Griechenland – Nach einem sukzessiven Temperaturanstieg in den vergangenen Tagen steht Griechenland unmittelbar vor einer ausgeprägten meteorologischen Beruhigungsphase, die traditionell als die “Alkyonischen Tage” bezeichnet wird. Wie aktuelle Prognosen zeigen, weicht die kühle Nordströmung, welche zuletzt primär die östlichen Landesteile dominierte, zunehmend zurück.
Dies führt zu einer landesweiten und sichtbaren Wetterbesserung, die ab Mitte der laufenden Woche einsetzen und voraussichtlich sechs bis sieben Tage andauern wird. Während weite Teile des Festlandes und der Inselwelt von trockenem, sonnigem Wetter profitieren, bildet lediglich der Norden der Mittelmeerinsel Kreta eine Ausnahme, wo laut Vorhersage weiterhin mit lokalen Niederschlägen zu rechnen ist.
Rückgang der Luftfeuchtigkeit und ideale Bedingungen im Freien
Der griechische Meteorologe Thodoris Kolydas wies in seiner technischen Bewertung darauf hin, dass die bevorstehende Wetterlage durch eine besonders klare Atmosphäre gekennzeichnet sein wird. Die meteorologischen Daten konvergieren in der Vorhersage, dass milde Nordwinde die Luftfeuchtigkeit landesweit spürbar reduzieren werden. Diese spezifische Kombination aus trockener Luft, nachlassendem Wind und steigenden Temperaturen schafft in nahezu allen Regionen Griechenlands optimale Rahmenbedingungen für jegliche Art von Freiluftaktivitäten und Reisebewegungen.
Das Phänomen bietet somit eine markante Unterbrechung der sonst üblichen winterlichen Witterung, da das landesweite Wetterbild für etwa eine Woche von Stabilität und Trockenheit geprägt sein wird. Das abziehende Wettersystem, welches sich zuvor über der Ägäis befand, verliert an Kraft und ermöglicht den klaren Himmel über dem Großteil des Landes, wobei die nördlichen Küstenregionen Kretas als einzige Zone von der allgemeinen Trockenheit ausgeschlossen bleiben und weiterhin unter dem Einfluss lokaler Regenwolken stehen.
Der mythologische Ursprung des winterlichen Sonnenfensters
Der Begriff der Alkyonischen Tage ist tief in der antiken griechischen Mythologie verwurzelt und beschreibt historisch jene spezifischen Wintertage, an denen außergewöhnlich gutes Wetter, strahlender Sonnenschein und absolute Windstille herrschen. Gleichzeitig werden in diesem Zeitraum für die Jahreszeit untypisch hohe Temperaturen gemessen. Der Legende nach geht die Bezeichnung auf Alkyone zurück, eine mythologische Figur, die von den Göttern in einen Eisvogel (griechisch: Alkyoni) verwandelt wurde.
Die Überlieferung besagt, dass die Götter ihr aus Mitleid diese ruhigen, sturmfreien Tage mitten im tiefsten Winter gewährten, damit der Vogel seine Eier sicher und geschützt vor jeglicher Schlechtwetterfront in Felsspalten am Meer ausbrüten konnte. Klimatologisch betrachtet tritt dieses meteorologische Schönwetterfenster in der Region gewöhnlich im Zeitraum zwischen Mitte Januar und Mitte Februar auf. Die genaue Dauer und Intensität dieser milden Tage variiert jedoch von Jahr zu Jahr in Abhängigkeit von den herrschenden atmosphärischen Bedingungen, umfasst aber in der Regel eine beständige Spanne von fünf bis sieben Tagen.