Rhodos – Die Region Südägäis (Periferia Notiou Aigaiou) führt derzeit eine umfassende strukturelle Neugestaltung der stark frequentierten Verkehrsachse zwischen dem Gebiet Faneromeni und dem internationalen Flughafen von Rhodos durch. Wie die regionalen Behörden mitteilten, zielt das groß angelegte Infrastrukturprojekt darauf ab, die Herakleidon-Allee (Leoforos Irakleidon) bis zum Jahr 2027 komplett zu erneuern.
Die Straße, die nach behördlichen Messungen zu Beginn der Tourismussaison 2025 ein tägliches Verkehrsaufkommen von rund 30.000 Fahrzeugen verzeichnet, wird bei laufendem Verkehr umgebaut. Die Regionalverwaltung hat in Abstimmung mit der Gemeinde Rhodos die vollständige Finanzierung und Ausführung des Projekts übernommen, um eine einheitliche Umsetzung über verschiedene Zuständigkeitsbereiche hinweg zu gewährleisten.
Der Eingriff geht über eine einfache Fahrbahnerneuerung hinaus und umfasst zwei technische Teilprojekte: den grundlegenden Umbau der Straßenoberfläche inklusive der unterirdischen Leitungen sowie die Installation eines völlig neuen Regenwasserentwässerungssystems. Um die lokale Wirtschaft nicht zu beeinträchtigen, werden die Bauarbeiten während der hochfrequentierten Sommermonate planmäßig pausiert.
Tiefgreifende Umstrukturierung der Versorgungsinfrastruktur
Die erste Bauphase konzentriert sich auf die Beseitigung bestehender baulicher Mängel auf der rund neun Kilometer langen Strecke. Konkret werden 388 Schächte des lokalen Wasser- und Abwasserbetriebs (DEYA Rhodos) aus der Straßenoberfläche entfernt. Sämtliche Versorgungsleitungen, die in der Vergangenheit durch wiederholte Aufgrabungen erhebliche Schäden am Asphalt verursacht haben, werden umverlegt. Im Zuge dessen entstehen neue Bürgersteige mit speziell konstruierten Schächten, in denen diese Netze künftig unterirdisch verlaufen, um künftige Straßensperrungen zu vermeiden.
In Zusammenarbeit mit dem griechischen Stromnetzbetreiber (DEDDIE) werden zudem die oberirdischen Stromleitungen in die Erde verlegt, was den Abbau zahlreicher Strommasten entlang der Route ermöglicht. Die Neugestaltung beinhaltet auch fest definierte Bushaltestellen, die in die neuen Gehwege integriert werden und das bisherige unregelmäßige Halten der Busse ersetzen. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit ist der Bau von Kreisverkehren vorgesehen, die gefährliche Linksabbiegemanöver unterbinden sollen. Nach Abschluss dieser Arbeiten erhalten die jeweiligen Bauabschnitte eine neue Asphaltschicht.
Neubau des Entwässerungssystems und klimatische Anpassung
Die zweite zentrale Komponente des Projekts betrifft die klimatische Anpassung der Infrastruktur durch ein neues Regenwassernetz. Offizielle Überprüfungen hatten gravierende Mängel am bisherigen System aufgezeigt. So fehlten auf weiten Teilen der Strecke Entwässerungsanlagen völlig. Vorhandene Netze waren oft unzureichend dimensioniert, nicht miteinander verbunden oder bestanden aus funktionslosen Schächten ohne Abflussmöglichkeit. Das neue Konzept sieht nun ein durchgehendes Entwässerungsnetz mit organisierten Auffangbecken für die Niederschläge vor, um Überschwemmungen bei extremen Wetterereignissen strukturell vorzubeugen.
Behördliche Bewertung der Baumaßnahmen
Der Regionalgouverneur der Südägäis, Giorgos Chatzimarkos, äußerte sich zu den strategischen Entscheidungen des Projekts. Er erklärte, dass die Verwaltung bewusst auf eine schnelle und oberflächliche Asphaltierung verzichtet habe, um eine nachhaltige bauliche Lösung zu priorisieren. Die Durchführung solch tiefer Eingriffe bei laufendem Straßenbetrieb stelle für die regionale Infrastrukturabteilung eine außergewöhnliche technische Herausforderung dar, die den Umgang mit zahlreichen Variablen erfordere. Die temporären Einschränkungen durch die Baustellen seien eine notwendige Investition, um der Insel bis 2027 eine moderne, klimaresiliente und für alle Verkehrsteilnehmer sichere Verkehrsachse zu übergeben.