Griechenland – Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat am heutigen Mittwoch offizielle Daten zur geschlechtsspezifischen Rentenlücke für das Jahr 2024 veröffentlicht. Die aktuellen Zahlen belegen eine erhebliche finanzielle Diskrepanz zwischen den Geschlechtern, die sowohl in Griechenland als auch auf Ebene der gesamten Europäischen Union fortbesteht. Für griechische Frauen im Alter von 65 Jahren und älter bedeutet dies gravierende finanzielle Einbußen im Ruhestand.
Laut den Erhebungen fällt die durchschnittliche Altersversorgung für Frauen in Griechenland um rund 24 Prozent geringer aus als die der männlichen Rentenempfänger. Mit diesem Wert liegt die Hellenische Republik nahezu exakt im europäischen Durchschnitt, der bei 24,5 Prozent gemessen wurde. Neben dem reinen Mittelwert zieht die europäische Statistikbehörde jedoch einen weiteren, oft aussagekräftigeren Indikator heran: den sogenannten Medianwert.
Betrachtet man diese mittlere Rente, so vergrößert sich die geschlechtsspezifische Kluft in Griechenland drastisch auf annähernd 30 Prozent. Diese Differenz zwischen Durchschnitt und Median verdeutlicht die strukturellen Ungleichheiten auf dem typischen, alltäglichen Rentenniveau der Bevölkerung, in dem die absolute Mehrheit der Bürgerinnen ihre Altersbezüge bezieht.
Ursachen für die statistische Diskrepanz in Griechenland
Die europäische Statistikbehörde erläutert in ihrer Publikation die methodischen Hintergründe dieser prozentualen Verschiebungen. Der Medianwert repräsentiert exakt jenen Betrag, der die obere Hälfte der Rentenbezieher von der unteren Hälfte trennt. Im Gegensatz zum klassischen Durchschnittswert reagiert der Median deutlich unempfindlicher auf eine kleine Anzahl extrem hoher oder extrem niedriger Auszahlungen.
Dass die Rentenlücke in Griechenland bei der Betrachtung des Medians auf fast 30 Prozent ansteigt, signalisiert eine tiefergehende Ungleichheit beim typischen Rentenniveau. Diese statistische Differenz zwischen den beiden Messgrößen deutet darauf hin, dass die Gesamtverteilung der griechischen Altersbezüge stark von einzelnen, sehr hohen Renten beeinflusst wird, welche den landesweiten Durchschnitt künstlich nach oben ziehen. In der realen Betrachtung erhält die überwiegende Mehrheit der griechischen Frauen spürbar niedrigere finanzielle Leistungen als ihre männlichen Altersgenossen.
Europäischer Vergleich der durchschnittlichen Altersbezüge
Auf europäischer Ebene betrug die durchschnittliche Rente für Frauen ab 65 Jahren im Jahr 2024 exakt 24,5 Prozent weniger als die der Männer. Innerhalb der Europäischen Union offenbaren die Eurostat-Daten immense geografische Unterschiede. Die stärksten geschlechtsspezifischen Diskrepanzen bei den Durchschnittsrenten registrierten die Statistiker in Malta mit einer Differenz von 40,3 Prozent. Darauf folgen die Niederlande mit 36,3 Prozent sowie Österreich mit einer Rentenlücke von 35,6 Prozent. Das andere Ende des europäischen Spektrums wird von den osteuropäischen und baltischen Staaten dominiert. Die geringste Lücke im Durchschnitt verzeichnet Estland mit lediglich 5,6 Prozent, gefolgt von der Slowakei mit 8,4 Prozent und Ungarn mit 9,6 Prozent.
Der Median-Wert und strukturelle Abweichungen in der EU
Bei der europaweiten Analyse der Median-Renten belief sich die geschlechtsspezifische Kluft im Jahr 2024 auf 24,9 Prozent. Auch hier weichen die Spitzenreiter von den rein durchschnittlichen Betrachtungen ab. Die größten Differenzen bei den mittleren Rentenwerten wiesen Luxemburg mit 43,3 Prozent, Spanien mit 41,1 Prozent und die Niederlande mit 39,6 Prozent auf.
Die niedrigsten Abweichungen beim Median wurden in Estland mit minus 0,3 Prozent, Ungarn mit 0,4 Prozent sowie in Dänemark mit 2,7 Prozent festgestellt. Der direkte Vergleich von Durchschnitt und Median bringt zudem spezifische nationale Besonderheiten zutage. Die größten Abweichungen zwischen diesen beiden Messmethoden zeigte Dänemark, wo die Lücke bei den Durchschnittsrenten um 12,9 Prozentpunkte höher lag als bei den Median-Renten.
Belgien folgte mit einer Abweichung von 11,0 Prozentpunkten und Ungarn mit 9,2 Prozentpunkten. Im Gegensatz dazu verzeichneten andere Mitgliedsstaaten eine umgekehrte Tendenz, bei der die Lücke bei den mittleren Renten deutlich größer ausfiel als bei den Durchschnittsrenten. Diese umgekehrte Konstellation mit signifikant höheren Median-Lücken dokumentierte Eurostat insbesondere in Spanien mit einer Differenz von minus 11,9 Prozentpunkten, in Luxemburg mit minus 10,6 Prozentpunkten und abschließend in Portugal mit minus 6,5 Prozentpunkten.