Kreta – In Heraklion auf Kreta hat ein ungewöhnlicher Konflikt um die Beseitigung von afrikanischem Staub und eine gemeinsame Wasserrechnung vor dem zuständigen Schnellgericht zu Bewährungsstrafen für zwei Brüder im Alter von 60 und 63 Jahren geführt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Urteil in Heraklion: 8 Monate Haft auf Bewährung für den 60-jährigen Bruder.
- 6 Monate auf Bewährung für den 63-Jährigen, Freispruch für dessen Ehefrau.
- Auslöser der Eskalation: Ein Streit um die Wassernutzung zur Reinigung von afrikanischem Staub.
- Die Konfliktparteien landeten schließlich im Büro gegen häusliche Gewalt.
Eskalation nach Nachbarschaftsstreit um Wasserverbrauch
Die Ursache der rechtlichen Auseinandersetzung lag laut den Ermittlungsangaben nicht in erbrechtlichen Differenzen, sondern in einem Zwischenfall mit einem Nachbarn. Einer der Brüder ergriff Partei für den Anwohner, als dieser versuchte, den massiven afrikanischen Staub, der die gesamte Insel bedeckte, mit einem Wasserschlauch wegzuspülen. Der feine Sand aus der Sahara führt in ganz Griechenland regelmäßig zu starken Verschmutzungen im Alltag und erfordert oft einen erhöhten Reinigungsaufwand.
Diese Parteinahme löste bei dem anderen Bruder heftige Reaktionen aus. Die Situation geriet schließlich völlig außer Kontrolle, als Forderungen nach einer finanziellen Beteiligung an der gemeinsamen Wasserrechnung laut wurden. Im Zuge der hitzigen Wortgefechte schaltete sich auch die Ehefrau des 63-Jährigen ein, was dazu führte, dass alle Beteiligten auf dem zuständigen Polizeirevier landeten und der Fall offiziell an das Büro für häusliche Gewalt übergeben wurde.
Bewährungsstrafen und Appell zur familiären Versöhnung
Das Gericht in Heraklion fällte nach der Verhandlung klare Urteile. Gegen den 60-jährigen Bruder wurde eine Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung wegen häuslicher Bedrohung und Beleidigung verhängt. Der 63-jährige Bruder erhielt eine sechsmonatige Bewährungsstrafe, die auf häusliche Beleidigung zurückzuführen ist. Seine Ehefrau, die im Vorfeld der Verhandlung ebenfalls festgenommen worden war, wurde von den zuständigen Behörden vollständig freigesprochen.
Trotz der rechtlichen Konsequenzen signalisierte eine Seite klare Gesprächsbereitschaft. Wie der Rechtsanwalt des 60-Jährigen, Michalis Vidakis, mitteilte, habe sein Mandant den ausdrücklichen Wunsch nach einer familiären Versöhnung geäußert. Laut dem Verteidiger existiere kein tiefgreifendes Problem zwischen den Verwandten, abseits der persönlichen Ego-Konflikte des älteren Bruders. Dieser Friedensansatz wurde von der Gegenseite jedoch abgelehnt. Die Verteidigung kündigte an, im zweiten Rechtszug gegen die verbleibenden Vorwürfe der Bedrohung und Beleidigung vorzugehen, nachdem der schwerere Vorwurf der häuslichen Gewalt bereits abgewiesen wurde.