Griechenland – Die Einreichung der diesjährigen Einkommensteuererklärungen bei der Griechischen Steuerbehörde (AADE) verläuft etwas langsamer als im Vorjahr. In den ersten 20 Tagen seit Öffnung der digitalen Plattform wurden bis Anfang April knapp 800.000 Erklärungen eingereicht. Dabei zeigt sich ein klares Bild für die laufende Steuerperiode: Bei den zahlungspflichtigen Bürgern liegt die durchschnittliche Steuerschuld bei 1.125 Euro, während fast sechs von zehn Berechtigten ihre Rückerstattungen bereits erhalten haben.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die durchschnittliche Steuernachzahlung liegt bei 1.125 Euro pro Person.
- Rund 35 Prozent der eingereichten Erklärungen führen zu einer Rückerstattung.
- Bürger profitieren von bis zu 4 Prozent Rabatt bei frühzeitiger Einreichung.
- Die AADE plant automatische Einreichungen für Rentner nach Ostern.
- Die Steuerschuld kann in acht monatlichen Raten ab Juli 2026 getilgt werden.
Erste Ergebnisse der Steuerbescheide
Die aktuellen Daten der Griechischen Steuerbehörde (AADE) vom 4. April 2026 liefern detaillierte Einblicke in die finanzielle Situation der Steuerpflichtigen. Bislang wurden 797.275 Steuererklärungen registriert, was einem Rückgang im Vergleich zum Stichtag des Vorjahres entspricht, an dem bereits über 940.000 Dokumente vorlagen. Es wird jedoch erwartet, dass die Zahlen nach den Osterfeiertagen deutlich ansteigen. Zu diesem Zeitpunkt wird die Behörde die vorab ausgefüllten Formulare, die hauptsächlich Arbeitnehmer und Rentner betreffen, automatisch übermitteln, sofern diese nicht schon manuell eingereicht wurden.
Aus der Auswertung der bisherigen Bescheide geht hervor, dass der größte Teil, nämlich 39,6 Prozent (315.721 Erklärungen), auf null fällt. Etwa 35 Prozent der Steuerzahler, konkret 279.727 Personen, erhalten ein Guthaben. Die gesamte Rückerstattungssumme beläuft sich auf knapp 79,5 Millionen Euro, was einem Durchschnitt von rund 284 Euro entspricht. Ein Viertel der Erklärungen, genau 202.827 Formulare, weist hingegen eine Nachzahlung aus. Die bislang festgesetzte Gesamtsteuerschuld beträgt etwas mehr als 228 Millionen Euro.
Rabattstaffelung und Zahlungsmodalitäten
Um eine zügige Begleichung der Verbindlichkeiten zu fördern, hat der Staat ein gestaffeltes Rabattsystem etabliert. Steuerzahler mit einer Nachzahlung können von finanziellen Erleichterungen profitieren, wenn sie bestimmte Einreichungsfristen einhalten. Voraussetzung für alle Rabattstufen ist die vollständige Tilgung der Schuld bis zum 31. Juli 2026. Die Höhe des Nachlasses richtet sich strikt nach dem Zeitpunkt der Abgabe.
- Einreichung bis zum 15. Mai: 4 Prozent Rabatt auf die Gesamtsumme.
- Einreichung vom 16. Mai bis zum 15. Juni: 3 Prozent Rabatt.
- Einreichung vom 16. Juni bis zum 15. Juli: 2 Prozent Rabatt.
Für Bürger, die den fälligen Betrag nicht auf einmal aufbringen können, besteht die Möglichkeit der Ratenzahlung. Die Schuld kann in acht monatlichen Raten von Juli 2026 bis Februar 2027 beglichen werden. Alternativ ist eine Zahlung in zwölf Raten über die Kreditkarte vorgesehen, um die finanzielle Belastung der Haushalte abzufedern.
Schnelle Auszahlung von Steuerguthaben
Im Bereich der Rückerstattungen arbeitet die Steuerverwaltung derzeit mit sehr hoher Geschwindigkeit. Fast 60 Prozent der Berechtigten, exakt 118.110 Personen, haben ihr Geld bereits auf ihren Konten. Für Steuerzahler, die keine offenen steuerlichen oder versicherungstechnischen Schulden sowie keine Sperren aufweisen, werden die Beträge in wöchentlichem Rhythmus an die zuständige Zentralbank übermittelt und direkt ausgezahlt. Auf diese Weise flossen bereits 24,8 Millionen Euro an knapp 118.000 Bürger.
Für Personen mit bestehenden Schulden oder fehlender Steuerbescheinigung erfolgen die notwendigen Verrechnungen zentral und ebenfalls auf wöchentlicher Basis. Manuelle Verrechnungen, die nicht vom zentralen System abgedeckt werden, bearbeiten die zuständigen Ämter schnellstmöglich, ohne dass ein gesonderter Antrag erforderlich ist. In diese spezielle Kategorie fallen momentan 164 Steuerpflichtige, die Beträge von insgesamt rund 82.000 Euro erhalten haben. Schulden aus der Einkommensteuer werden dabei stets vorrangig mit bestehenden oder bis Ende Juli entstehenden Rückerstattungsansprüchen verrechnet, damit der legitime Anspruch auf den Steuerrabatt für die Bürger in jedem Fall erhalten bleibt.