Griechenland – Die griechische Technologiebranche verzeichnet einen massiven Zufluss an Investitionskapital und positioniert sich damit als einer der führenden Märkte im osteuropäischen Raum. Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr akquirierten heimische Start-ups Finanzmittel in Höhe von insgesamt 445,7 Millionen Euro. Diese Daten gehen aus der aktuellen Studie “Venture in Eastern Europe Report 2025” hervor, die von der Branchenplattform “How to web” publiziert wurde.
Die Untersuchung analysiert die Investitionsströme in 22 osteuropäischen Staaten und ordnet Griechenland hinter Polen und der Türkei auf dem dritten Platz des regionalen Rankings ein. Insgesamt flossen im vergangenen Jahr 3,64 Milliarden Euro an Wagniskapital in diese europäische Großregion, während sich das europaweite Gesamtvolumen der Start-up-Finanzierungen auf über 60 Milliarden Euro belief.
Die griechischen Jungunternehmen sicherten sich mit ihren 46 abgeschlossenen Finanzierungsrunden rund 12,2 Prozent des gesamten regionalen Investitionsvolumens. Branchenanalysten weisen in dem Bericht jedoch darauf hin, dass die beträchtliche griechische Gesamtsumme maßgeblich von einer einzigen, herausragenden Unternehmenstransaktion getrieben wurde, während die absolute Anzahl der Deals im direkten Vergleich zu anderen europäischen Nationen deutlich geringer ausfiel.
Polen und die Türkei dominieren den regionalen Markt
Im direkten regionalen Vergleich führt Polen den osteuropäischen Technologie- und Innovationssektor quantitativ deutlich an. Das Land zog im vergangenen Jahr knapp 20 Prozent des gesamten Wagniskapitals der Region an. In absoluten Zahlen entsprach dies einem Investitionsvolumen von fast 787 Millionen Euro, das auf insgesamt 182 separate Finanzierungsrunden verteilt war. Auf dem zweiten Rang folgt die Türkei, deren Jungunternehmen Fremdkapital in Höhe von 527,4 Millionen Euro einsammelten. Unmittelbar hinter Griechenland, das den dritten Platz belegt, rangiert Estland im Mittelfeld.
Der baltische Staat, der traditionell als digitaler Vorreiter und Innovationszentrum gilt, verzeichnete Investitionen in Höhe von 319,1 Millionen Euro. Die Tschechische Republik schließt sich in dieser Auflistung mit einem Volumen von 282,2 Millionen Euro an.
Der publizierte Bericht dokumentiert zugleich ein starkes Gefälle innerhalb der untersuchten 22 Nationen. Am unteren Ende der Skala rangieren Nordmazedonien und Albanien, wo branchenübergreifend lediglich vier Deals registriert wurden. In anderen Staaten des Balkans, wie beispielsweise im Kosovo, kam es im gesamten Berichtszeitraum zu keinerlei registrierten Investitionsaktivitäten im Start-up-Sektor.
Geopolitische Herausforderungen und attraktive Sektoren
Trotz der hohen Gesamtinvestitionen von 3,64 Milliarden Euro verzeichnete der osteuropäische Markt einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr 2024, in dem noch 3,70 Milliarden Euro investiert worden waren. Die Gesamtzahl der abgeschlossenen Transaktionen belief sich im vergangenen Jahr auf 1.034 Deals. Die Analysten der Plattform “How to web” identifizierten zudem mehrere strukturelle Faktoren, die das wirtschaftliche Wachstum in bestimmten Ländern spürbar bremsen.
Obwohl Staaten wie die Ukraine und Bulgarien deutliche Anzeichen für eine Entwicklung im Innovationssektor zeigen, wird ihr volles Potenzial durch externe und interne Hürden eingeschränkt. Die Studie nennt hierbei explizit die mangelnde betriebswirtschaftliche Erfahrung junger Unternehmer, den strukturell begrenzten Zugang zu Investitionskapital sowie die massiven geopolitischen Verwerfungen der letzten Jahre als primäre Hemmnisse.
Hinsichtlich der technologischen Schwerpunkte kristallisierten sich im vergangenen Jahr klare Präferenzen der internationalen Investoren heraus. Die höchste finanzielle Attraktivität wiesen Unternehmenssoftware (Enterprise Software) sowie der Finanztechnologie-Sektor (Fintech) auf. Darüber hinaus flossen signifikante Mittel in die Raumfahrtindustrie, insbesondere in junge Unternehmen, die fortschrittliche Technologien der künstlichen Intelligenz in ihre Systeme integrieren. Komplettiert wird das Feld der gefragtesten Branchen durch den Automobilsektor, das weite Feld des Gesundheitswesens sowie die kommerzielle Sicherheitsindustrie.