Griechenland – Die griechische Regierung hat nach der offiziellen Zwischenbewertung der europäischen Förderprogramme eine massive finanzielle Umstrukturierung erreicht. Insgesamt werden 2,13 Milliarden Euro aus den bestehenden ESPA-Programmen der Periode 2021 bis 2027 neu zugewiesen, um aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen. Ein zentraler Bestandteil dieser Neuausrichtung ist ein weitreichendes Förderprogramm für die Immobilienrenovierung in Griechenland, das staatliche Zuschüsse von bis zu 95 Prozent für private Eigentümer vorsieht.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Rund 2,13 Milliarden Euro an europäischen Fördermitteln werden neu ausgerichtet.
- Etwa 500 Millionen Euro fließen direkt in die Sanierung privater Wohnimmobilien.
- Die staatlichen Förderquoten für Renovierungen liegen zwischen 70 und 95 Prozent.
- Besondere Zuschläge gelten für junge Eigentümer, kinderreiche Familien und ländliche Regionen.
- Die Frist für die Förderprogramme wurde offiziell bis zum Jahr 2030 verlängert.
Neue strategische Prioritäten für EU-Mittel
Die offizielle Bestätigung der Mittelumschichtung erfolgte durch Rafaelle Fitto, den zuständigen Exekutiv-Vizepräsidenten der Europäischen Kommission für Kohäsionspolitik und Reformen. Von dem Gesamtbetrag in Höhe von 2,13 Milliarden Euro fließen 1,91 Milliarden Euro in gänzlich neue strategische Prioritäten, während 224 Millionen Euro für die Stärkung bereits bestehender, kritischer Bereiche vorgesehen sind.
Die Neuausrichtung orientiert sich an den aktuellen geopolitischen Entwicklungen und zielt darauf ab, die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Zu den neuen Kernbereichen zählen neben der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum auch der sichere Zugang zu Wasser und die nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen. Darüber hinaus werden die Mittel für die beschleunigte Energiewende, die zivile und militärische Sicherheitsvorsorge sowie für die Förderung kritischer Technologien über die Plattform für strategische Technologien für Europa eingesetzt.
Förderprogramm für private Immobilienbesitzer
Als direkte Antwort auf den angespannten Wohnungsmarkt hat der griechische Staat in Verhandlungen mit der Europäischen Kommission eine spezielle Maßnahme zur Immobilienförderung entwickelt. Für die energetische Sanierung von leerstehenden und genutzten Altbauten wurde ein Budget von rund 500 Millionen Euro gebunden. Diese Summe setzt sich aus Ressourcen von 14 verschiedenen ESPA-Programmen zusammen.
Das Programm richtet sich primär an Haushalte mit niedrigen bis mittleren Einkommen, denen die finanziellen Mittel für eine eigenständige Aufwertung ihrer Immobilien fehlen. Die Basis-Förderquote für die leichte energetische Gebäudeaufwertung beginnt bei 70 Prozent der anfallenden Kosten und soll die qualitative Eigennutzung sowie das allgemeine Wohnungsangebot auf dem Markt deutlich erhöhen.
Wer von den maximalen Zuschüssen profitiert
Um gezielt benachteiligte Gruppen und strukturschwache Regionen zu unterstützen, sieht der Förderplan gestaffelte Erhöhungen vor, die den Zuschuss auf bis zu 95 Prozent anheben können. Die maximalen Fördersätze können von Personen mit Behinderungen sowie von Alleinerziehenden in Anspruch genommen werden.
Zusätzlich qualifizieren sich kinderreiche Familien, insbesondere solche mit drei oder mehr Kindern, für die erhöhten Sätze. Einen weiteren Schwerpunkt legt die Maßnahme auf die Unterstützung junger Eigentümer in der Altersgruppe von 25 bis 35 Jahren. Geografische Kriterien spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle: Befindet sich die zu renovierende Immobilie in einer Bergregion oder auf einer Insel, greifen ebenfalls die höchstmöglichen Subventionsstufen.
Verlängerte Fristen und offizielle Stellungnahmen
Neben der inhaltlichen Neuausrichtung hat der griechische Staat auch administrative Erleichterungen für die Umsetzung der EU-Programme erwirkt. Die generelle Frist für die Förderfähigkeit von Ausgaben im Rahmen der Programme 2021-2027 wurde um ein Jahr bis in das Jahr 2030 verlängert. Zudem genehmigte Brüssel zusätzliche Vorschusszahlungen in Höhe von 650 Millionen Euro, von denen bereits 450 Millionen Euro an die griechischen Kassen überwiesen wurden.
Der stellvertretende Minister für nationale Wirtschaft und Finanzen, Nikos Papathanasis, ordnete die Entwicklungen als bedeutenden Erfolg ein: “Die Ankündigung der Ergebnisse der Zwischenbewertung der ESPA-Programme 2021-2027 stellt einen nationalen Erfolg dar. Sie belegt auf offiziellste Weise, dass systematische Arbeit messbare Ergebnisse liefert.” Weiterhin betonte er die Wichtigkeit der Wohnraumförderung: “Speziell im Bereich Wohnen ist es wichtig, dass die Initiative und Verhandlung des Premierministers zur Sicherung europäischer Mittel, die die Renovierung privater Häuser in Verbindung mit ihrer energetischen Aufwertung subventionieren, nicht nur auf höchster institutioneller EU-Ebene Anklang findet, sondern nunmehr eine europaweit wegweisende Aktion zur Bewältigung des Wohnungsproblems darstellt.”
Die Generalsekretärin für ESPA-Programme, Vasiliki Pantelopoulou, ergänzte die administrativen Auswirkungen der Neuausrichtung: “Ein wesentlicher Punkt der Überarbeitung ist die Maßnahme für erschwingliches und nachhaltiges Wohnen in Höhe von rund 500 Millionen Euro durch die Subventionierung der Renovierung privater, alter, geschlossener und offener Wohnungen, was zur Lösung des Problems des erschwinglichen Wohnraums und zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts beiträgt.”