Europäische Union – Im Jahr 2023 verstarben in der Europäischen Union rund eine Million Menschen unter 75 Jahren an Krankheiten, die durch frühzeitige medizinische Interventionen oder präventive Maßnahmen vermeidbar gewesen wären. Neue Daten der europäischen Statistikbehörde (Eurostat) belegen, dass die Prävention und Behandlung innerhalb der Mitgliedsstaaten erhebliche qualitative und strukturelle Unterschiede aufweisen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Rund 1 Million vermeidbare Todesfälle wurden in der EU im Jahr 2023 registriert.
- Griechenland verzeichnet jährlich etwa 22.000 dieser Fälle.
- Ischämische Herzkrankheiten und Lungenkrebs bilden die häufigsten Ursachen.
- Zypern weist die geringste vermeidbare Sterblichkeitsrate in der Union auf.
Ursachen und europaweite Verteilung der Sterblichkeit
Von den erfassten Todesfällen ordneten die europäischen Statistiker exakt 376.434 Fälle den sogenannten behandelbaren Ursachen zu. Diese umfassen medizinische Indikationen, die durch eine qualitativ hochwertige und zeitgerechte Gesundheitsversorgung hätten abgewendet werden können. Parallel dazu registrierte die Behörde 655.321 Todesfälle, die auf präventive Ursachen zurückzuführen sind und durch wirksame Maßnahmen der öffentlichen Gesundheit verhinderbar gewesen wären.
Die europaweite standardisierte Sterblichkeitsrate für sämtliche vermeidbaren Ursachen lag bei 237,7 Todesfällen pro 100.000 Einwohner. Dabei entfielen 86,8 auf behandelbare und 150,9 auf präventive Faktoren. Als häufigste behandelbare Ursache identifizierten die Experten die ischämische Herzkrankheit mit 72.845 registrierten Fällen. Im Bereich der Prävention dominierte Lungenkrebs mit 135.584 Todesfällen. Die ischämische Herzkrankheit wird methodisch in beiden Kategorien erfasst, weshalb sich die Gesamtzahl von 145.689 auf beide Bereiche verteilt. Weitere signifikante Ursachen umfassen Darmkrebs (56.993), Brustkrebs bei Frauen (39.989) sowie alkoholbedingte Störungen und Vergiftungen (50.593).
Die geografische Verteilung innerhalb Europas offenbart massive Diskrepanzen. Die höchsten Raten an vermeidbarer Sterblichkeit meldeten Lettland (498,5), Ungarn (472,7) und Rumänien (463,7). Im Gegensatz dazu verzeichneten Zypern (152,6), Luxemburg (157,6) und Italien (160,3) die niedrigsten Quoten. Diese Zahlen dokumentieren die anhaltenden strukturellen Unterschiede in der europäischen Gesundheitsversorgung.
Griechische Gesundheitsdaten im europäischen Kontext
Griechenland positioniert sich in dieser europäischen Auswertung im mittleren Bereich, bleibt jedoch hinter den leistungsstärkeren Gesundheitssystemen Süd- und Westeuropas zurück. Mit einer Rate von 221,07 vermeidbaren Todesfällen pro 100.000 Einwohner belegt das Land den 14. Platz unter den 27 Mitgliedsstaaten. Dieser Wert liegt knapp unter dem europäischen Durchschnitt.
Auf nationaler Ebene übersetzen sich diese Quoten in mehr als 22.000 Todesfälle pro Jahr, die durch verbesserte medizinische oder präventive Strategien beeinflussbar wären. Von dieser Gesamtzahl entfallen rund 13.700 Fälle auf präventive Ursachen. Weitere 8.400 Sterbefälle werden den behandelbaren Indikationen zugerechnet.
Ein wesentlicher Teil der vorzeitigen Sterblichkeit auf dem europäischen Kontinent bleibt somit vermeidbar. Die aktuellen Erhebungen verdeutlichen, dass die Stärkung der Prävention, der rechtzeitige Nachweis von Krankheiten und der Zugang zu adäquater Pflege weiterhin kritische Felder für die nationalen Gesundheitssysteme darstellen.