Griechenland – Während der ausgedehnten Feierlichkeiten zum orthodoxen Karneval, in Griechenland als Apokries bekannt, und dem anschließenden Feiertag des sogenannten Sauberen Montags (Kathara Deftera) hat die Griechische Polizei (ELAS) landesweit massive Verkehrskontrollen durchgeführt. Im Zeitraum vom 20. bis zum 23. Februar 2026 richteten die Verkehrsdienststellen im gesamten Land insgesamt 1.973 spezielle Kontrollpunkte ein. Ziel dieser groß angelegten Sicherheitskampagne war es, die sichere An- und Abreise der zahlreichen Ausflügler aus den urbanen Zentren zu gewährleisten und das Risiko schwerer Verkehrsunfälle an diesem stark frequentierten Wochenende zu minimieren. Das Feiertagswochenende markiert traditionell eine der verkehrsreichsten Phasen auf dem griechischen Straßennetz, da Tausende Familien die großen Städte verlassen, um die Festivitäten in den ländlichen Regionen zu begehen.
Um dieser massiven Reisewelle zu begegnen, kontrollierten die Einsatzkräfte landesweit insgesamt 73.632 Fahrzeuge aller Klassen. Die offizielle Bilanz der Behörden dokumentiert dabei 16.274 festgestellte und registrierte Verkehrsverstöße innerhalb von nur vier Tagen. Im Fokus der Beamten standen insbesondere jene gefährlichen und rücksichtslosen Verhaltensweisen, die statistisch als Hauptursachen für schwere oder tödliche Verkehrsunfälle gelten. Dazu zählten in erster Linie die strikte Ahndung von Geschwindigkeitsüberschreitungen, das Fahren unter Alkoholeinfluss, die illegale Nutzung von Mobiltelefonen am Steuer, das Überfahren roter Ampeln sowie das widerrechtliche Überholen und die unzulässige Nutzung des Standstreifens auf den Schnellstraßen.
Erschreckende Zahlen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen und Alkohol
Ein besonderes Augenmerk der Griechischen Polizei richtete sich auf die zwei primären Risikofaktoren im Straßenverkehr: überhöhte Geschwindigkeit und das Führen eines Fahrzeugs unter Alkoholeinfluss. Die offiziellen Auswertungen der vier Einsatztage zeigen, dass allein diese beiden Delikte zusammen 21,9 Prozent aller festgestellten Verstöße ausmachten. Konkret dokumentierten die Beamten landesweit 3.062 Fälle von extremen Geschwindigkeitsüberschreitungen. Zusätzlich wurden 502 Autofahrer registriert, die unter der nachweislichen Einwirkung von Alkohol am Steuer saßen. Diese spezifischen Zahlen verdeutlichen die anhaltende Problematik von hochriskantem Verhalten auf den Straßen während der Feiertage.
Fehlende Schutzausrüstung und mangelnde Fahrzeugsicherheit
Neben den direkten Unfallursachen deckten die Kontrollteams der Verkehrspolizei auch massive Defizite im Bereich der passiven Sicherheit und der allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen auf. Die Behörden verzeichneten hunderte Fälle, in denen die grundlegendsten gesetzlichen Schutzmaßnahmen schlichtweg ignoriert wurden. So dokumentierten die Beamten 498 Verstöße wegen nicht angelegter Sicherheitsgurte und 421 Fälle, bei denen Zweiradfahrer ohne den obligatorischen Schutzhelm unterwegs waren. Besorgniserregend ist auch die festgestellte Zahl der Fahrer ohne entsprechende Fahrberechtigung: 388 Personen wurden am Steuer angetroffen, obwohl sie nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis waren.
Ferner wiesen 309 überprüfte Fahrzeuge keine gültige technische Hauptuntersuchung der griechischen Prüfstelle (KTEO) auf. Bei 36 Autos mussten die Polizisten extrem abgefahrene Reifen bemängeln, was zum direkten Einschreiten führte, während in fünf Fällen vorgeschriebene Kindersitze komplett fehlten. Ergänzend zu diesen spezifisch aufgeschlüsselten Vergehen registrierten die Dienststellen weitere 10.474 sonstige verkehrsrechtliche Verfehlungen unterschiedlicher Schweregrade, die in die allgemeine polizeiliche Kriminalitätsstatistik dieses Wochenendes einflossen.
Gefährliche Fahrmanöver und Missachtung der Verkehrsregeln
Die Detailauswertung der Verkehrsdirektion offenbart zudem eine Vielzahl an gefährlichen und aggressiven Fahrmanövern, die das unmittelbare Unfallrisiko auf den Überlandstraßen und in den urbanen Gebieten signifikant erhöhen. Die direkte Missachtung der grundlegendsten Verkehrszeichen führte in 157 Fällen zur strafrechtlichen Ahndung, weil Autofahrer rote Ampeln überfuhren. Weitere 103 Fahrer fielen durch gefährliche und unvorschriftsmäßige Rangiermanöver im fließenden Verkehr auf, während 100 Fahrzeuge verbotenerweise auf der Gegenfahrbahn beziehungsweise als Falschfahrer unterwegs waren.
Auch die kognitive Ablenkung am Steuer bleibt ein massives, polizeilich verfolgtes Problem: 92 Fahrer wurden mit einem Mobiltelefon in der Hand erwischt. Zu den weiteren detailliert dokumentierten Regelverstößen zählten 63 illegale Überholvorgänge in unübersichtlichen Bereichen, 30 eklatante Missachtungen der Vorfahrt sowie 28 Fälle, in denen Autofahrer fälschlicherweise dauerhaft die linke Überholspur blockierten. Schließlich ahndeten die mobilen Einsatzkräfte sechs Personen, die unrechtmäßig den gesetzlich geschützten Notfall- und Standstreifen (LEA) befuhren.