Peloponnes – Auf dem neu freigegebenen Autobahnabschnitt zwischen den Städten Patras und Pyrgos im Westen der griechischen Halbinsel Peloponnes tritt am Freitag, den 13. März 2026, ein neues Abrechnungsverfahren für die Straßenmaut in Kraft. An der Anschlussstelle Kato Achaia, die in der Region auch als Knotenpunkt Gomosto bekannt ist, aktivieren die Betreiber spezielle Tore für eine kilometergenaue Erfassung der Fahrzeuge. Dieses System ermöglicht es, dass Autofahrer und professionelle Transportunternehmen ausschließlich für die exakt zurückgelegte Streckendistanz zur Kasse gebeten werden. Die Implementierung dieser Erfassungstechnologie markiert die Phase der finalen Optimierung der Infrastruktur nach der offiziellen Übergabe der Verkehrsachse an die Öffentlichkeit.
Technologische Umsetzung und digitale Erfassung
Die Betreibergesellschaft Olympia Odos, die dieses entfernungsabhängige Mautsystem auf anderen Streckenabschnitten des griechischen Netzwerkes bereits seit dem Jahr 2021 anwendet, nutzt für die technische Umsetzung einen spezifischen Transponder. Dieses als Olympia Pass bezeichnete Gerät registriert vollautomatisch die genaue Einfahrt sowie die Ausfahrt des jeweiligen Fahrzeugs auf der Autobahn. Die sich daraus ergebende finanzielle Differenz zum regulären Pauschalbetrag wird anschließend ohne weiteres Zutun direkt auf das Kundenkonto des Nutzers zurückerstattet.
Die Anschaffung des Erfassungsgerätes ist für die Verkehrsteilnehmer kostenfrei und kann sowohl über die offizielle Internetpräsenz der Betreibergesellschaft als auch physisch an den ausgewiesenen Kundendienststellen entlang der Strecke beantragt werden. Zur digitalen Verwaltung der Fahrten, zur Aufladung des Guthabens sowie zur Überwachung der Transaktionen in Echtzeit steht den Autofahrern zudem eine dedizierte mobile Applikation für Smartphones zur Verfügung.
Stufenweiser Ausbau und Verkehrsentlastung
Die Inbetriebnahme des kilometerbasierten Systems an der Anschlussstelle Kato Achaia stellt den Auftakt einer umfassenden und schrittweisen Erweiterung auf der neuen Autobahnstrecke dar. Nach dem Start in Gomosto verlagert sich der technische Fokus auf den Verkehrsknotenpunkt bei der Stadt Amaliada, wo die entsprechenden Testläufe der Systeme bereits anlaufen. Die vollständige Aktivierung weiterer Erfassungstore an den Anschlussstellen Varda und Gastouni, die sich gegenwärtig noch in der baulichen Fertigstellungsphase befinden, ist für den Zeitraum unmittelbar nach den orthodoxen Osterfeiertagen terminiert.
Diese strategische Preisgestaltung zielt darauf ab, das regionale und stark beanspruchte Landstraßennetz signifikant zu entlasten. Durch die fairere Kostenstruktur soll die moderne Autobahn für Transitreisende und lokale Pendler deutlich attraktiver werden. Die Gesellschaft verspricht sich davon eine Verlagerung des Verkehrs auf die Hauptachse, da diese eine weitaus höhere Reisegeschwindigkeit und ein gesteigertes Sicherheitsniveau bei gleichzeitig optimierten Fahrtkosten bietet.
Rabattstrukturen und finanzielle Vorteile
Das System der kilometergenauen Abrechnung wird für Personenkraftwagen obligatorisch mit dem bestehenden Rabattprogramm Value der Betreibergesellschaft kombiniert. Diese tarifliche Struktur bietet gestaffelte Preisnachlässe, die sich je nach Fahrzeugklasse zwischen 15 und 60 Prozent für reguläre Pkw sowie für leichte Nutzfahrzeuge bewegen. Der exakte Prozentsatz der gewährten Vergünstigung richtet sich dabei strikt nach der monatlichen Durchfahrtsfrequenz des jeweiligen Nutzers an den festgelegten Mautstationen.
In der kumulierten Gesamtbetrachtung kann der finanzielle Vorteil für den Endverbraucher, abhängig von seinem individuellen Nutzungsprofil und der zurückgelegten Distanz, bei über 77 Prozent liegen. Diese Tarifpolitik zielt darauf ab, insbesondere die regionale Bevölkerung finanziell zu entlasten und gleichzeitig die Nutzung der sicheren Autobahnhauptschlagader zu fördern, anstatt den Verkehr über kleinere, ungesicherte Landstraßen fließen zu lassen.
Konkrete Rechenbeispiele für den Alltag
Die Betreibergesellschaft belegt die monetären Auswirkungen des neuen Systems mit detaillierten Modellrechnungen für typische Pendlerrouten. Ein Arbeitnehmer, der die Teilstrecke zwischen Mintilogli und Kato Achaia monatlich exakt 40 Mal befährt, müsste nach dem klassischen, entfernungsunabhängigen Pauschaltarif regulär 144 Euro entrichten. Durch die Kombination aus kilometergenauer Erfassung via Transponder und dem integrierten Rabattprogramm sinkt die tatsächliche finanzielle Belastung für dieses spezifische Streckenprofil auf exakt 38,15 Euro ab. Dies entspricht rechnerisch Kosten von weniger als einem Euro pro Einzeldurchfahrt und dokumentiert eine Ersparnis von 74 Prozent, die mit steigender Fahrtenanzahl weiter anwächst.
Auch der gewerbliche Güterverkehr profitiert von dem Tarifmodell. Für ein Nutzfahrzeug der Kategorie 3, das durch zwei bis drei Achsen definiert ist, reduzieren sich die Kosten auf der Route vom Industriegebiet Vipe nach Kato Achaia von ursprünglich 9,00 Euro auf lediglich 3,50 Euro, was einer Ersparnis von 61 Prozent entspricht. Für schwere Lastkraftwagen der Kategorie 4 sinkt der zu zahlende Mautbetrag auf der identischen Strecke von 12,70 Euro auf 5,00 Euro. Interessenten können den Transponder online oder über die zentrale Servicerufnummer 22960-95555 anfordern.