Griechenland – Die griechische Tourismusindustrie hat im Jahr 2025 neue historische Höchstwerte erreicht, wie aus den offiziellen Daten der Bank von Griechenland (Bank of Greece / TtE) hervorgeht. Mit Einnahmen in Höhe von 23,626 Milliarden Euro verzeichnete der Sektor einen signifikanten Anstieg von 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was einem absoluten Zuwachs von 2,033 Milliarden Euro entspricht.
Parallel dazu stieg die Zahl der internationalen Ankünfte auf knapp 38 Millionen, exakt 37,98 Millionen Reisende, was einer Steigerung der Einreisen um 5,6 Prozent gleichkommt. Diese positive finanzielle Entwicklung basiert nicht nur auf dem erhöhten Passagieraufkommen, sondern auch auf einem Anstieg der durchschnittlichen Ausgaben pro Reise um 3,8 Prozent. Die makroökonomische Bedeutung dieser Zahlen für den Staatshaushalt ist enorm: Die Nettoeinnahmen aus der Erbringung von Reisedienstleistungen kompensierten das Defizit in der griechischen Handelsbilanz um 59,9 Prozent. Gleichzeitig machten diese Einnahmen 89 Prozent der gesamten Nettoeinnahmen aus dem landesweiten Dienstleistungssektor aus.
Einreisezahlen und geografische Herkunft der Besucher
Die Analyse der Reisewege zeigt, dass die Passagierströme über die internationalen Flughäfen des Landes um 5,6 Prozent zunahmen, während die Ankünfte über die landgebundenen Grenzübergänge ein Wachstum von 6,9 Prozent verzeichneten. Der Großteil der Urlauber stammte aus den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Aus dieser Region reisten 22,4 Millionen Personen ein, was einem Plus von 2,8 Prozent gegenüber 2024 entspricht.
Dabei stiegen die Ankünfte aus den Ländern der Eurozone um 7,1 Prozent an, während die Einreisen aus EU-Staaten außerhalb der Eurozone einen Rückgang von 5,7 Prozent hinnehmen mussten. Die Besucherzahlen aus Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union wuchsen hingegen zweistellig um 10,0 Prozent auf insgesamt 15,56 Millionen Reisende an.
Bei der Betrachtung der individuellen Quellmärkte nahm Deutschland eine absolute Führungsposition ein. Die Einreisen aus der Bundesrepublik stiegen um 10,2 Prozent auf insgesamt 5,9 Millionen Urlauber. Auch das Vereinigte Königreich verzeichnete mit 4,9 Millionen Gästen ein starkes Plus von 7,6 Prozent.
Aus Italien reisten 2,2 Millionen Personen an, was einem Zuwachs von 8,6 Prozent entspricht. Der französische Markt wies hingegen als einziger der westeuropäischen Kernmärkte einen leichten Rückgang von 0,5 Prozent auf 1,98 Millionen Touristen auf. Die transatlantischen Reiseströme aus den Vereinigten Staaten blieben mit 1,55 Millionen Besuchern nahezu stabil bei einem minimalen Plus von 0,2 Prozent. Aus der Russischen Föderation wurden im gesamten Jahr lediglich 21.500 Einreisen registriert.
Finanzielle Einnahmen und Ausgabenbilanz im Detail
Die Einnahmenstruktur spiegelt die Herkunft der Besucher wider. Die Zahlungseingänge von Einwohnern der EU-27-Staaten stiegen um 6,1 Prozent und beliefen sich auf 12,7 Milliarden Euro. Davon entfielen 9,9 Milliarden Euro auf Touristen aus der Eurozone, was einer Steigerung von 4 Prozent entspricht. Die Einnahmen von Besuchern aus EU-Ländern außerhalb der Währungsunion kletterten um 14,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Einen noch stärkeren finanziellen Einfluss hatten Gäste aus dem restlichen Ausland: Deren Ausgaben in Griechenland stiegen um 14,7 Prozent und summierten sich auf 9,9 Milliarden Euro.
Auf Länderebene generierten Urlauber aus Deutschland Einnahmen in Höhe von 3,8 Milliarden Euro, was einem moderaten Wachstum von 2,2 Prozent entspricht. Exakt den gleichen finanziellen Beitrag von 3,8 Milliarden Euro leisteten britische Touristen, wobei hier ein massiver Anstieg von 18,5 Prozent verzeichnet wurde. Die Einnahmen aus Frankreich stiegen um 5,9 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro, dicht gefolgt von Italien mit 1,28 Milliarden Euro und einem Plus von 5,1 Prozent. Amerikanische Staatsbürger ließen 1,7 Milliarden Euro im Land, was einer Steigerung von 8,5 Prozent gleichkommt. Die Einnahmen aus Russland beliefen sich auf 23,8 Millionen Euro.
Als direktes Resultat dieser Kapitalzuflüsse wies die griechische Reisebilanz für das Jahr 2025 einen massiven Überschuss von 20,25 Milliarden Euro aus, nachdem dieser Wert im Vorjahr noch bei 18,8 Milliarden Euro gelegen hatte. Auf der Ausgabenseite wurden ebenfalls Zuwächse dokumentiert: Die Zahlungen griechischer Staatsbürger für Reisen ins Ausland erhöhten sich um 565,5 Millionen Euro beziehungsweise 20,2 Prozent und erreichten ein Gesamtvolumen von 3,4 Milliarden Euro.