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Techniker bei der Verlegung von Glasfaserkabeln in einer griechischen Stadt
Aktuelles

Griechenland: Milliardeninvestitionen sichern den digitalen Ausbau für Verbraucher

Antonia Feldberg, Autorin bei GRland Deutschland
26.03.2026 12:23
Antonia Feldberg
GriechenlandBeruf & Investitionen
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Beispielbild (KI) | GRland
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Griechenland – Der griechische Telekommunikationsmarkt entwickelt sich zunehmend zu einem Wettbewerb zwischen zwei dominierenden Akteuren. Durch massive Investitionen in die Infrastruktur und gezielte strategische Neuausrichtungen festigen die Cosmote Telekom und die DEI ihre Führungspositionen. Diese Entwicklung vergrößert den Abstand zu den Mitbewerbern Vodafone und Nova erheblich, während sich die digitale Landschaft des Landes in einem rasanten Tempo wandelt. Aktuelle Marktbeobachtungen deuten darauf hin, dass die laufenden Umstrukturierungen das Potenzial haben, die Machtverhältnisse in der Branche langfristig neu zu definieren.

Gleichzeitig treiben die beiden Marktführer einen beispiellosen Investitionsmarathon voran. Milliardenbeträge fließen in den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen, um den wachsenden Datenbedarf von privaten Haushalten und Unternehmen zu decken. Während die Spitzenreiter ihre Marktanteile durch aggressive Ausbaupläne sichern, sehen sich die verbleibenden Telekommunikationsanbieter mit erheblichen strukturellen Herausforderungen konfrontiert. Marktgerüchte über mögliche Übernahmen und den Eintritt neuer Akteure sorgen zusätzlich für eine dynamische Branchenentwicklung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Cosmote Telekom plant Investitionen in Höhe von 3 Milliarden Euro für den Netzausbau bis 2030.
  • Der Energiekonzern DEI verzeichnet bereits 1 Million kommerziell verfügbare Glasfaserleitungen.
  • Nova reduziert das Ausbauziel auf 1 Million Anschlüsse bis Ende 2026.
  • Vodafone hält an einem Investitionsprogramm von 1 Milliarde Euro bis 2029 fest.

Die ehrgeizigen Netzausbaupläne der DEI

Im Rahmen einer aktuellen Konferenz mit Finanzanalysten gewährte der Vorstandsvorsitzende der DEI, Georgios Stassis, detaillierte Einblicke in die Fortschritte des Konzerns im Telekommunikationssektor. Der Energieversorger verfolgt das erklärte Ziel, die intern definierten Kundenzahlen bis Ende des Jahres 2028 oder Anfang 2029 zu erreichen. Bislang hat das Unternehmen rund 200 Millionen Euro in die Entwicklung des eigenen Glasfasernetzes investiert. Diese finanziellen Mittel ermöglichten die Fertigstellung von 1 Million kommerziell nutzbaren FTTH-Leitungen, wobei die gesamte Netzabdeckung derzeit 1,7 Millionen Anschlüsse umfasst.

Die aktuelle Geschäftsentwicklung zeigt eine stetige Zunahme der Nutzerzahlen. Gegenwärtig verzeichnet die DEI etwa 200 Neukunden pro Tag. Die strategische Planung sieht vor, diese Frequenz auf 700 bis 800 Anschlüsse täglich zu steigern. Langfristig strebt der Konzern an, bis Ende 2028 eine Gesamtzahl von 3,5 Millionen Verbindungen zu realisieren. Das spezifische Netzwerk DEI Fiber Grid umfasst momentan 12.000 Abonnenten, wobei für das Jahr 2028 ein ehrgeiziges Ziel von 590.000 Nutzern festgelegt wurde.

Darüber hinaus bereitet der Konzern die Markteinführung von Sprachdiensten vor, die voraussichtlich im Juni oder Juli erfolgen wird. Der Vorstandsvorsitzende stellte in diesem Zusammenhang klar, dass der Energieversorger keine Absichten hegt, in den Markt für Mobilfunkdienstleistungen einzusteigen. Der Fokus bleibt strikt auf dem Festnetzausbau und der Bereitstellung von Hochgeschwindigkeitsinternet durch Glasfasertechnologie.

Der strategische Vorsprung der Cosmote Telekom

Ungeachtet der Marktbewegungen bleibt die Cosmote Telekom der unangefochtene Marktführer in Griechenland. Im vergangenen Quartal verzeichnete das Unternehmen einen erneuten Rekord bei den Glasfaseranschlüssen. Mit einem Zuwachs von 172.253 neuen Abonnenten stieg die Gesamtzahl auf 566.752 Nutzer. Dies entspricht einem signifikanten Wachstum von 43,7 Prozent im direkten Jahresvergleich. Insgesamt hat der Telekommunikationskonzern bereits die Marke von 2,1 Millionen freigeschalteten Verbindungen überschritten. Nach einer vierjährigen Stagnationsphase verzeichnet das Unternehmen nun auch wieder ein Wachstum im stationären Einzelhandelsgeschäft.

Ein zentrales Element der Expansionsstrategie ist das Projekt Ultra-Fast Broadband. Durch diese Initiative bietet das Unternehmen in verschiedenen Regionen des Landes Internetgeschwindigkeiten von bis zu 1 Gbps an. Das Projekt zielt darauf ab, bis zum Jahr 2027 rund 830.000 Haushalte und Gewerbebetriebe mit entsprechenden Kapazitäten zu versorgen. Die langfristige Vision der Cosmote Telekom beinhaltet die Bereitstellung von Glasfaseranschlüssen für mehr als 3,5 Millionen Einheiten bis 2030. Dies würde eine infrastrukturelle Abdeckung von über 70 Prozent aller landesweiten Leitungen bedeuten, gestützt durch ein massives Investitionsvolumen von 3 Milliarden Euro.

Parallel zum Glasfaserausbau integriert der Marktführer alternative Technologien in sein Portfolio. Die Einführung von FWA-Technologien (Fixed Wireless Access) zur Verstärkung von Breitbandverbindungen erweist sich als erfolgreich, wobei der neue Dienst bereits 65.000 Abonnenten verzeichnet. Ergänzend dazu entwickelt das Unternehmen spezialisierte Rechenzentren, die auf die wachsenden Anforderungen der Wirtschaft im Bereich der Künstlichen Intelligenz zugeschnitten sind.

Die Position von Vodafone und die Verkaufsabsichten bei Nova

Im Gegensatz zu den beiden Spitzenreitern hat der Anbieter Nova seine Ausbauziele deutlich nach unten korrigiert. Das Unternehmen plant nun, bis Ende 2026 lediglich 1 Million Anschlüsse bereitzustellen. Ursprünglich, bei der Präsentation der neuen Unternehmensidentität, war ein Ziel von 1,6 Millionen Verbindungen im Rahmen eines Investitionsplans von 2 Milliarden Euro kommuniziert worden. Aktuell umfasst das FTTH-Netzwerk von Nova etwa 850.000 Verbindungen. Die Verlangsamung des Ausbaus wird im Marktumfeld auf die Verkaufsabsichten des derzeitigen Eigentümers, BC Partners, zurückgeführt.

Die Führungsriege von Vodafone Griechenland bekräftigt derweil ihr anhaltendes Engagement auf dem griechischen Markt. Der Konzern führt ein eigenes Investitionsprogramm in Höhe von 1 Milliarde Euro durch, das bis zum Jahr 2029 abgeschlossen sein soll. Der strategische Schwerpunkt liegt dabei auf den Netzen der neuen Generation, insbesondere auf Glasfaser (FTTH) und dem 5G-Mobilfunkstandard. Der Geschäftsführer von Vodafone Griechenland, Achilleas Kanaris, räumte bereits im Dezember ein, dass der Markt künftig von dem Duo aus Cosmote Telekom und DEI dominiert werde. Gleichzeitig betonte er, dass sein Unternehmen den Wettbewerb nicht aufgeben werde.

Im Bereich der Festnetztelefonie verfolgt Vodafone konkrete Wachstumsziele. Bis März 2026 sollen 540.000 Verbindungen hergestellt werden. Der Vorstandsvorsitzende bezeichnete den Ausbau des Glasfasernetzes als eine entscheidende Säule der Unternehmensstrategie. Das Unternehmen zielt darauf ab, bis zum Jahr 2027 insgesamt 850.000 Anschlüsse zu realisieren, um eine flächendeckende Versorgung mit Höchstgeschwindigkeiten für private Haushalte und gewerbliche Nutzer sicherzustellen.

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