Griechenland – Der offizielle Wert der privaten Immobilien in Griechenland hat im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht und beläuft sich auf insgesamt 782,5 Milliarden Euro. Parallel dazu bereitet sich die Finanzverwaltung auf den Einzug der jährlichen Immobiliensteuer vor, für die über sechs Millionen Eigentümer im ganzen Land zur Kasse gebeten werden, während gleichzeitig umfangreiche Steuerbefreiungen greifen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der offizielle Immobilienwert in Griechenland stieg 2025 auf 782,5 Milliarden Euro.
- Rund 6,17 Millionen Eigentümer müssen insgesamt 2,3 Milliarden Euro an Steuern entrichten.
- Die Zahlung der Immobiliensteuer erfolgt ab Ende März in zwölf monatlichen Raten.
- Über 2,5 Millionen Bürger profitieren von Rabatten oder vollständigen Steuerbefreiungen.
Milliardenwerte und wachsende Diskrepanz zum Markt
Die offizielle Bewertung des Immobilienvermögens verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 4,7 Milliarden Euro, da der Gesamtwert im Jahr 2024 noch bei 777,8 Milliarden Euro lag. Nach einer Auswertung der aktuellen Daten durch die Griechische Steuerbehörde (AADE) ist dieser Zuwachs in erster Linie auf die Errichtung neuer Gebäude zurückzuführen. Die staatlich festgelegten objektiven Werte, welche als Grundlage für die Steuerberechnung dienen, sind auf Beschluss der Regierung seit dem Jahr 2022 formal eingefroren.
Trotz der Anpassungen durch Neubauten besteht eine massive Diskrepanz zwischen den steuerlichen Bemessungswerten und der tatsächlichen Marktsituation. Experten schätzen, dass der reale kommerzielle Wert des griechischen Immobilienbestands mittlerweile die Marke von einer Billion Euro deutlich überschritten hat. Diese enorme Abweichung resultiert aus einer rasanten Preisentwicklung auf dem Markt, der in den vergangenen drei Jahren einen Preisanstieg von rund 45 Prozent verzeichnete.
Steuerzahlungen und umfassende Entlastungen
Für das laufende Jahr werden insgesamt 6,17 Millionen Immobilienbesitzer zur Zahlung der jährlichen Grundsteuer (ENFIA) herangezogen. Der Staat rechnet mit Gesamteinnahmen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro aus dieser Abgabe. Um die finanzielle Belastung für die Haushalte zu verteilen, wird die Steuerschuld ab Ende März in zwölf aufeinanderfolgenden Raten abbezahlt. Die detaillierte Aufschlüsselung der Steuerbescheide zeigt zudem, dass mehr als 2,5 Millionen Bürger entweder teilweise oder sogar vollständig von der Steuerpflicht befreit sind.
Konkret erhalten 971.068 natürliche Personen eine vollständige Befreiung, was vor allem auf ein geringes Einkommen, einen Status als kinderreiche Familie oder anerkannte Behinderungen zurückzuführen ist. Weitere 579.224 Eigentümer, deren Hauptwohnsitz sich in kleinen oder grenznahen Siedlungen befindet, profitieren von einem Rabatt von 50 Prozent. Einen Nachlass von bis zu 20 Prozent sicherten sich 428.147 Steuerzahler, weil sie ihre Wohnimmobilien gegen Naturkatastrophen versichert haben. Zusätzlich wurde 800.000 Personen aufgrund einer Kombination aus niedrigem Einkommen und geringem Immobilienbesitz ein Rabatt von 50 Prozent gewährt.
Regionale Verteilung: Von Attika bis nach Westgriechenland
Eine detaillierte Betrachtung der Region Westgriechenland zeigt eine stabile Widerstandsfähigkeit des dortigen Immobilienmarktes. In dieser Region besitzen 417.721 Eigentümer Immobilien mit einem steuerlichen Gesamtwert von 29,30 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Vermögenswert pro Steuerpflichtigem liegt hier bei 70.139 Euro. Die Bürger dieser Region zahlen eine durchschnittliche Grundsteuer von 197 Euro, was im landesweiten Vergleich einen der niedrigsten Werte darstellt. Die gesamten Steuereinnahmen für Westgriechenland belaufen sich auf 82,32 Millionen Euro.
Innerhalb Westgriechenlands sticht die Präfektur Achaia hervor. Trotz eines leichten Rückgangs bei der absoluten Zahl der Eigentümer stieg der Gesamtwert der Immobilien dort in den letzten fünf Jahren um 2,4 Milliarden Euro an und erreichte 2025 einen Wert von 16,98 Milliarden Euro. Bundesweit bleibt die Hauptstadtregion Attika das unangefochtene Zentrum des Marktes: Mit einem Immobilienwert von über 412 Milliarden Euro generiert diese Region allein die Hälfte aller landesweiten Grundsteuereinnahmen.
Auf den weiteren Plätzen folgen die Region Zentralmakedonien mit einem Wert von 102 Milliarden Euro und die Insel Kreta mit 42,6 Milliarden Euro. Das Schlusslicht bildet die Region Westmakedonien, die mit 10,35 Milliarden Euro den geringsten Gesamtwert und mit 178 Euro auch die landesweit niedrigste durchschnittliche Steuerlast pro Einwohner aufweist. Die Spitzenwerte beim individuellen Vermögen finden sich in den touristisch geprägten Regionen: In der Südlichen Ägäis liegt der durchschnittliche Immobilienwert pro Steuerzahler bei 122.947 Euro, während auf den Ionischen Inseln das Durchschnittsvermögen 101.326 Euro erreicht.