Griechenland – Das griechische Kulturministerium (YPPO) erweitert sein landesweites Sommerprogramm für die kommende Saison massiv. Im Rahmen der siebten Ausgabe der Initiative “Ganz Griechenland eine Kultur” finden in diesem Jahr insgesamt 95 Veranstaltungen statt, die Besucher gezielt fernab der Hauptstadtregion anlocken sollen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Das staatliche Kulturprogramm wächst im siebten Jahr von 75 auf 95 Events.
- Veranstaltungsorte sind antike Stätten, Denkmäler und Museen in 12 Regionen.
- Die Hauptstadtregion Attika bleibt von dem dezentralen Konzept bewusst ausgeschlossen.
- Ein Gesamtbudget von 2.300.000 Euro fließt direkt in die ausgewählten Produktionen.
Ein Millionenbudget für die kulturelle Dezentralisierung
Die zuständige Sonderbewertungskommission hat für das diesjährige Festival ein Gesamtbudget in Höhe von 2.300.000 Euro freigegeben. Diese finanziellen Mittel fließen direkt in die ausgewählten künstlerischen Produktionen, wobei sich die Förderung in zwei exakte Kategorien aufteilt. Genau 37 Vorschläge erhalten jeweils eine Finanzierung von 15.000 Euro. Weitere 58 Projekte werden von den Behörden mit jeweils 30.000 Euro unterstützt.
Das griechische Kulturministerium verfolgt mit dieser Budgetierung ein klares strategisches Ziel. Die kulturelle Dezentralisierung des Landes soll nachhaltig gestärkt werden. Aus diesem Grund finden die Aufführungen ganz gezielt in archäologischen Stätten, historischen Denkmälern und ausgewählten Museen statt. Die Besonderheit des Konzepts liegt in der geografischen Verteilung der finanzierten Events.
Das Programm umfasst insgesamt 12 Regionen des Landes, schließt jedoch die dicht besiedelte Region Attika rund um Athen bewusst von den Veranstaltungen aus. Dies fördert die direkte Beteiligung der lokalen Gesellschaften in der Peripherie. Die Verbindung von antikem Erbe und zeitgenössischer Kunst gilt dabei als wichtiger Faktor für die kulturelle Entwicklung abseits der klassischen touristischen Inselziele.
Der Mensch im Mittelpunkt der antiken Stätten
Neben der finanziellen Aufstockung wächst auch der rein quantitative Umfang der Initiative deutlich an. Die Anzahl der landesweiten Veranstaltungen steigt in diesem Sommer von bisher 75 auf 95 Produktionen. Gleichzeitig öffnet die griechische Regierung zusätzliche archäologische Räume für das Publikum, was die Einbindung lokaler Gemeinden weiter vertieft und neue kulturelle Schauplätze schafft.
Den thematischen Kern der diesjährigen Veranstaltungen bildet ein historisches Zitat. Als Leitmotiv dient ein Vers aus der Komödie “Dyskolos” des antiken Dichters Menander. Der Leitsatz lautet sinngemäß, wie anmutig der Mensch sei, wenn er wahrhaftig ein Mensch ist. Die beteiligten Künstler sind durch diesen inhaltlichen Rahmen von offizieller Seite dazu aufgerufen, sich mit grundlegenden menschlichen Fragen auseinanderzusetzen.
Die Rückkehr zum Menschen als absolutes Maß der modernen künstlerischen Schöpfung steht dabei im Vordergrund der geplanten Aufführungen an den historischen Orten. Mit der offiziellen Bekanntgabe der ausgewählten und finanzierten Produktionen beginnt nun die konkrete Vorbereitungsphase für die kommenden Sommermonate.