Athen – Ein zentrales Infrastrukturprojekt zur Entlastung des chronisch überlasteten Straßenverkehrs in der griechischen Hauptstadt tritt nach jahrzehntelanger Verzögerung in die entscheidende Umsetzungsphase ein. Im nördlichen Athener Vorort Nea Ionia beginnt die Konstruktion einer unterirdischen Parkanlage, die unmittelbar an der dortigen Station der historischen Stadtbahnlinie ISAP, der heutigen Metrolinie 1, angesiedelt ist.
Das Bauvorhaben, das mit einem Gesamtbudget von knapp 18 Millionen Euro kalkuliert wird, sieht die Schaffung von 310 organisierten Stellplätzen vor. Die ersten Planungen für diese verkehrstechnische Entlastung der dicht besiedelten Kommune reichen bis in das Jahr 1988 zurück und blieben seither weitgehend unberücksichtigt. Mit der nun erfolgten Aktivierung des Projekts reagieren die zuständigen Behörden auf die massive Parkraumnot in der Region, die täglich zu unreguliertem Parken in den engen Wohnstraßen und erheblichen Verkehrsbehinderungen führt.
Die Anlage soll Pendlern aus den nördlichen Einzugsgebieten eine direkte Umsteigemöglichkeit auf den schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehr bieten und somit den Individualverkehr im Athener Stadtzentrum spürbar reduzieren.
Städtebauliche Aufwertung und Investitionsvolumen
Die baulichen Eingriffe beschränken sich nicht ausschließlich auf die unterirdische Infrastruktur, sondern umfassen eine tiefgreifende Neugestaltung des gesamten Areals. Das Projekt erstreckt sich über eine Fläche von 7,5 Stremmata, was exakt 7.500 Quadratmetern entspricht. Während der Untergrund für die Fahrzeugelektronik und die 310 Stellplätze erschlossen wird, sieht der architektonische Plan für die Oberfläche die Errichtung eines vollständig neuen, begrünten Platzes vor.
Diese Bepflanzung mit Bäumen und die Integration von Erholungszonen zielen darauf ab, das städtische Mikroklima in Nea Ionia zu verbessern und den Anwohnern neuen öffentlichen Raum zur Verfügung zu stellen. Die Kombination aus infrastruktureller Notwendigkeit und städtebaulicher Aufwertung verdeutlicht den Ansatz, nicht nur die verkehrstechnische Kapazität zu erhöhen, sondern gleichzeitig die Lebensqualität in einem stark verdichteten urbanen Umfeld zu steigern.
Strategischer Ausbau des Park-and-Ride-Systems
Die Errichtung dieses Verkehrsknotenpunktes adressiert eine der wesentlichen Schwachstellen der Athener Mobilitätsstrategie. Das Fehlen von organisierten, sicheren und kapazitätsstarken Parkmöglichkeiten im direkten Umfeld der Metro- und ISAP-Stationen gilt als primärer Grund, weshalb zahlreiche Pendler die Fahrt in das Zentrum mit dem privaten Pkw fortsetzen. Die neue Anlage in Nea Ionia fungiert als klassisches Park-and-Ride-System (P+R), das den Fahrern ermöglicht, ihr Fahrzeug gesichert abzustellen und die Reise emissionsfrei fortzusetzen.
Dieses Modell, das bereits an anderen, ausgewählten Stationen des Athener Netzes Anwendung findet, ist ein essenzieller Baustein zur Senkung der täglichen Zeitverluste im Stau und zur Reduktion der urbanen Abgasbelastung. Begleitend zu diesem Bauvorhaben existieren auf administrativer Ebene bereits weiterführende Planungen, vergleichbare unterirdische Parkanlagen auch an anderen strategisch wichtigen Metro- und Bahnstationen der griechischen Hauptstadt zu realisieren, um die städtischen Mobilitätsströme langfristig effizienter zu lenken.