Kreta – Die Insel Kreta steht vor einer massiven wasserwirtschaftlichen Herausforderung, da sich die Region im vierten aufeinanderfolgenden Dürrejahr befindet. Trotz einiger Niederschläge im Februar bleiben die Wasserreserven in den Staudämmen und unterirdischen Grundwasserleitern auf einem kritischen Niveau. Die verzeichneten Regenmengen reichten bisher nicht aus, um die Wasserversorgung für die kommenden Sommermonate vollständig zu sichern.
Hohe Temperaturen und anhaltend niedrige Niederschlagsraten verschärfen die Situation auf der gesamten Insel. Die zuständige Wasserbehörde der Dezentralisierten Verwaltung Kretas bestätigt diese besorgniserregende Entwicklung offiziell. Besonders im Hinblick auf den bevorstehenden Sommer und den drastisch steigenden Wasserbedarf durch Landwirtschaft und Tourismus wächst die Sorge um die Trink- und Nutzwasserversorgung.
Die offiziellen Messdaten von September 2025 bis Ende Februar 2026 spiegeln die ungleiche Verteilung und die insgesamt unzureichende Menge an Regenwasser deutlich wider. Die Wasserbehörde analysiert die Situation kontinuierlich, um mögliche Engpässe frühzeitig zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Kritischer Zustand der Staudämme und Grundwasserspeicher
Die aktuellen Daten der Wasserbehörde zeigen ein detailliertes Bild der Speicherkapazitäten auf der Insel. Im Staudamm von Bramiana befinden sich derzeit lediglich vier Millionen Kubikmeter Wasser, obwohl die maximale Kapazität bei 15 Millionen Kubikmetern liegt. Eine leicht positive Entwicklung verzeichnet hingegen der Staudamm Faneromeni, der allein im Februar einen Zufluss von 3,5 Millionen Kubikmetern Wasser erhielt.
Gleichzeitig bleibt die Situation der unterirdischen Grundwasserleiter in den landwirtschaftlich geprägten Gebieten Viannos und Messara äußerst angespannt. Während in Viannos durch die jüngsten Regenfälle ein Anstieg des Grundwasserspiegels um einen Meter gemessen wurde, setzt sich in der Messara-Ebene der Abwärtstrend kontinuierlich fort. Die Erholung der tieferen Wasserschichten verläuft weitaus langsamer als der oberflächliche Zufluss in die Dämme.
Offizielle Niederschlagsdaten der kretischen Regionen
Die meteorologischen Aufzeichnungen für den Zeitraum vom 1. September 2025 bis zum 24. Februar 2026 dokumentieren die genauen Niederschlagsmengen in den vier Regionalbezirken Kretas. Im Regionalbezirk Lasithi fielen in Agios Nikolaos 212 Millimeter und in Sitia 275 Millimeter Regen. In Ierapetra wurden 243 Millimeter gemessen, während Tzermiado 474 Millimeter und Neapoli 409 Millimeter verzeichneten. Ziros meldete 317 Millimeter Niederschlag.
Der Regionalbezirk Heraklion weist starke lokale Unterschiede auf. Gortyna registrierte mit 960 Millimetern den höchsten Wert, während in Tympaki lediglich 128 Millimeter fielen. Weitere Messstationen meldeten 400 Millimeter in Potamies, 313 Millimeter in Kasteli, 417 Millimeter in Pyrgos, 407 Millimeter in Plora, 439 Millimeter in Vagionia und 381 Millimeter in Viannos.
Im Regionalbezirk Rethymno wurden in Anogia 825 Millimeter und in Spili 704 Millimeter gemessen. In Plakias fielen 571 Millimeter, am Staudamm Potamoi 477 Millimeter und in der Stadt Rethymno 399 Millimeter Regen. Für den Regionalbezirk Chania dokumentieren die Aufzeichnungen 825 Millimeter in Elos und 665 Millimeter in Kandanos. In Alikianos wurden 626 Millimeter und in Askyfou 440 Millimeter Niederschlag verzeichnet.
Als entscheidender Faktor für die weitere Entwicklung der kretischen Wasserreserven gelten nun die erwarteten Niederschläge im März, welche die Kapazitäten der Staudämme und Grundwasserleiter vor Beginn der sommerlichen Trockenperiode noch verstärken könnten.