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Moderne Glasfassade eines Bankgebäudes im europäischen Finanzdistrikt bei Sonnenschein
Wirtschaft

Goldman Sachs warnt: KI-Wettbewerb könnte europäische Bankgewinne schmälern

GRland Deutschland Redaktion Logo mit deutscher Flagge und Mediensymbol
24.02.2026 20:09
Redaktion
Beruf & Investitionen
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By Webdesign Meister
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Die rasante technologische Entwicklung der Künstlichen Intelligenz und insbesondere die schnelle Evolution großer Sprachmodelle (LLMs) rücken im bisherigen Jahresverlauf 2026 verstärkt in den Fokus internationaler Investoren, die tiefgreifende strukturelle Veränderungen im europäischen Bankensektor befürchten. Im Zentrum der aktuellen finanzpolitischen Debatte steht die kritische Frage, inwiefern Finanzinstitute mit einem hohen Anteil an verzinsten und primär auf Privatkunden ausgerichteten Einlagen durch den neuartigen, technologiegetriebenen Wettbewerb unter massiven Margendruck geraten könnten. Eine detaillierte Marktevaluierung von Goldman Sachs legt nun dar, dass die Bankbranche langfristig zwar zweifellos von einer umfassenden KI-Implementierung profitieren dürfte, jedoch mittel- bis langfristig erhebliche Risiken für die etablierten Ertragsmodelle bestehen. Die Analysten der Investmentbank untersuchen dabei gezielt zwei entscheidende Gefahrenherde für die Profitabilität: Einerseits drohen signifikant sinkende Einnahmen aus dem klassischen Provisionsgeschäft, andererseits könnten die Refinanzierungskosten für Kundeneinlagen durch eine erhöhte Preistransparenz spürbar ansteigen. In diesem äußerst dynamischen und disruptiven Marktumfeld zeigt sich eine bemerkenswerte regionale Divergenz innerhalb der europäischen Bankenlandschaft. Während Geldhäuser in etablierten Märkten Westeuropas potenziell stark von einer KI-gesteuerten Zinsoptimierung der privaten Sparer betroffen sind, weisen Institute in bestimmten südeuropäischen und skandinavischen Ländern eine ausgeprägte Resilienz auf. Insbesondere den griechischen Banken bescheinigt die Untersuchung einen massiven paneuropäischen Wettbewerbsvorteil, der essenziell auf ihrer spezifischen und historisch gewachsenen Einlagenstruktur basiert und sie vor plötzlichen Liquiditätskosten schützt.

Zinsdruck und Einlagenstruktur: Die Schwachstellen im europäischen Finanzsystem

Bei der differenzierten Betrachtung der verschiedenen Einlagensegmente in Europa wird deutlich, dass Privatkunden ihre Girokonten primär für alltägliche Transaktionen nutzen. Da die durchschnittlichen Guthaben auf diesen Konten traditionell niedrig ausfallen, ist der positive Effekt durch allgemein höhere Zinsen in diesem Bereich minimal. Bemerkenswert ist zudem, dass Goldman Sachs im aktuellen Zinszyklus bislang keine belastbaren Hinweise auf eine verstärkte Bereitschaft zum Kontowechsel seitens der Verbraucher feststellen konnte. Sparer, die explizit nach höheren Renditen suchen, haben ihr Kapital in der Regel bereits in Festgeldanlagen gebunden, welche von vornherein attraktivere Konditionen bieten. Folglich kristallisieren sich täglich fällige Sparkonten mit sofortigem Zugriff als das Segment heraus, das am stärksten von potenziellen Verwerfungen durch KI-gestützte Vergleichs- und Umschichtungstools bedroht ist. Große Firmenkunden nutzen hingegen ohnehin strukturierte, verzinsliche Kontenmodelle, weshalb hier Optimierungsprozesse nur noch begrenzte Auswirkungen auf die Refinanzierungskosten der Banken hätten.

Sollte der technologische Wettbewerb die Kosten für Kundeneinlagen auf ein nachhaltig höheres Niveau treiben, stehen den Kreditinstituten nur begrenzte Reaktionsmöglichkeiten zur Verfügung. Sie könnten versuchen, die Kreditmargen auszuweiten, ihre strategische Abhängigkeit von teuren Finanzierungsquellen zu reduzieren oder eine Kombination aus beidem anstreben. Ein solches Szenario würde netto zu einer spürbaren Verschärfung der allgemeinen Finanzierungsbedingungen führen. Da die europäische Wirtschaft im Gegensatz zum kapitalmarktorientierten US-System massiv von der klassischen Bankfinanzierung abhängig ist, könnte dies als ernsthafte Wachstumsbremse wirken. Eine derartige Entwicklung würde nach Einschätzung der Analysten sehr wahrscheinlich auch regulatorische oder aufsichtsrechtliche Gegenmaßnahmen gegen technologische Disruptoren auf den Plan rufen. Ein zentraler Indikator für die Verwundbarkeit einzelner Banken ist in diesem Kontext das Verhältnis von Krediten zu Einlagen (Loan-to-Deposit Ratio, LDR). Institute mit einem hohen LDR, die stark auf private Spareinlagen angewiesen sind, müssten den teuren Wettbewerb um Kundengelder notgedrungen mitgehen, während Banken mit niedrigeren Quoten unwirtschaftliche Einlagen eher abfließen lassen könnten.

Griechische Banken als Profiteure einer risikoaversen Kontostruktur

Quantifiziert man das Risiko steigender Einlagenkosten, geht Goldman Sachs bei einer hypothetischen Erhöhung der Kosten für verzinste Privatkundeneinlagen um 25 Basispunkte von einem durchschnittlichen negativen Effekt von 3 Prozent auf den Vorsteuergewinn der abgedeckten europäischen Banken aus. Dies entspricht einem Rückgang der Rendite auf das materielle Eigenkapital (ROTE) um 0,7 Prozentpunkte. Auf regionaler Ebene sind Banken in Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und dem Vereinigten Königreich vergleichsweise stark der Gefahr ausgesetzt, dass ihre Nettozinserträge durch renditeorientierte Sparer erodieren. Auch Schweizer Banken weisen hier eine gewisse Anfälligkeit auf. Im starken Kontrast dazu gelten Institute in Skandinavien, Spanien und vor allem in Griechenland als weitgehend isoliert von diesem spezifischen Zinsrisiko.

Der entscheidende Wettbewerbsvorteil der griechischen Geldhäuser liegt in der spezifischen Zusammensetzung ihrer Passivseite. Der überwiegende Teil der dortigen Einlagen befindet sich in klassischen Girokonten oder auf Sparkonten mit minimaler Verzinsung, die gemeinhin als Basis- oder Kerneinlagen klassifiziert werden. Nur ein verschwindend geringer Bruchteil der Kundengelder ist in renditestärkeren Termingeldprodukten gebunden. Dieser stark transaktionsbasierte Charakter der Konten fungiert als effektiver Schutzschild gegen Zinsarbitrage. Selbst wenn neue Marktteilnehmer durch KI-basierte Instrumente hochverzinsliche Tagesgeldangebote offerieren würden, existieren bereits heute rentablere Alternativen wie Festgelder, die von der griechischen Kundschaft jedoch kaum in Anspruch genommen werden. In dem modellierten Szenario einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei verzinsten Spareinlagen beliefe sich der negative Einfluss auf den Vorsteuergewinn der griechischen Banken auf nahezu null, während der ROTE-Effekt bei minimalen 0,1 Prozentpunkten läge.

Veränderungen im Provisionsgeschäft: Mäßige Auswirkungen auf den Süden

Neben dem Zinsgeschäft untersuchte die Investmentbank auch die potenziellen Risiken für Erträge abseits klassischer Bankprodukte, wie etwa in der Vermögensverwaltung, dem Versicherungsgeschäft oder bei Wertpapiertransaktionen. Diese Provisionserlöse könnten durch günstige, KI-gesteuerte Alternativen unter Druck geraten, wobei dieser Effekt durch ein systematischeres, technologiegestütztes Cross-Selling teilweise kompensiert werden könnte. Zudem müssen mögliche regulatorische Verzögerungen bei der Zulassung solch neuer Geschäftsmodelle einkalkuliert werden. Die Banken können dem Risiko höherer Einlagenkosten auch durch Skaleneffekte und eine bewusste Verschiebung ihres Ertragsmixes entgegenwirken.

In einer spezifischen Szenarioanalyse, die einen Rückgang der Provisionserträge um 5 Prozent auf Basis der prognostizierten Daten für das Jahr 2025 annimmt, zeigen sich erneut deutliche geografische Unterschiede in den Auswirkungen auf die Eigenkapitalrendite. Am stärksten betroffen wären Banken in der Schweiz und in Italien. Aufgrund ihrer traditionell großen Geschäftsvolumina im Bereich der Vermögensverwaltung und bei Versicherungsdienstleistungen erzielen diese Institute einen substanziellen Teil ihrer Einnahmen aus Provisionen. Für den Schweizer Bankensektor prognostizieren die Experten in diesem Fall einen ROTE-Rückgang von 2,2 Prozentpunkten, für italienische Häuser wird ein Minus von 1,0 Prozentpunkten erwartet. In den meisten anderen europäischen Regionen würde sich der Rückgang in einer moderaten Spanne zwischen 0,2 und 0,8 Prozentpunkten bewegen. Auch hier erweisen sich die griechischen Banken als äußerst robust: Für sie wird lediglich ein marginaler ROTE-Einschlag von 0,4 Prozentpunkten berechnet, was ihre solide und wenig anfällige Position im europäischen Gesamtvergleich weiter untermauert.

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