Athen- Die griechische Hauptstadt hat den Beginn der orthodoxen Fastenzeit, der sogenannten Sarakosti, mit einem massiven öffentlichen Fest auf dem historischen Philopappos-Hügel gefeiert. Anlässlich des Feiertags Kathara Deftera (Reiner Montag) versammelten sich Tausende Bürger und Besucher jeden Alters, um die jahrzehntelange Tradition der Koulouma zu begehen.
Dieser Brauch, der den Übergang in die vierzigtägige Vorbereitungszeit auf das orthodoxe Osterfest markiert, wird klassischerweise im Freien mit dem Steigenlassen von Flugdrachen und dem Verzehr spezieller fleischloser Speisen zelebriert. Der Hügel direkt gegenüber der Akropolis verwandelte sich dabei in einen zentralen Treffpunkt, an dem die Stadtverwaltung ein umfassendes Kultur- und Gastronomieprogramm für die breite Öffentlichkeit organisierte.
Die visuelle Kulisse wurde durch unzählige bunte Drachen geprägt, die den Himmel über der Metropole füllten und den traditionellen, gemeinschaftlichen Charakter dieses tief verwurzelten städtischen Ereignisses unterstrichen.
Kulturprogramm, städtische Organisation und traditionelle Kulinarik
Das musikalische Fundament der Großveranstaltung bildete das Philharmonische Orchester der Stadt Athen, welches die eintreffenden Menschenmassen offiziell begrüßte. Im Anschluss übernahmen die bekannten Musiker Nikos Oikonomidis und Kyriaki Spanou die musikalische Leitung und präsentierten authentische griechische Inselklänge, die das Publikum zu ausgedehnten traditionellen Kreistänzen animierten.
Der Athener Bürgermeister Haris Doukas betonte im Rahmen der Feierlichkeiten, dass die Kommune mit dieser Zusammenkunft eine historische Tradition ehre. Man feiere den Reinen Montag ganz bewusst gemeinsam in einem offenen, öffentlichen Raum und verbinde Musik sowie das traditionelle Drachensteigen mit einem authentischen Inselfest. Gleichzeitig stellte das Stadtoberhaupt eine Wiederholung der erfolgreichen Veranstaltung für das kommende Jahr in Aussicht.
Ein zentraler Aspekt der Koulouma-Feierlichkeiten ist die gemeinschaftliche Einnahme von strikten Fastenspeisen. Die Stadt Athen stellte hierfür enorme Mengen an kostenfreien Nahrungsmitteln bereit, die den orthodoxen Ernährungsvorschriften der Sarakosti entsprechen. Nach offiziellen Angaben der Verwaltung wurden knapp einhundert Kilogramm an fleischlosen Vorspeisen sowie 2.500 Portionen des für diesen Tag obligatorischen Fladenbrots Lagana an die anwesenden Bürger ausgegeben.
Ergänzt wurde das kulinarische Angebot durch 3.000 Stücke der traditionellen Süßspeise Halva sowie 4.000 Einheiten an Wasser und Erfrischungsgetränken. Die gesamte logistische Abwicklung, die detaillierte Planung und die Ausführung dieses weitreichenden Festprogramms lagen in der Verantwortung der städtischen Organisation für Kultur, Sport und Jugend (OPANDA), welche als administrativer Träger für die reibungslose Umsetzung des kulturellen Großereignisses sorgte.