und stark sinkende Geburtenraten gekennzeichnet ist. Besonders in der Region Zentralmazedonien, einem der wichtigsten urbanen und wirtschaftlichen Zentren im Norden des Landes, werden die Auswirkungen dieser schrumpfenden Bevölkerungsbasis immer spürbarer.
Die aktuellen demografischen Daten belegen eindeutig, dass die natürliche Bevölkerungsentwicklung stark negativ ausfällt, da die jährliche Zahl der Sterbefälle die der Geburten deutlich übersteigt. Dieser Abwärtstrend stellt sowohl die nationalen Institutionen als auch die lokalen Verwaltungsstrukturen vor langfristige Herausforderungen hinsichtlich der sozialen Sicherungssysteme und der regionalen Entwicklungsplanung.
Bevölkerungsverteilung in der Region Zentralmazedonien
In der Verwaltungsregion Zentralmazedonien wird die demografische Anspannung durch die aktuellen Datensätze der Griechischen Statistikbehörde (ELSTAT) besonders deutlich abgebildet. Die geschätzte Gesamtbevölkerung beläuft sich in diesem ausgedehnten Gebiet auf insgesamt 1.772.400 Einwohner, welche sich aus 857.769 Männern und 914.631 Frauen zusammensetzt. Innerhalb der gesamten Region bleibt der Regionalbezirk Thessaloniki das absolute urbane, wirtschaftliche und demografische Zentrum und verzeichnet 1.081.843 ständige Einwohner.
Die detaillierte Bevölkerungsverteilung auf die weiteren Regionalbezirke der Peripherie Zentralmazedonien verdeutlicht das demografische Gefälle abseits der Metropole:
- Regionalbezirk Serres: 154.728 Einwohner
- Regionalbezirk Imathia: 129.663 Einwohner
- Regionalbezirk Pella: 120.515 Einwohner
- Regionalbezirk Pieria: 115.101 Einwohner
- Regionalbezirk Chalkidiki: 100.692 Einwohner
- Regionalbezirk Kilkis: 69.858 Einwohner
Der Regionalbezirk Kilkis verzeichnet dabei die geringste absolute Bevölkerungszahl innerhalb Zentralmazedoniens und spiegelt die zunehmenden Herausforderungen ländlicherer Gebiete in Nordgriechenland wider.
Überalterung und drastischer Rückgang der Geburtenraten
Die fundamentale Ursache für diese anhaltende Abwärtstendenz in Zentralmazedonien und ganz Griechenland liegt in der massiven natürlichen Bevölkerungsabnahme. Im Verlauf des Jahres 2024 überstieg die Zahl der registrierten Sterbefälle landesweit die Anzahl der Lebendgeburten um exakt 57.564 Personen. Gleichzeitig beschleunigt sich der Prozess der gesellschaftlichen Überalterung mit hoher Geschwindigkeit.
Aktuell machen Bürger im Alter von über 65 Jahren bereits 23,7 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Im starken Kontrast dazu ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen in der Altersgruppe von null bis 14 Jahren auf lediglich 12,8 Prozent gesunken.
Wie aus übereinstimmenden Berichten der griechischen Presse hervorgeht, wies der Demografie-Experte Konstantinos Zafeiris darauf hin, dass der Fertilitätsindikator in Griechenland mittlerweile zu den niedrigsten auf dem gesamten europäischen Kontinent zähle und bei lediglich 1,24 Kindern pro Frau liege.
Die demografische Problematik werde den Berichten zufolge dadurch weiter verschärft, dass die absolute Zahl der Frauen im reproduktiven Alter stetig abnehme. Diese strukturelle Verknappung gestalte eine baldige Umkehrung der aktuellen negativen Entwicklungen äußerst schwierig und zementiere den Bevölkerungsrückgang nachhaltig.