Griechenland – Das schwere Sturmtief “Erminio” zieht weiterhin über das Land und bringt anhaltende Regenfälle, Gewitter sowie Orkanböen mit sich. In den vergangenen Stunden konzentrierten sich die extremen Wetterphänomene auf die Hauptstadtregion Attika, wo die Wassermassen in den frühen Morgenstunden in der Küstengemeinde Nea Makri ein Todesopfer forderten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein 50-jähriger Mann polnischer Herkunft ertrank in Nea Makri in den Fluten.
- Die griechische Feuerwehr verzeichnete landesweit bislang 674 wetterbedingte Einsätze.
- Wegen Überflutungen hat die Verkehrspolizei in Ostattika mehrere Straßen vollständig gesperrt.
- Der nationale Wetterdienst (EMY) warnt vor weiteren schweren Gewittern und Hagelschlag bis in die Nacht.
- Für die südlichen Landesteile wird zudem eine hohe Konzentration von afrikanischem Wüstenstaub prognostiziert.
Tödlicher Zwischenfall in der Gemeinde Nea Makri
Nach offiziellen Angaben der griechischen Polizei (ELAS) handelt es sich bei dem Opfer um einen etwa 50 Jahre alten Mann polnischer Abstammung. Der Mann bewohnte eine Souterrainwohnung in der Region Nea Makri, die im Zuge der starken Niederschläge vollständig überflutet wurde. Den polizeilichen Erkenntnissen zufolge versuchte der Bewohner, sein Zuhause zu verlassen. Dabei wurde er von den reißenden Wassermassen erfasst, die sich aufgrund der extremen Wetterbedingungen auf den Straßen gebildet hatten.
Einsatzkräfte der griechischen Feuerwehr fanden den Mann wenig später im Rahmen einer Suchaktion. Er lag leblos unter einem geparkten Fahrzeug und wurde ohne Bewusstsein geborgen. Im Anschluss übernahm ein Rettungswagen des nationalen Rettungsdienstes (EKAB) den Patienten und transportierte ihn in ein nahegelegenes Krankenhaus, wo jedoch nur noch sein Tod festgestellt werden konnte. Die heftigen Niederschläge, die sich im Großraum Attika ab dem gestrigen späten Abend nach 23:00 Uhr intensivierten, führten insbesondere in Ostattika zu massiven Problemen. Schwerpunkte der Überschwemmungen waren neben Nea Makri auch die Ortschaften Stamata, Dionysos, Rafina und Pikermi. Ebenso meldeten die Inseln Poros und Rhodos starke Beeinträchtigungen durch die Wassermassen.
Hunderte Notrufe bei der griechischen Feuerwehr
Die nationale Einsatzzentrale der Feuerwehr operiert seit dem Ausbruch der Unwetterfront an der Belastungsgrenze. Wie die Behörde offiziell mitteilte, gingen seit gestern bis zum heutigen Morgen insgesamt 674 Notrufe in den Regionen Attika, Peloponnes, Nordägäis, Südägäis und Kreta ein. Die Einsatzkräfte mussten primär zur Wasserrettung, zum Abpumpen von Kellern und zur Beseitigung von Sturmschäden ausrücken.
Die regionale Verteilung der Einsätze stellt sich gemäß den Daten der Feuerwehr wie folgt dar:
- Region Attika: 483 Notrufe. Diese umfassten 191 Baumfällungen, 168 Wasserpumpeneinsätze, 91 Objektbeseitigungen und 33 Personenbefreiungen.
- Region Peloponnes: 27 Notrufe (5 Baumfällungen, 1 Objektbeseitigung, 21 Pumpeneinsätze).
- Region Nordägäis: 14 Notrufe (8 Baumfällungen, 6 Pumpeneinsätze).
- Region Südägäis: 60 Notrufe (28 Baumfällungen, 4 Objektbeseitigungen).
- Region Kreta: 90 Notrufe (23 Baumfällungen, 6 Objektbeseitigungen).
Straßensperrungen und Verkehrschaos in der Hauptstadtregion
Aufgrund der anhaltenden Überflutungen hat die Polizei weitreichende Verkehrsmaßnahmen in der Region Attika angeordnet. Zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit wurden mehrere Durchgangsstraßen gesperrt und der Verkehr umgeleitet. Verkehrsteilnehmer werden dringend gebeten, die betroffenen Gebiete großräumig zu umfahren.
Die Verkehrspolizei hat folgende Straßensperrungen offiziell bestätigt:
- In der Gemeinde Spata auf der Imero-Pefko-Straße, im Bereich Vardas, vom Abschnitt der Filias-Straße bis zur Marathonos-Avenue.
- Auf der Arionos-Straße ab der Marathonos-Avenue in Fahrtrichtung Rafina.
- In der Region Markopoulo an der Küstenstraße von Agioi Apostoloi, auf Höhe des Koutrouvala-Baches (beide Fahrtrichtungen).
- In der Region Rafina auf der Daou-Pentelis-Straße im Bereich zwischen den Straßen G. Kessazoglou und Xiromerou (beide Fahrtrichtungen).
Prognose des Wetterdienstes für die betroffenen Regionen
Der nationale Wetterdienst (EMY) warnt auch für den heutigen Tag vor extremen Wetterlagen. Es werden landesweit starke Regenfälle und Gewitter erwartet, die örtlich von Hagel begleitet sein können. In den Festlandgebirgen rechnet die Behörde zudem mit Schneefällen. Bis zum Nachmittag konzentrieren sich die stärksten Phänomene auf Ostmakedonien, Thrakien sowie die Regionalschaften Chalkidiki und Serres in Zentralmakedonien. Auf der Insel Limnos, den Sporaden, in Magnesia und auf Nordeuböa halten die schweren Unwetter bis zum späten Vormittag an.
Im westlichen und südlichen Peloponnes verschlechtert sich die Lage ab der Mittagszeit und bleibt bis tief in die Nacht kritisch. Auf der Insel Kreta, hier insbesondere in den westlichen und südlichen Bezirken, werden ab dem frühen Nachmittag bis in die Nacht hinein schwere Niederschläge prognostiziert. Die Winde wehen aus südlichen und südwestlichen Richtungen mit Stärken von 4 bis 6 Beaufort, auf offener See erreichen sie 7 bis 8 Beaufort. Im Nordosten des Landes (Chalkidiki, Ostmakedonien, Thrakien, Limnos) werden bis zum Mittag Sturmböen der Stärke 8 bis 9 Beaufort aus östlichen Richtungen erwartet. Parallel dazu steigt in den südlichen Landesteilen, insbesondere auf Kreta, den Kykladen und dem Dodekanes, die Konzentration von afrikanischem Wüstenstaub in der Atmosphäre. Die Temperaturen bleiben weitgehend unverändert bei 15 bis 17 Grad Celsius, auf den östlichen Inseln werden 18 bis 19 Grad Celsius erreicht.
Die Wetteraussichten bis zum Beginn der Karwoche
Für den morgigen Freitag rechnet der Wetterdienst EMY im westlichen und südlichen Peloponnes, auf den östlichen Ägäisinseln, den Dodekanes, den Kykladen und Kreta weiterhin mit bewölktem Himmel, Regen und vereinzelten Gewittern. Diese können am späten Nachmittag im Westen nochmals kräftig ausfallen, bevor sie sich schrittweise abschwächen. Im übrigen Land kommt es ab den Mittags- und Nachmittagsstunden zu lokalen Schauern. Die Winde wehen aus westlichen Richtungen mit 4 bis 6 Beaufort, in den südlichen Meeresgebieten temporär bis zu 7 Beaufort. Am Samstag verlagert sich das Regengebiet auf die östliche Ägäis, den Dodekanes und Kreta, wo die Phänomene ab dem Nachmittag nachlassen.
Am bevorstehenden Palmsonntag, dem 05. April 2026, bleibt das Wetter unbeständig. In Thessalien, auf den Sporaden, auf Euböa, in Oststerea sowie auf dem südlichen Peloponnes und den Inseln kommt es zu Regenfällen, die sich ab dem Nachmittag von Norden her bessern. In den restlichen Regionen nehmen die Wolken gegen Mittag zu. Die Temperaturen verzeichnen einen leichten Anstieg. Am darauffolgenden Karmontag klingen die Regenfälle auf den Kykladen, Kreta und dem Dodekanes bis zum Mittag ab. Die Nordwinde erreichen in der Ägäis Stärken von bis zu 6 Beaufort, während die Temperaturen landesweit weiter ansteigen werden.