Thessaloniki – Das Energieunternehmen Greenvolt Next baut seine Präsenz in Nordgriechenland massiv aus und rückt dabei Thessaloniki ins Zentrum seiner strategischen Entwicklung. Die Bereitstellung von Lösungen zur Eigenproduktion von Energie für lokale Unternehmen steht im Fokus der Geschäftstätigkeit, da die Industrie mit anhaltend hohen Betriebskosten konfrontiert ist. Das Unternehmen bereitet derzeit eine Reihe neuer Projekte vor, die in der kommenden Zeit offiziell vorgestellt werden sollen.
Mittlerweile befindet sich die Hälfte der Kunden und der laufenden Projekte des Unternehmens im nordgriechischen Raum. Diese Region bündelt einen entscheidenden Teil der Investitionen und der operativen Aktivitäten des Energieanbieters. Die Hinwendung lokaler Betriebe zur eigenen Stromerzeugung spiegelt die Reaktion auf ein Marktumfeld wider, das von Unsicherheit und hohen Energietarifen geprägt ist.
Die installierte Infrastruktur von Greenvolt Next umfasst in der Region derzeit 28 Projekte. Diese Anlagen weisen eine Gesamtkapazität von 14,9 Megawatt Peak auf. Die jährliche Stromproduktion dieser Systeme überschreitet die Marke von 20.000 Megawattstunden, was die Größenordnung des industriellen Energiebedarfs unterstreicht.
Das Wichtigste auf einen Blick
- 50 Prozent der Kunden von Greenvolt Next sind in Nordgriechenland ansässig.
- Die Gesamtkapazität der 28 regionalen Projekte liegt bei 14,9 MWp.
- Die jährliche Energieproduktion übersteigt 20.000 MWh.
- Für die Zeit nach dem Sommer 2026 sind acht bis neun neue Vorhaben geplant.
Strategische Bedeutung der nordgriechischen Wirtschaft
Die Entscheidung für Investitionen im Norden des Landes basiert auf konkreten wirtschaftlichen Rahmendaten. Die Region fungiert als ökonomisches Bindeglied zwischen Griechenland, den Balkanstaaten und dem restlichen Europa. Etwa 34 Prozent der aktiven griechischen Unternehmen sind hier angesiedelt, mit starken Schwerpunkten in der verarbeitenden Industrie, im Handel, im Agrar- und Lebensmittelsektor sowie in der Logistik.
Die Region Zentralmakedonien stellt den zweitgrößten Wirtschaftsraum nach der Hauptstadtregion dar. Sie ist für 20 bis 25 Prozent der gesamten griechischen Exporte verantwortlich. Zudem erwirtschaften die dortigen Betriebe 11 Prozent des nationalen Umsatzes und beschäftigen 14 Prozent der landesweiten Arbeitnehmerschaft. Ungefähr 30 bis 35 Prozent der industriellen Fertigung des Landes konzentrieren sich in Nordgriechenland.
In diesem wirtschaftlichen Umfeld entwickeln sich die Stromkosten zu einem kritischen Faktor für die Überlebensfähigkeit vieler Betriebe. Laut Wirtschaftsdaten stellt der Energieaufwand für 40 Prozent der Industrieunternehmen das größte Problem dar und rangiert damit noch vor der Steuerbelastung. Bei Großunternehmen steigt dieser Anteil auf 48 Prozent.
Der Geschäftsführer von Greenvolt Next, Dionysis Anargyros, betonte im Rahmen einer Präsentation in Thessaloniki, dass die Energiekosten längst keine reine Betriebsausgabe mehr seien. Sie würden maßgeblich die strategische Ausrichtung und die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen bestimmen. Nordgriechenland sei ein hochdynamischer Wirtschaftspfeiler und bilde eine absolute Priorität für die Expansionspläne.
Finanzielle Entlastung durch Eigenproduktion
Die operative Umsetzung in der Region zeigt konkrete Resultate. Von den 28 Projekten in Nordgriechenland sind aktuell acht in Betrieb, während 20 weitere auf den Netzanschluss warten. Die jährliche finanzielle Ersparnis für die beteiligten Unternehmen summiert sich auf 1,65 Millionen Euro. Durchschnittlich können die Betriebe rund 59 Prozent ihres Energiebedarfs selbst decken.
Die Finanzierung dieser Anlagen gliedert sich in verschiedene Modelle. Bei 18 Vorhaben kommt das PPA-Modell (Power Purchase Agreement) zum Einsatz. Diese Projekte verfügen über eine Leistung von 10,5 Megawatt Peak und haben eine durchschnittliche Vertragslaufzeit von 11 Jahren. Die Unternehmen sparen dadurch jährlich 813.000 Euro und decken bis zu 68 Prozent ihres Bedarfs ab.
Die verbleibenden zehn Projekte werden über EPC-Verträge (Engineering, Procurement and Construction) realisiert. Sie umfassen eine Kapazität von 4,4 Megawatt Peak. Diese Anlagen generieren für die Eigentümer eine jährliche Kostensenkung von rund 834.000 Euro.
Seit dem Jahr 2023 hat Greenvolt Next etwa 12 Millionen Euro in Nordgriechenland investiert. Das gesamte Investitionsvolumen auf dem griechischen Markt beläuft sich auf 25 Millionen Euro. Für das Jahr 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 6 Millionen Euro, wovon die Hälfte direkt aus den nordgriechischen Aktivitäten resultiert.
Zukünftige Investitionen und Marktanteile
Das Wachstum in der Region wird durch konkrete Neuabschlüsse fortgesetzt. Das Unternehmen steht kurz vor der Unterzeichnung von acht bis neun weiteren Projekten in Nordgriechenland. Das Investitionsvolumen für diese Vorhaben beträgt rund 1,1 Millionen Euro. Die Umsetzung ist für die Zeit nach dem Sommer 2026 vorgesehen.
Darüber hinaus befindet sich ein Großprojekt in der Planungsphase. Die offizielle Bekanntgabe dieses Vorhabens wird innerhalb des nächsten Quartals erwartet und soll die Marktposition weiter festigen. Derzeit konzentrieren sich 40 Prozent der Projekte auf Zentralmakedonien. Die restlichen 60 Prozent verteilen sich auf andere Gebiete Nordgriechenlands.
Der Kundenstamm in diesen Gebieten ist breit gefächert. Die installierten Systeme versorgen Betriebe aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, dem klassischen produzierenden Gewerbe sowie große Tourismusanlagen mit lokal erzeugtem Strom.
Die Anpassung an den dynamischen Markt erfordert zudem eine genaue Beobachtung der Preisentwicklung. Während die Jahre 2022 und 2023 von extremen Preissprüngen geprägt waren, haben sich die Tarife im Jahr 2025 zwar beruhigt, liegen jedoch immer noch etwa 25 Prozent über dem Vorjahresniveau. Geopolitische Faktoren sorgen weiterhin für Schwankungen an den Strombörsen.
Wandel auf dem griechischen Energiemarkt
Der nationale Strommarkt durchläuft tiefgreifende regulatorische und strukturelle Veränderungen. Die traditionellen Mechanismen der Strompreisbildung haben an Gültigkeit verloren. Wie der Geschäftsführer Dionysis Anargyros ausführte, werde der Markt nun von stündlichen Preisschwankungen, der tatsächlichen Verfügbarkeit und der flexiblen Nachfrage diktiert.
Gleichzeitig passt Griechenland seine Vorschriften an europäische Richtlinien an. Der Übergang vom bisherigen Net-Metering-System zum Net-Billing-Verfahren markiert eine grundlegende Änderung für alle Anlagenbetreiber. Einige regulatorische Details stehen noch aus, sollen aber laut Brancheneinschätzungen in Kürze finalisiert werden.
Die Eigenproduktion von Strom hat den Status einer bloßen Alternative längst hinter sich gelassen. Landesweit sind bereits Anlagen mit einer Gesamtkapazität von fast 1,1 Gigawatt im industriellen Sektor in Betrieb. Die Technologie gilt als ausgereift, was den Zugang zu effizienten Anlagen erleichtert.
Der technologische Wendepunkt sei erreicht, erläuterte Dionysis Anargyros weiter. Neben der reinen Erzeugung rücke nun das aktive Energiemanagement in den Vordergrund. Die Speicherung in Batterien erlaube eine optimale Nutzung des produzierten Stroms, insbesondere bei Abweichungen zwischen Erzeugungsspitzen und dem tatsächlichen Verbrauch.
Finanzierungsmodelle und technologische Lösungen
Das Geschäftsmodell von Greenvolt Next setzt primär auf die vollständige Übernahme der Investitionskosten. Durch das Modell Solar PPA – Zero Investment erhalten Unternehmen Zugang zu Solarenergie, ohne eigenes Kapital binden zu müssen. Der Energieversorger trägt die Errichtungskosten, betreibt die Anlage und übernimmt das technische sowie finanzielle Risiko.
Über dieses Modell können Betriebe im Durchschnitt 60 Prozent ihrer Energiekosten langfristig zu einem festen Preis absichern. Die restlichen 40 Prozent des Bedarfs werden weiterhin über den regulären, schwankenden Markt gedeckt. Für Unternehmen, die selbst investieren möchten, stehen klassische EPC-Lösungen zur Verfügung.
Das technologische Portfolio reicht von herkömmlichen Aufdach- und Freiflächenanlagen bis hin zu Carports. Letztere kombinieren die Überdachung von Parkflächen mit der Stromproduktion und etablieren sich als neuer Markttrend. Ergänzt wird das Angebot durch Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen und lokale Windkraftanlagen. Moderne Software steuert den Verbrauch in Echtzeit.
Hinter Greenvolt Next in Griechenland steht ein Joint Venture. Es verbindet den portugiesischen Greenvolt-Konzern, der international in 14 Ländern im Bereich erneuerbare Energien aktiv ist, mit der griechischen Globalsat-Gruppe. Zu den etablierten lokalen Partnern in Nordgriechenland zählen große Handels- und Industrienamen wie Sklavenitis, Mirragio, Bralco und Amiridis-Savvidis. Zukünftig plant das Unternehmen auch den Erwerb bestehender Anlagen, um diese in langfristige PPA-Verträge umzuwandeln.