Griechenland – EILMELDUNG: Ein schweres Unwettersystem namens Erminio trifft am Mittwoch, den 1. April 2026, und am Donnerstag, den 2. April 2026, weite Teile des Landes mit massiven Regenfällen, Gewittern und Orkanböen. Der Nationale Meteorologische Dienst (EMY) hat eine rote Warnstufe für elf Regionen, darunter Attika, herausgegeben, während der Zivilschutz umfassende Sicherheitsmaßnahmen für die Bevölkerung anordnet.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Rote Warnstufe für 11 Regionen, einschließlich Attika, Peloponnes und Dodekanes.
- Windgeschwindigkeiten von bis zu 10 Beaufort in der östlichen Ägäis erwartet.
- Dichte Schneefälle in den Bergregionen von Epirus und Makedonien.
- Behörden warnen eindringlich vor Sturzfluten, Erdrutschen und Blitzeinschlägen.
Rote Warnstufe und zeitlicher Ablauf der Wetterfront
Die Unwetterfront Erminio, benannt durch den italienischen Wetterdienst, bewegt sich laut dem Nationalen Meteorologischen Dienst (EMY) aus dem westlichen Mittelmeerraum in Richtung Südosten. Für Mittwoch, den 1. April 2026, prognostizieren die staatlichen Experten ein schnelles Vorrücken eines Oberflächenflachtiefs aus Libyen. Ab den frühen Morgenstunden gilt für die Ionischen Inseln eine orangefarbene Warnung. Von den Vormittagsstunden bis spät in die Nacht gilt die höchste Alarmstufe Rot für die östliche Peloponnes, das östliche Festland, Euböa, Thessalien, die Sporaden sowie für die Hauptstadtregion Attika. Ab dem späten Nachmittag sind auch die nördlichen Kykladen, die Inseln der östlichen Ägäis und der Dodekanes betroffen, wobei für letzteren ebenfalls die rote Warnstufe gilt.
Am Donnerstag, den 2. April 2026, verlagert sich der Schwerpunkt der roten Warnungen auf die westliche und südliche Peloponnes sowie auf Kreta. Für die ostthessalischen Gebiete wie Larisa und Magnisia sowie Teile von Zentralmakedonien wie Pieria, Imathia, Chalkidiki und Serres gilt bis zum Nachmittag eine orangefarbene Warnstufe. Das System wird sich voraussichtlich erst ab den späten Nachmittagsstunden des Donnerstags allmählich abschwächen.
Meteorologische Analyse und extreme Niederschlagsmengen
Griechischen Medienberichten zufolge warnen Meteorologen vor einer äußerst gefährlichen Wetterlage, die besondere Vorsicht erfordert. Die Regenfälle werden als langanhaltend und intensiv beschrieben, örtlich begleitet von schweren Hagelschauern. In den Bergregionen von Epirus und Makedonien werden am Mittwoch dichte Schneefälle erwartet. Gleichzeitig verstärken sich die Winde in den östlichen Landesteilen erheblich. Es werden südöstliche Winde mit einer Stärke von 8 bis 9 Beaufort erwartet, die in der Region des Dodekanes lokal sogar den extremen Wert von 10 Beaufort erreichen können.
Die aktuellen Vorhersagemodelle deuten darauf hin, dass die Niederschlagsmengen in einigen zentralen und nördlichen Teilen des Landes innerhalb von 24 Stunden die Marke von 100 Millimetern überschreiten könnten. Diese massiven Wassermassen bergen ein immenses Schadenspotenzial für die städtische und ländliche Infrastruktur.
Gefahrenpotenzial durch zwei aufeinandertreffende Tiefdruckgebiete
Die besondere Komplexität dieses Wetterereignisses resultiert aus der Wechselwirkung zweier barometrischer Tiefdruckgebiete im zentralen Mittelmeerraum. Ein System bewegt sich von Süditalien nach Osten in Richtung des Ionischen Meeres, während das zweite System von Nordlibyen in Richtung der Ägäis zieht. Diese Konstellation erschwert die genaue Vorhersage lokaler Phänomene und schafft Zonen verstärkter Konvergenz. Laut Berichten aus der griechischen Presse erhöht diese Dynamik das Risiko für extreme lokale Wetterereignisse erheblich.
Es wird vor Windgeschwindigkeiten von über 100 Kilometern pro Stunde, starken lokalen Hagelschauern und der möglichen Bildung von Wirbelstürmen gewarnt. Für den Zeitraum von Mittwochnachmittag bis in die frühen Morgenstunden des Donnerstags warnen die zuständigen Behörden ausdrücklich vor flächendeckenden Überschwemmungen, lokalen Überflutungen von Wasserläufen und Erdrutschen in bereits gefährdeten Gebieten.
Anweisungen des Zivilschutzes für die Bevölkerung
Angesichts der drohenden Gefahr hat das Ministerium für Klimakrise und Zivilschutz das gesamte staatliche und kommunale Einsatznetzwerk in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Das Generalsekretariat für Zivilschutz ruft die Bevölkerung auf, dringend umfassende Maßnahmen zum Selbstschutz zu ergreifen. Bürger müssen umgehend lose Gegenstände sichern, die durch die starken Winde weggeweht werden und schwere Schäden oder Verletzungen verursachen könnten. Es wird dringend empfohlen, Abflussrohre und Dachrinnen an Wohngebäuden auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen.
Das Überqueren von Bächen und Flüssen, sei es zu Fuß oder mit dem Fahrzeug, ist während der Unwetter und für mehrere Stunden nach deren Ende strengstens untersagt. Besondere Vorsicht ist an Kreuzungen des Straßennetzes mit Wasserläufen geboten, an denen keine Brücken existieren. Auch Arbeiten im Freien sowie sämtliche Aktivitäten in Küsten- und Meeresgebieten sollen aufgrund der hohen Gefahr durch Blitzeinschläge sofort eingestellt werden.
Bei starker Blitzaktivität rät der Zivilschutz Personen, die sich im Haus aufhalten, alle elektrischen Geräte vom Netz zu trennen und den Kontakt mit Wasserleitungen im Badezimmer oder in der Küche zu vermeiden, da diese Strom leiten können. Wer sich im Fahrzeug befindet, soll am Straßenrand fernab von großen Bäumen anhalten, die Warnblinkanlage einschalten und die Fenster geschlossen halten. Im Freien wird dringend empfohlen, bei drohendem Blitzschlag sofort eine tiefe Hocke einzunehmen und alle metallischen Gegenstände abzulegen. Es ist lebensgefährlich, unter isolierten Bäumen Schutz zu suchen.
Für Gebiete mit vorhergesagtem Schneefall und Frost, insbesondere in den nördlichen Landesteilen, gelten spezielle Vorgaben für Autofahrer. Fahrzeuge müssen zwingend mit Schneeketten ausgestattet sein und über einen vollen Kraftstofftank verfügen. Fahrten sollen nur durchgeführt werden, wenn sie absolut notwendig sind, vorzugsweise bei Tageslicht und ausschließlich auf Hauptverkehrsstraßen. Die zuständigen Stellen betonen abschließend, dass den Anweisungen der Verkehrspolizei und der lokalen Behörden unter allen Umständen Folge zu leisten ist.