Athen – Der Winter 2025-2026 geht als einer der extremsten in die meteorologische Geschichte der griechischen Hauptstadt ein. Wie das Nationale Observatorium Athen (EAA) offiziell bestätigt, verzeichnete die Metropole den zweitwärmsten und zugleich drittnassesten Winter seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Daten belegen eine signifikante Abweichung von den klimatischen Normalwerten der vergangenen Jahrzehnte.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Durchschnittstemperatur lag im Winter 2025-2026 bei 12,63 Grad Celsius.
- Die Gesamtniederschlagsmenge summierte sich auf extreme 336,8 Millimeter.
- Es handelt sich um den zweitwärmsten Winter in Athen seit dem Jahr 1890.
- Lediglich in den Jahren 2012-2013 und 2002-2003 regnete es noch mehr.
- Die Daten basieren auf Messungen der historischen Station auf dem Nymphenhügel.
Historischer Vergleich der Temperatur- und Regentrends
Die detaillierten Aufzeichnungen stammen von der historischen Klimastation auf dem Nymphenhügel im Stadtteil Thiseio, die seit dem Jahr 1890 ununterbrochen Daten sammelt. Die durchschnittliche Temperatur lag in den vergangenen Monaten bei 12,63 Grad Celsius. Dieser Wert übertrifft den klimatischen Durchschnitt der Referenzperiode von 1991 bis 2020 um erhebliche 2,34 Grad Celsius. Die Lage bleibt klimatisch angespannt. Auch die durchschnittlichen Höchst- und Tiefsttemperaturen spiegeln diese drastische Abweichung wider und erreichten 16,4 Grad Celsius beziehungsweise 10,0 Grad Celsius.
In der mehr als 130-jährigen Messgeschichte der Stadt ordnet sich der aktuelle Winter somit als der zweitwärmste überhaupt ein. Den absoluten Spitzenplatz belegt weiterhin der Winter der Saison 2023-2024, der eine Durchschnittstemperatur von exakt 13 Grad Celsius aufwies. Neben der ungewöhnlichen Wärme war die Jahreszeit von extremen Regenmengen geprägt. Die Messstationen erfassten eine Gesamtniederschlagsmenge von 336,8 Millimetern. Das ist beinahe das Doppelte des üblichen klimatischen Wertes für diese Region.
Damit reiht sich die Periode als der drittnasseste Winter in die meteorologischen Annalen ein. Übertroffen wird dieser immense Wert lediglich von den Rekordwintern 2012-2013 mit 400 Millimetern sowie 2002-2003 mit 386 Millimetern Niederschlag. Die regelmäßige Wartung der sensiblen Instrumente sowie die strenge Qualitätssicherung der erhobenen Wetterdaten obliegt dem Institut für Umweltforschung und nachhaltige Entwicklung (IEPVA), wobei die wissenschaftliche Leitung primär bei Dr. Dimitra Founda liegt.
Europäische Unterstützung für das griechische Klimanetzwerk
Die systematische Auswertung dieser komplexen Klimadaten erfolgt im Rahmen des neu etablierten Netzwerks ClimateHub. Diese Forschungsplattform fungiert als erste nationale Initiative, welche die hochmodernen und präzisen Dienste des Copernicus Climate Change Service (C3S) direkt in Griechenland implementiert. Ziel dieses weitreichenden Zusammenschlusses ist die Entwicklung und Anwendung intelligenter Klimadienste, die eine fundamentale und datenbasierte Basis für die zukünftige nationale Umwelt- und Stadtplanung bilden sollen.
Die Koordination des gesamten ClimateHub-Projekts wird von der spezialisierten Forschungsgruppe NOA-ReACT des Observatoriums geleitet. Maßgebliche strukturelle und finanzielle Unterstützung erhält das ambitionierte Vorhaben durch das offizielle nationale Kooperationsprogramm der europäischen Copernicus-Klimaüberwachung. Diese Zusammenarbeit gewährleistet, dass die städtischen Klimaextreme in Athen auch künftig nach höchsten europäischen wissenschaftlichen Standards erfasst und analysiert werden.