Chania – Der amerikanische Flugzeugträger USS Gerald R. Ford wird am 18. März im Rahmen der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten erneut in der Souda-Bucht auf Kreta erwartet. Die Ankunft des Kriegsschiffes hat umgehend lokale Organisationen auf den Plan gerufen, die für Freitag, den 20. März 2026, eine zentrale Protestkundgebung im Stadtzentrum angekündigt haben.
Das Schiff trifft zu einem Zeitpunkt ein, an dem die kriegerischen Auseinandersetzungen unter Beteiligung der USA und des Iran im Nahen Osten andauern. Das Friedenskomitee von Chania sowie der Verband der Privatangestellten organisieren die Demonstration, die um 19:00 Uhr auf dem Platz der städtischen Markthalle (Agora) beginnen wird, um gegen die militärische Nutzung der Insel zu protestieren.
Strategische Zwischenstation im Schatten des Nahostkonflikts
Der neuerliche Hafenbesuch des Flugzeugträgers auf der griechischen Insel dient laut lokalen Berichten primär der Versorgung und dem Auftanken. Das Schiff befinde sich demnach auf einer Zwischenstation während laufender militärischer Operationen im Nahen Osten. Die Bucht von Souda stellt seit Jahrzehnten einen zentralen logistischen Knotenpunkt für die US-Marine und die nordatlantische Allianz im östlichen Mittelmeerraum dar. Die verstärkte militärische Präsenz in der Region korreliert direkt mit den eskalierenden Auseinandersetzungen in der weiteren Nachbarschaft.
Diese geopolitische Dynamik hat bei lokalen Akteuren tiefe Besorgnis ausgelöst. Ein Bündnis aus verschiedenen zivilgesellschaftlichen Kollektiven, Arbeitergewerkschaften, landwirtschaftlichen Vereinen und Studenten mobilisiert daher die Bevölkerung. Die Organisatoren betrachten die Hafenstadt und die umliegende Region durch die dauerhafte militärische Nutzung als potenziellen Anziehungspunkt für geopolitische Konflikte und warnen vor den Risiken für die lokale Zivilbevölkerung.
Sorge vor Vergeltung und wirtschaftlichen Folgen
Die Argumentation der Protestierenden stützt sich auf die Furcht vor direkten Konsequenzen für die Insel. Vertreter der Organisationen ließen verlauten, dass die Basis in Souda in Anbetracht der iranischen Warnungen bezüglich amerikanischer Einrichtungen in der Region ein potenzielles Ziel für militärische Vergeltungsschläge darstelle. Kreta befinde sich demnach in der Reichweite iranischer Waffensysteme, was die Risiken für das Leben auf der Insel drastisch erhöhe.
Zusätzlich zur sicherheitspolitischen Bedrohung thematisieren die Gewerkschaften die wirtschaftlichen Auswirkungen der internationalen Konflikte. Sie äußerten die Sorge, dass die militärischen Auseinandersetzungen zu einer weiteren Verschärfung der Inflation führen würden. Speziell im Bereich der Kraftstoffpreise und der Güter des täglichen Bedarfs im Einzelhandel würden bereits Vorbereitungen für Preiserhöhungen durch Handelskonzerne beobachtet. Die Lasten dieser wirtschaftlichen Verwerfungen dürften keinesfalls von der arbeitenden Bevölkerung getragen werden.
Forderungen nach Abzug und weitere Mobilisierung
Aus diesen Analysen leiten die Organisationen konkrete Forderungen an die Regierung in Athen ab. Sie verlangen die sofortige Beendigung jeglicher nationalen Beteiligung an den militärischen Auseinandersetzungen. Dies umfasse die Schließung der ausländischen Stützpunkte im Land, beginnend bei der Souda-Bucht über Larissa bis hin nach Alexandroupoli. Darüber hinaus fordern sie den Rückruf aller im Ausland stationierten griechischen Militäreinheiten, einschließlich der Patriot-Raketenbatterie in Saudi-Arabien sowie der Fregatten und Kampfflugzeuge.
Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen und das weitere Vorgehen zu koordinieren, ist über den Protestmarsch am Freitag hinaus eine erweiterte Zusammenkunft geplant. Am Sonntag, den 22. März, wird um 12:00 Uhr in den Räumlichkeiten der Technischen Kammer Griechenlands (TEE) eine pankretische Konferenz der Massenorganisationen stattfinden. Dieses Treffen wird von der pankretischen Kommission gegen die Stützpunkte initiiert und dient der strategischen Planung zukünftiger Aktionen in der Region.