Sturzfluten haben auf der griechischen Insel Skiathos zwei geparkte Autos mitgerissen und Straßen sowie Geschäfte überschwemmt. Am Mittwoch, 14. Oktober, richtet sich der Blick besonders auf Euböa und die Sporaden: Der griechische Wetterdienst warnt dort vor heftigen Gewittern. Zugleich bringen schwere Sturmböen den Fährverkehr in Teilen der Ägäis durcheinander.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Für Euböa gilt bis zum späten Mittwochnachmittag die höchste Wetterwarnstufe.
- In Piräus und Lavrio gelten bis 15 Uhr griechischer Ortszeit Einschränkungen für Schiffsabfahrten; einzelne Fahrten finden dennoch statt.
- Auf Skiathos, Skopelos und in weiteren betroffenen Gebieten bleiben Schulen geschlossen.
Wassermassen reißen Autos mit und überfluten Geschäfte
Auf Skiathos traf es vor allem das Ortszentrum. Wasser strömte über die zentrale Papadiamanti-Straße, drang in Geschäfte ein und beschädigte auch Wohnhäuser. Nach Angaben von Bürgermeister Thodoris Tzoumas wurden zwei geparkte Autos fortgerissen; stellenweise lösten die Wassermassen Teile des Straßenpflasters. Probleme gab es ebenfalls in Agia Paraskevi und Platanias.
Die heftigste Phase des Unwetters lag dem Bürgermeister zufolge zwischen Mitternacht und zwei Uhr morgens. Stromausfälle betrafen nach den vorliegenden Meldungen etwa die Hälfte von Skiathos und Skopelos. Auf Skiathos forderte eine Warnmeldung des Notfallsystems 112 die Menschen kurz nach Mitternacht auf, ihre Wege auf das unbedingt Notwendige zu beschränken. Der Bürgermeister will beantragen, die Insel zum Notstandsgebiet erklären zu lassen.
Rote Warnstufe auf Euböa – Notrufmeldung am Morgen
Auf Euböa warnte das System 112 am Mittwoch kurz nach sieben Uhr insbesondere die Menschen im Gebiet Politika vor gefährlichen Wetterbedingungen und mahnte zur Vorsicht bei Fahrten. Die Feuerwehr registrierte auf der Insel 20 Anrufe und führte 19 Einsätze zum Fällen beziehungsweise Beseitigen von Bäumen durch.
Für Euböa hat der griechische Wetterdienst EMY die rote Warnstufe ausgerufen: Kräftiger und länger anhaltender Regen mit Gewittern wird bis zum späten Nachmittag erwartet. Für die Sporaden und die Region Magnesia gilt die orange Warnstufe. Weitere Warnungen betreffen unter anderem Teile Attikas, die Kykladen, den Dodekanes und Kreta. Unabhängig von diesen Wetterwarnungen hat der griechische Zivilschutz acht Verwaltungsgebiete in die operative Bereitschaftsstufe „Red Code“ versetzt.
Sturmböen bremsen Fähren aus
Auf der Ägäis werden nordöstliche Winde mit acht bis neun, örtlich vorübergehend bis zu zehn Beaufort erwartet. Damit sind auch die Schiffsverbindungen betroffen: Für die Häfen Piräus und Lavrio gilt am Mittwoch ein Auslaufverbot bis 15 Uhr Ortszeit, entsprechend 14 Uhr in Deutschland. Nicht alle Fahrten entfallen jedoch. So legte die Fähre „Blue Star Delos“ am Morgen planmäßig von Piräus in Richtung Paros, Naxos, Santorin und Ios ab.
Im Saronischen Golf verkehren nur ausgewählte konventionelle Fähren, Tragflügelboote bleiben ausgesetzt. Auch die Verbindungen Agia Marina–Nea Styra und Arkitsa–Edipsos finden wegen des Wetters nicht statt. Für die morgendlichen Abfahrten ab Rafina wurde dagegen mit einem regulären Betrieb gerechnet. Reisende sollten sich vor dem Weg zum Hafen bei den Hafenbehörden oder ihrem Reisebüro nach der jeweiligen Verbindung erkundigen.
Schulausfälle und überflutete Straßen in Attika
Wegen der Gefahren durch Regen und Sturm fällt am Mittwoch in mehreren Gemeinden Euböas sowie auf Skiathos und Skopelos der Präsenzunterricht aus. In der gesamten Region Südliche Ägäis, zu der die Kykladen und der Dodekanes gehören, bleiben die Schulen ebenfalls geschlossen. Für Attika wurde dagegen keine allgemeine Schulschließung bekanntgegeben.
Bereits am Dienstag hatten heftige Regenfälle im Großraum Athen für überflutete Straßen und Verkehrsumleitungen gesorgt. In Perama wurden bis zum Abend 85 Millimeter Niederschlag gemessen. Die Feuerwehr in Attika erhielt 38 Anrufe und meldete neun Wasserabpumpaktionen sowie 15 Einsätze zur Beseitigung von Bäumen. Für Mittwoch prognostiziert der Wetterdienst weiterhin örtlich starke Regenfälle und Gewitter, besonders in östlichen Landesteilen und auf Inseln der Ägäis.