Griechenland – Am Samstag, den 28. Februar 2026, kommt das öffentliche Leben in weiten Teilen Griechenlands nahezu zum Erliegen, da Gewerkschaften und Verkehrsdienstleister anlässlich des dritten Jahrestages des verheerenden Zugunglücks von Tempi zu massiven Arbeitsniederlegungen aufgerufen haben. Ein landesweiter 24-Stunden-Streik wird sowohl den gesamten Schienenverkehr als auch die Fährverbindungen auf dem Mittelmeer vollständig blockieren. Parallel dazu formiert sich im Großraum Athen eine breite Protestbewegung, die von den regionalen Gewerkschaftsverbänden organisiert wird.
Kern der groß angelegten Mobilisierung ist das Gedenken an die Opfer der schwersten Eisenbahnkatastrophe in der griechischen Geschichte, die sich vor genau drei Jahren ereignete. Gleichzeitig fordern die Arbeitnehmervertretungen und Bürgerbündnisse eine lückenlose Aufklärung der damaligen Geschehnisse sowie eine drastische Verschärfung der allgemeinen Sicherheitsstandards im Transportsektor. Die landesweiten Aktionen betreffen nicht nur Pendler und Reisende, sondern auch die kritische Infrastruktur des Landes, da die wichtigen Versorgungsrouten zu den Ägäischen und Ionischen Inseln für einen ganzen Tag unterbrochen sein werden.
Haupttreffpunkt der Demonstrationen wird der Syntagma-Platz vor dem griechischen Parlament im Zentrum der Hauptstadt sein, wo Tausende Teilnehmer erwartet werden. Auch in allen anderen größeren Städten des Landes sind zeitgleich weitreichende Kundgebungen geplant. Die Behörden stellen sich auf erhebliche Einschränkungen im städtischen und überregionalen Verkehr ein. Für die Bevölkerung und internationale Besucher bedeutet dieser Tag erhebliche logistische Herausforderungen, da wesentliche Verkehrsadern und Transportmittel für volle vierundzwanzig Stunden nicht zur Verfügung stehen.
Vollständiger Stillstand im nationalen Schienennetz und Fährverkehr
Die griechische Eisenbahngesellschaft (Hellenic Train) hat offiziell bestätigt, dass der Zugverkehr am gesamten Samstag ruhen wird. Im Rahmen des angekündigten 24-Stunden-Streiks der Eisenbahner werden landesweit sämtliche Verbindungen gestrichen. Dies betrifft sowohl die Hauptverkehrsachsen zwischen den großen Metropolen als auch den regionalen Schienenverkehr. Die Maßnahme ist eine direkte Reaktion der Belegschaft auf die ungelösten Sicherheitsfragen, die seit dem Unfall im Tempi-Tal immer wieder im Zentrum der öffentlichen Debatte stehen.
Zusätzlich zum Schienenverkehr wird auch die maritime Infrastruktur Griechenlands massiv beeinträchtigt sein. Die Panhellenische Seemanns-Föderation (PNO) hat nach einer Sitzung ihres Exekutivausschusses beschlossen, dass am 28. Februar alle Schiffskategorien in den Häfen verbleiben. Der Ausstand der Seeleute beginnt um 00:01 Uhr und endet um Mitternacht desselben Tages.
In einer offiziellen Stellungnahme des Verbandes wird betont, dass diese Arbeitsniederlegung als Respektsbekundung für die Verstorbenen zu verstehen sei. Darüber hinaus sende die maritime Gemeinschaft eine unmissverständliche Botschaft an die Verantwortlichen, dass die strikte Einhaltung von Sicherheitsvorschriften zwingend erforderlich sei und der Schutz des menschlichen Lebens absolute Priorität habe. Vertreter der Seefahrerorganisation machten deutlich, dass aus den vergangenen Tragödien im Transportwesen die notwendigen Konsequenzen gezogen werden müssten, da die Missachtung von Regeln zu Wasser, zu Lande oder in der Luft immer wieder fatale Folgen nach sich ziehe.
Großkundgebungen und Forderungen der Arbeitnehmerverbände in Attika
Im Großraum der griechischen Hauptstadt hat das Arbeitszentrum Athen (EKA) zu einem pan-attischen Streik aufgerufen. Der zentrale Protestzug ist für die Mittagsstunden um 12:00 Uhr am Syntagma-Platz angesetzt. In einer entsprechenden Resolution des Gewerkschaftsbundes wird hervorgehoben, dass die Gesellschaft das Geschehene auch drei Jahre nach der Katastrophe nicht als Normalität akzeptieren dürfe. Die Verantwortlichen des EKA riefen sämtliche Branchenverbände, Gewerkschaften und Arbeitnehmer der Region Attika dazu auf, sich der Kundgebung anzuschließen und ein starkes Zeichen der Solidarität zu setzen.
Die primären Forderungen der Organisatoren konzentrieren sich auf den Bereich der Justiz und die politische Verantwortlichkeit. Gefordert wird ein sofortiges Ende jeglicher Bemühungen, die Hintergründe des Unglücks zu verschleiern, sowie die konsequente Bestrafung der Schuldigen. In der Erklärung des Verbandes heißt es sinngemäß, dass eine tatsächliche Gerechtigkeit für die Opfer und die Sicherstellung sicherer Arbeitsplätze nur durch kontinuierliches Engagement und die Abkehr von fehlerhaften politischen Strategien erreicht werden könne. Die zuständigen Sicherheitsbehörden bereiten sich auf den Großeinsatz vor, um einen geordneten Ablauf der Versammlungen im Zentrum von Athen zu gewährleisten.