Nordgriechenland – Ein deutliches Erdbeben der Stärke 4,9 auf der Richterskala hat am Mittwochabend die nordgriechische Halbinsel des Berges Athos erschüttert. Die seismische Erschütterung, die sich um 21:08 Uhr ereignete, war aufgrund ihrer Intensität bis in die Metropole Thessaloniki sowie auf den Inseln der Sporaden deutlich spürbar.
Das Ereignis löste in der Region Besorgnis aus, da die Fachbehörden mit einer derartigen tektonischen Entwicklung in diesem spezifischen geografischen Bereich nicht gerechnet hatten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Hauptbeben der Stärke 4,9 ereignete sich am Mittwoch um 21:08 Uhr.
- Epizentrum liegt elf Kilometer west-nordwestlich der Ortschaft Karyes.
- Drei weitere messbare Nachbeben folgten innerhalb von knapp 25 Minuten.
- Präsident der zuständigen Erdbebenbehörde bestätigt Aktivierung einer alten Verwerfung.
Seismologische Daten und geografisches Zentrum des Bebens
Nach den revidierten Daten des nationalen geodynamischen Instituts befand sich der genaue Ursprung der Haupterschütterung exakt elf Kilometer in west-nordwestlicher Richtung von der Verwaltungssiedlung Karyes entfernt. Die Experten ermittelten dabei eine relativ geringe Herdtiefe von 10,6 Kilometern.
Diese geringe Tiefe trug maßgeblich dazu bei, dass die Energiewellen rasch an die Oberfläche gelangten und in einem weiten Radius um das Epizentrum von den Bewohnern wahrgenommen wurden. Die Wucht des tektonischen Schlags wurde zudem von einer Sicherheitskamera an der klösterlichen Zelle des Heiligen Tryphon, die sich rund 400 Meter von dem besetzten Kloster Esphigmenou befindet, visuell dokumentiert.
Aufeinanderfolgende Nachbeben erschüttern die Region
Kurz nach der initialen Erschütterung verzeichneten die seismologischen Messstationen eine Serie von raschen Nachbeben, die exakt am selben geografischen Punkt auftraten. Bereits um 21:20 Uhr sowie um 21:21 Uhr folgten zwei weitere messbare Beben, die Werte von 3,0 und 3,4 auf der Richterskala erreichten.
Die kurzzeitige Abfolge verdeutlichte die anhaltende tektonische Unruhe im Untergrund der Halbinsel. Um 21:33 Uhr wurde schließlich ein viertes Beben mit einer Stärke von 3,2 registriert, was die Gesamtzahl der spürbaren Ereignisse innerhalb von knapp 25 Minuten auf vier erhöhte und die Behörden in Alarmbereitschaft versetzte.
Offizielle Einschätzung der Experten zum alten Verwerfungssystem
Die rasante geologische Entwicklung wurde umgehend von den zuständigen staatlichen Stellen analysiert. Der Präsident der Organisation für Erdbebenplanung und -schutz (OASP), Efthymis Lekkas, äußerte sich detailliert zu den zugrunde liegenden Ursachen. “Wir haben nicht erwartet, dass es in dieser bestimmten Region zu einem Erdbeben kommt”, erklärte der Experte der Behörde.
Laut seinen offiziellen Angaben deutet das aktuelle Datenmaterial darauf hin, dass eine ältere tektonische Verwerfung, die bereits vor 22 Monaten entstanden war, erneut aktiviert wurde. Die staatlichen Fachleute waren bis zu diesem Vorfall fest davon ausgegangen, dass der seismische Zyklus dieser spezifischen Bruchstelle bereits vollständig abgeschlossen sei. Trotz der Überraschung über das plötzliche Auftreten betonte die OASP, dass das laufende Phänomen intensiv überwacht werde und derzeit kein Grund zur übermäßigen Sorge für die Bevölkerung bestehe.