Veria – In der größten Pfirsichanbauregion Griechenlands lockt die jährliche Baumblüte Tausende in- und ausländische Besucher an. Ein rund 170 Quadratkilometer großes Gebiet verwandelt sich jeden Frühling in eine weite rosa Landschaft, die neben Touristen auch Fotografen und Radfahrer in die Region rund um die nordgriechische Stadt Veria zieht.
Das Wichtigste auf einen Blick
- 170 Quadratkilometer große Anbaufläche für Pfirsiche blüht in Rosa.
- Die Blütezeit erstreckt sich von Mitte März bis Mitte April.
- Tausende Besucher kamen am vergangenen Wochenende in die Region.
- Lokale Landwirte und das Hotelgewerbe verzeichnen wirtschaftliche Vorteile.
Wirtschaftlicher Impuls für die Landwirtschaft
Das Naturschauspiel, das sich etwa 72 Kilometer westlich von Thessaloniki abspielt, hat sich zu einem festen Bestandteil des lokalen Tourismuskalenders entwickelt. Allein am vergangenen Wochenende spazierten Tausende Urlauber durch die blühenden Pfirsichplantagen. Die saisonale Attraktion dient nicht nur als Kulisse für ausgedehnte Radtouren und Fotografie-Ausflüge, sondern bietet den ansässigen Erzeugern eine wichtige Plattform zur Vermarktung ihrer regionalen Produkte.
Die Bedeutung dieses Ereignisses für die örtliche Gemeinschaft ist groß. Gianna Pilitsidou, die amtierende Präsidentin des Tourismusverbandes Veria, betonte die Dimension des Spektakels. „Dies ist ein Reiseziel, das jeder aufgrund der riesigen Ausdehnung der blühenden Felder mindestens einmal im Leben erleben und sehen sollte. Die Felder, die sich über 170 Quadratkilometer erstrecken, verwandeln sich komplett in Rosa. Jedes Jahr begrüßen wir den Frühling hier mit Festivals und laden alle ein, dies zu besuchen und zu erleben“, erklärte die Funktionärin.
Hinter der visuellen Pracht verbirgt sich ein enormer landwirtschaftlicher Aufwand. Die Pflege der Obstbäume erfordert das ganze Jahr über kontinuierlichen Einsatz der lokalen Betriebe. Anastasios Chalkidis, der Präsident des örtlichen Bauernverbandes, wies auf die Anstrengungen hin. „Damit all dies geschehen kann, ist viel harte Arbeit und Anstrengung seitens der Bauern erforderlich. Wir sind sehr glücklich, dass diese wunderbare Veranstaltung stattfindet, und es ist eine hervorragende Gelegenheit, unsere hervorragenden Produkte zu bewerben“, so der Vertreter der Landwirte.
Ein wachsendes Reiseziel für europäische Urlauber
Die positive wirtschaftliche Resonanz der Festivitäten ist im gesamten Dienstleistungssektor spürbar. Zahlreiche Mitarbeiter der lokalen Hotelbetriebe melden einen deutlichen Anstieg der Gästezahlen während der Blütephase. Das gestiegene Interesse beschränkt sich dabei längst nicht mehr nur auf den griechischen Binnenmarkt. Reisende aus verschiedenen europäischen Ländern entdecken die landwirtschaftlich geprägte Region zunehmend als alternatives Ausflugsziel abseits der klassischen Touristenpfade.
Der niederländische Reiseblogger Wesley van Eijk, der quer durch Griechenland reist, schilderte seine Eindrücke. Er gab an, dass er den Menschen in Ländern wie den Niederlanden und Belgien zeigen wolle, dass es abseits der weithin bekannten Reiseziele noch weitere faszinierende Orte wie Veria gebe. Obwohl immer mehr Reisende die Stadt für sich entdecken würden, müsse man die Erfahrung vor Ort persönlich machen, betonte er.
Auch aus dem deutschsprachigen Raum reisen Touristen gezielt für dieses Ereignis an. Die deutsche Urlauberin Andrea Lachnit erklärte, sie sei speziell aus Deutschland angereist, um die blühenden Bäume mit eigenen Augen zu betrachten. Die Landschaft fasziniere sie nachhaltig, und sie empfehle einen Besuch aufgrund der außerordentlichen landschaftlichen Schönheit, die sie in dieser Form zuvor noch nicht gesehen habe. Die Pfirsichbäume in der Präfektur um Veria stehen üblicherweise im Zeitraum von Mitte März bis Mitte April in voller Blüte.