Griechenland – Der Ausbruch des Krieges im Nahen Osten hat die Kraftstoffpreise an den griechischen Tankstellen massiv in die Höhe getrieben. Besonders beim Dieselkraftstoff verzeichnet der Markt einen drastischen Preisanstieg, während auch für bleifreies Benzin und Heizöl ein klarer Aufwärtstrend dokumentiert wird. Die globalen Verwerfungen spiegeln sich direkt in den Rohstoffmärkten wider, wo der Preis für Brent-Rohöl um 29 Prozent auf 119,50 US-Dollar pro Barrel hochschnellte. Parallel dazu erreichte das amerikanische WTI-Rohöl mit einem Plus von 31 Prozent einen Wert von 119 US-Dollar.
Auf dem griechischen Binnenmarkt nähert sich der durchschnittliche Dieselpreis am heutigen 9. März der Marke von 1,77 Euro pro Liter. Noch zu Beginn des Monats lag dieser Wert landesweit bei 1,57 Euro. Bei der Sorte Super 95 (bleifrei) kletterte der Durchschnittspreis auf nahezu 1,83 Euro pro Liter, nachdem er zuvor über einen längeren Zeitraum stabil bei 1,75 Euro notiert hatte. Auch Verbraucher, die auf Heizöl angewiesen sind, spüren die Preisrallye unmittelbar: Hier stieg der Literpreis innerhalb kurzer Zeit von 1,18 Euro auf 1,36 Euro an.
Explodierende Kosten für Logistik und Endverbraucher
Für den Endverbraucher übersetzen sich diese Tarifsprünge in spürbare Mehrbelastungen an der Zapfsäule. Die vollständige Betankung eines regulären 50-Liter-Tanks mit Dieselkraftstoff erfordert nun einen finanziellen Aufwand von 88 Euro. Noch in der Vorwoche war dieselbe Menge für 77 Euro erhältlich, was einer Differenz von elf Euro entspricht. Bei Fahrzeugen mit Ottomotor fällt der Anstieg etwas geringer aus. Eine 50-Liter-Tankfüllung mit bleifreiem Benzin kostet aktuell 91,5 Euro, im Vergleich zu 87 Euro Anfang März.
Die deutliche Diskrepanz bei den Steigerungsraten zwischen Diesel und Benzin resultiert primär aus einer anhaltend hohen Marktnachfrage nach Dieselkraftstoff. Der Rhythmus der Preissteigerungen verlief beim Diesel exakt doppelt so schnell wie beim Benzin. Diese spezifische Marktdynamik trifft insbesondere die griechischen Unternehmen und den kommerziellen Transportsektor hart. Ökonomische Beobachter gehen fest davon aus, dass diese signifikanten Verteuerungen in der Logistikkette unausweichlich zu höheren Endkundenpreisen bei sämtlichen anderen Konsumgütern führen werden.
Griechische Regierung prüft Rückkehr des Fuel Pass
Marktanalysten bewerten die weitere Entwicklung der Einzelhandelspreise mit Sorge. Sollten die jüngsten globalen Preissprünge beim Rohöl in vollem Umfang an die griechischen Tankstellen weitergegeben werden, gilt ein Erreichen oder Überschreiten der Schwelle von 2 Euro pro Liter für Super 95 und Dieselkraftstoff als sicher. Diese absehbare Entwicklung erhöht den Druck auf die staatlichen Institutionen, schützende Maßnahmen für die Wirtschaft und die privaten Haushalte vorzubereiten.
Die griechische Regierung signalisierte bereits in der vergangenen Woche, dass die Reaktivierung des sogenannten Fuel Pass als zentrales Unterstützungsinstrument ernsthaft in Betracht gezogen wird. Diese digitale staatliche Subvention soll mögliche Preisexplosionen bei Kraftstoffen, Stromrechnungen und essenziellen Basisgütern abfedern. Für die tatsächliche Freigabe dieser finanziellen Hilfe gelten jedoch strenge makroökonomische Voraussetzungen. Der Preis für Brent-Rohöl muss die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel überschreiten und sich anschließend zwingend über den Zeitraum eines ganzen Monats auf diesem hohen Niveau stabilisieren.