Griechenland – Die jüngsten militärischen Eskalationen im Nahen Osten wirken sich unmittelbar auf die Wirtschaft in Griechenland und insbesondere auf den sensiblen heimischen Kraftstoffmarkt aus. Nach iranischen Angriffen auf Abu Dhabi, Dubai, Doha und Bahrain sowie israelischen Gegenschlägen in der libanesischen Hauptstadt Beirut und weiteren Regionen des Landes – die als Reaktion auf Drohnen- und Raketenangriffe der Hisbollah auf israelisches Territorium erfolgten – verzeichnen die internationalen Ölmärkte am Montagmorgen, dem 2. März, rasante Preissprünge. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent hat bereits die Marke von 80 US-Dollar pro Barrel überschritten, wobei Branchenanalysten extreme Krisenszenarien von 120 bis 150 US-Dollar pro Barrel prognostizieren.
Für den griechischen Endverbraucher bedeutet diese globale Entwicklung ab Dienstag empfindliche Aufschläge an den Zapfsäulen. Jüngsten Schätzungen des Sektors zufolge wird der Preis für bleifreies Benzin von den bisherigen 1,749 Euro auf bis zu 1,80 Euro pro Liter klettern. Parallel dazu wird bei Dieselkraftstoff eine spürbare Verteuerung von 1,56 Euro auf voraussichtlich 1,60 Euro pro Liter erwartet. Die griechische Kraftstoffbranche wertet derzeit die Eröffnungsdaten der internationalen Börsen aus, um die endgültige Preisstruktur für die kommenden Tage festzulegen.
Reaktionen des Kraftstoffsektors und Marktdynamik
Der Präsident der griechischen Tankstellenbetreiber, Nikos Papageorgiou, erklärte gegenüber der lokalen Presse, dass am Montagnachmittag offizielle und detaillierte Preisaktualisierungen veröffentlicht würden. Er betonte, dass der landesweite Durchschnittspreis vor fünfzehn Tagen noch bei 1,72 Euro pro Liter lag und am heutigen Tag bereits 1,76 Euro erreicht habe. Staatliche Preiskontrollen sollten sich laut Papageorgiou primär auf die griechischen Raffinerien konzentrieren, da die Tankstellen das Kraftstoffangebot lediglich vertreiben und nicht selbst produzieren.
Die internationalen Märkte hätten den Konflikt bereits in der Vorwoche mit einem allgemeinen Anstieg von etwa sechs bis sieben Prozent eingepreist. Zur Eröffnung der Börsen am Montag sei zunächst ein drastischer Anstieg von bis zu elf Prozent verzeichnet worden, bevor sich die Aufschläge wieder bei etwa sechs Prozent stabilisierten. Dies deute auf eine bevorstehende Marktbalance hin, sofern keine weiteren gravierenden Unterbrechungen der Lieferketten eintreten. Die Märkte würden derzeit mit Besonnenheit reagieren, solange die primären Schifffahrtswege passierbar bleiben.
Sperrung der Straße von Hormus blockiert Öltransporte
Eine zentrale Variable für die weitere Preisentwicklung und eine potenzielle Gefahrenquelle stellt die Schließung der Straße von Hormus dar. Diese Meerenge zwischen Oman und dem Iran fungiert als essenzielle Transitroute für die globale Rohölversorgung, durch die regulär etwa 13 Millionen Barrel pro Tag transportiert werden. Durch die aktuelle Blockade wird laut Marktdaten die tägliche Ankunft von bis zu 15 Millionen Barrel Rohöl auf dem Weltmarkt behindert. Bemerkenswert ist dabei, dass jedes fünfte Schiff, das Europa mit Öl versorgt, diese strategisch wichtige Engstelle durchquert.
Energieexperten und ehemalige US-Regierungsberater wiesen in amerikanischen Wirtschaftsmedien darauf hin, dass der Iran die Kapazität besitze, den Öltransport durch die Straße von Hormus wesentlich länger zu stören, als von vielen Marktteilnehmern angenommen. Die weitreichende iranische Küstenlinie, das vorhandene Waffenarsenal sowie umfangreiche Bestände an Seeminen und Kurzstreckenraketen könnten die Durchfahrt für Handelsschiffe massiv gefährden. Die künftige Preisgestaltung an den griechischen Tankstellen wird demnach maßgeblich von dem Zeitraum abhängen, in dem diese maritime Route für den Welthandel gesperrt bleibt.