Kos – Auf der Dodekanes-Insel Kos haben die massiven Auswirkungen einer extremen Schlechtwetterfront die Behörden zum sofortigen Handeln gezwungen. Die kommunale Einheit Kardamaina wurde offiziell in den Zivilschutz-Notstand versetzt, nachdem orkanartige Winde am 16. Februar erhebliche Zerstörungen angerichtet hatten. Die entsprechende Verordnung, die vom Generalsekretär für Zivilschutz, Nikos Papaefstathiou, unterzeichnet wurde, trat rückwirkend zum 17. Februar in Kraft und behält ihre Gültigkeit bis zum 18. Mai dieses Jahres.
Dieser formelle Notstandsstatus dient als administratives Instrument, um die bürokratischen Verfahren für den Wiederaufbau deutlich zu beschleunigen und direkte staatliche Hilfen zu mobilisieren. Die unkalkulierbaren Schäden konzentrieren sich vor allem auf die sensiblen Küstenbereiche der Insel. Neben Kardamaina ist auch die Küstenfront der Ortschaft Kefalos extrem schwer getroffen, wo große Teile der Fahrbahn massiv abgesackt sind und sich die gesamte Verkehrsinfrastruktur seit dem Sturm in einem überaus kritischen Zustand befindet.
Strukturelle Schäden und technische Herausforderungen
Die direkten Folgen der extremen Wetterereignisse zeigen sich in aller Deutlichkeit an der lokalen Straßeninfrastruktur. In Kefalos hat die enorme Wucht des Sturms zu tiefen Straßensetzungen geführt, welche die Passierbarkeit und die generelle Sicherheit des betroffenen Küstenabschnitts massiv beeinträchtigen. Die Erklärung des Notstands für das Gebiet Kardamaina ermöglicht es nun den regionalen und kommunalen Verwaltungsebenen, notwendige Sofortmaßnahmen zur Gefahrenabwehr einzuleiten, ohne die üblichen, zeitintensiven öffentlichen Ausschreibungsverfahren durchlaufen zu müssen. Die rasche Wiederherstellung der schwer beschädigten Verkehrswege und Uferbefestigungen genießt höchste behördliche Priorität, um die Sicherheit der Anwohner zu gewährleisten und die logistischen Abläufe auf der Insel vor Beginn der Hauptsaison wieder vollständig herzustellen.
Lokale Verwaltung fordert ministerielle Unterstützung
Angesichts der massiven Zerstörungen verweisen die kommunalen Entscheidungsträger auf den dringenden Bedarf an umfassenden, staatlich finanzierten Investitionen. Der stellvertretende Bürgermeister für Zivilschutz auf Kos, Stamatis Kampourakis, äußerte sich gegenüber lokalen Medien zur angespannten Lage. Er betonte, dass die Insel dringend völlig neue Infrastrukturprojekte benötige, da die bestehenden Anlagen stark veraltet seien. Die fortschreitende Klimakrise verschärfe die ohnehin kritische Situation an den Küsten zusätzlich.
Für die Errichtung dieser neuen Schutzbauten seien erhebliche finanzielle Mittel erforderlich, die für den langfristigen Schutz der Einwohner als unverzichtbar gelten. Um diese Forderungen mit Nachdruck auf nationaler Ebene zu platzieren, plant der Bürgermeister von Kos, Theodosis Nikitaras, in Kürze eine offizielle Reise nach Athen. Dort sind direkte Gespräche mit den Führungsspitzen des Innenministeriums sowie des Ministeriums für Klimakrise und Zivilschutz angesetzt, um die Zentralregierung über das genaue Ausmaß der Schäden zu informieren und strukturelle Lösungsansätze zu verhandeln.