Patras – Im westgriechischen Einzelhandel manifestiert sich eine anhaltende Stagnation, die auch durch die jüngsten Winterrabatte im Februar nicht durchbrochen werden konnte. Entgegen den Erwartungen der lokalen Händler blieben die erhofften Umsatzsteigerungen in der Hafenstadt und der gesamten Region Westgriechenland aus. Die Kombination aus massiven Liquiditätsengpässen und kontinuierlich steigenden Betriebskosten setzt insbesondere kleine und mittlere Unternehmen stark unter Druck. Gleichzeitig drosselt die anhaltende Inflation die allgemeine Kaufkraft der Konsumenten drastisch. Offizielle Erhebungen belegen nun, dass die traditionellen Rabattaktionen am Jahresanfang nicht ausreichten, um die Kassen der Einzelhändler zu füllen und den Sektor nachhaltig zu stabilisieren.
Statistische Einordnung und nationale Entwicklung
Nationale und regionale Daten der griechischen Statistikbehörde (ELSTAT) untermauern die angespannte Lage. Während die Branche landesweit für den Jahresauftakt auf ein Plus von fünf Prozent gehofft hatte, verzeichnete der Einzelhandel ohne die Bereiche Lebensmittel, Kraftfahrzeuge und Kraftstoffe lediglich ein marginales Wachstum von zwei Prozent bei einem Gesamtumsatz von 27,3 Milliarden Euro.
Eine bemerkenswerte Ausnahme bildeten landesweit lediglich die Supermärkte, deren Umsatz um 4,4 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro anstieg und damit erstmals mehr als siebenundzwanzig Prozent des gesamten griechischen Einzelhandelsvolumens ausmacht. Für die Region Westgriechenland zeichnet sich ein deutlich gedämpfteres Bild ab: Das Jahr 2025 schloss hier im gesamten Einzelhandel mit einem Umsatz von 2,3 Milliarden Euro.
Dies entspricht laut den amtlichen Zahlen einem Rückgang von 21,4 Millionen Euro beziehungsweise 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, für das ELSTAT einen Wert von 2,8 Milliarden Euro auswies. Exklusive der Lebensmittel- und Kraftstoffbranche sank der regionale Umsatz leicht um 355.000 Euro auf 914,1 Millionen Euro.
Forderungen der Wirtschaftsvertreter nach fairen Rahmenbedingungen
Die alarmierende wirtschaftliche Situation bildete den zentralen Schwerpunkt einer erweiterten Krisensitzung der regionalen Berufs- und Handwerksverbände. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Achaia, Theodoros Louloudis, verdeutlichte den Ernst der Lage. Er gab an, dass die vorliegenden Daten zur Liquidität, zu den gestiegenen Betriebskosten und zum Umsatzrückgang keinerlei Spielraum für Beschönigungen ließen.
Louloudis forderte, dass wirtschaftliches Wachstum zwingend die kleinen und Kleinstunternehmen erreichen müsse, da diese das eigentliche Rückgrat der griechischen Wirtschaft bildeten. Der Kammerpräsident betonte nachdrücklich, man verlange keine Vorzugsbehandlung, sondern pochte auf gerechte Wettbewerbsbedingungen. Wesentliche Lösungsansätze ließen sich seiner Einschätzung nach nur durch enge Zusammenarbeit, gezielte Koordination und fundierte Vorschläge realisieren, wofür die Kammer jederzeit für gemeinsame Initiativen zur Verfügung stehe.
Konsumverhalten spiegelt hohe Lebenshaltungskosten wider
Das Kaufverhalten während der diesjährigen Winterschlussverkäufe offenbarte die tiefgreifenden Auswirkungen der Inflation auf die Haushalte. Analysen zeigen, dass sich die Einkäufe primär auf den unmittelbaren persönlichen und familiären Bedarf konzentrierten, jedoch in merklich geringerer Häufigkeit und Intensität getätigt wurden. Schätzungen zufolge nutzten sechs von zehn Verbrauchern die reduzierten Preise aktiv.
Dabei erwarben drei von zehn Konsumenten Bekleidung und Schuhe, zwei von zehn investierten in Technologieartikel und lediglich einer von zehn kaufte Haushaltswaren. Für die verbleibenden vierzig Prozent der Verbraucher blieb die Rabattperiode völlig bedeutungslos. Als Hauptgrund hierfür wird die strukturell verankerte Teuerung angeführt, deren Belastung auf die Haushaltsbudgets auch durch punktuelle Sonderangebote im Einzelhandel schlichtweg nicht mehr kompensiert werden kann.