Arta – Die massiven Erdrutsche auf der Autobahn Ionia Odos (A5) im Bereich Sykoula bei Arta erfordern weiterhin umfangreiche Räumungs- und Sicherungsarbeiten. Seit nunmehr 25 Tagen ist das betroffene Teilstück der zentralen Verkehrsachse, die den Westen Griechenlands verbindet, in beide Fahrtrichtungen vollständig blockiert. Tausende Kubikmeter Gestein und Erdreich haben die Fahrbahnen unter sich begraben, was zu erheblichen Beeinträchtigungen im überregionalen Verkehr der Region Epirus führt.
Um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, wird der gesamte Fahrzeugstrom derzeit über die alte Nationalstraße zwischen Ioannina und Antirrio umgeleitet. Die Räumungsteams arbeiten täglich vom ersten Tageslicht bis in die späten Nachmittagsstunden an der Beseitigung der enormen Erdmassen. Dabei gehen die schweren Bagger stufenweise von der Spitze des betroffenen Berghangs nach unten vor, um das Gelände zu terrassieren. Diese systematische Abtragung soll die Hangneigung dauerhaft abflachen und das Risiko für zukünftige Erdrutsche an diesem kritischen Streckenabschnitt der Autobahn minimieren.
Geologische Überwachung und Sicherungsmaßnahmen
Die Komplexität der Situation erfordert die ständige Präsenz von Geologen und Fachingenieuren auf der Baustelle in Sykoula. Um die Stabilität des Hanges fortlaufend zu beurteilen, wurden hochsensible Sensoren entlang der gesamten Abbruchkante installiert. Diese Messinstrumente registrieren selbst mikroskopisch kleine Bodenverschiebungen in Echtzeit, die für das bloße Auge unsichtbar sind. Die kontinuierlich gesammelten geologischen Daten bilden die zwingende Grundlage für eine noch ausstehende, umfassende Stabilisierungsstudie. Anhand dieser wissenschaftlichen Auswertungen wird anschließend eine endgültige und dauerhafte Lösung für die Hangsicherung entwickelt. Die Fachleute vor Ort stellen somit sicher, dass vor einer möglichen strukturellen Freigabe der Trasse jegliche Gefahr durch nachrutschendes Material vollständig ausgeschlossen werden kann.
Zeitplan und Auswirkungen auf den Reiseverkehr
Die vollständige Wiederherstellung der Verkehrsinfrastruktur wird noch erhebliche Zeit in Anspruch nehmen. Die Fahrbahn in Richtung Süden, von Arta nach Amfilochia, bleibt für mindestens zwei weitere Monate gesperrt, wobei eine Verlängerung dieser Frist aufgrund der massiven Schäden als sehr wahrscheinlich gilt. Für die Gegenrichtung von Amfilochia nach Arta prüfen die zuständigen Behörden derzeit die technische Möglichkeit, den Streckenabschnitt in den kommenden Wochen wieder für den Verkehr freizugeben. Im Hinblick auf die bevorstehenden griechisch-orthodoxen Osterfeiertage, die traditionell mit einem massiven Anstieg des nationalen Reiseverkehrs einhergehen, bleibt die Verkehrsführung eine zentrale logistische Herausforderung. Eine in Auftrag gegebene Verkehrbarkeitsstudie soll in Kürze abschließend klären, ob auf der möglicherweise geöffneten Fahrbahn ein Gegenverkehr eingerichtet werden darf, um die unvermeidbaren Staus auf der alten Nationalstraße zu entlasten.