Griechenland – Die digitale Sicherheitslage für Unternehmen und staatliche Institutionen hat sich im Februar 2026 drastisch verschärft. Griechische Organisationen verzeichneten einen massiven Anstieg an Cyberangriffen, die nun ein historisches Hoch erreicht haben. Laut detaillierten Daten der Check Point Research, der spezialisierten Abteilung für Bedrohungsanalyse von Check Point Software Technologies, stieg die Zahl der wöchentlichen Attacken auf durchschnittlich 1.660 Vorfälle pro Einrichtung. Dies entspricht einem signifikanten jährlichen Wachstum von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Weltweit lag der Durchschnitt bei 2.086 wöchentlichen Angriffen, was einem globalen Anstieg von 9,6 Prozent gegenüber Februar 2025 entspricht. Die Intensität der digitalen Bedrohungen bleibt damit auf einem konstant hohen Niveau, angetrieben durch automatisierte Angriffsvektoren und die rasante Ausweitung digitaler Infrastrukturen in nahezu allen Wirtschaftsbereichen.
Kritische Sektoren unter extremem Druck
Der Druck auf die kritische Infrastruktur des Landes nimmt kontinuierlich zu. In Griechenland konzentrieren sich die Angreifer primär auf den Regierungssektor, große Telekommunikationsunternehmen sowie auf den breiten Bereich der Dienstleistungen und Konsumgüter. Der regionale Verantwortliche für Griechenland, Zypern, Bulgarien und Rumänien bei Check Point, Michalis Bozos, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass diese Entwicklung belege, dass das digitale Risiko nicht sporadischer Natur sei.
Vielmehr handle es sich um eine permanente und strukturelle Bedrohung durch hochgradig automatisierte Systeme. Er betonte, dass angesichts dieser systematischen Belastung ein konsequent präventiver Ansatz in Verbindung mit Echtzeit-Schutz durch künstliche Intelligenz zwingend erforderlich sei. Nur durch solche technologischen Abwehrmaßnahmen ließen sich potenzielle betriebliche Ausfälle oder schwerwiegende finanzielle Schäden rechtzeitig abwenden. Im globalen Vergleich bleibt der Bildungssektor mit 4.749 wöchentlichen Attacken pro Organisation das am stärksten anvisierte Ziel, dicht gefolgt von Regierungsbehörden und dem Telekommunikationsbereich.
Wachsende Gefahr durch künstliche Intelligenz
Eine zusätzliche, massiv wachsende Schwachstelle in den Unternehmensnetzwerken bildet die unkontrollierte Nutzung von generativer künstlicher Intelligenz. Die forensischen Auswertungen zeigen deutlich, dass bereits eine von 31 Eingaben, die aus Firmennetzwerken an entsprechende KI-Tools gesendet werden, ein hohes Risiko für kritische Datenlecks birgt. Bemerkenswert ist dabei die Tatsache, dass 88 Prozent der Organisationen, die derartige Werkzeuge in ihre Arbeitsprozesse integriert haben, bereits mit hochriskanten Eingabeaufforderungen konfrontiert wurden.
Bei 16 Prozent dieser KI-Anfragen flossen potenziell sensible Unternehmensinformationen in externe Systeme ab. Dazu zählten unter anderem vertrauliche interne Dokumente, sensible Zugangsdaten oder spezifische Kundeninformationen. Die Durchdringung dieser neuen Technologien im beruflichen Alltag ist mittlerweile tiefgreifend: Durchschnittlich nutzt jedes Unternehmen heute elf verschiedene GenAI-Plattformen parallel. Gleichzeitig generiert ein einzelner Mitarbeiter rund 62 Anfragen pro Monat, was die Angriffsfläche für Cyberkriminelle zur Abschöpfung vertraulicher Daten drastisch vergrößert.
Globale Ransomware-Entwicklung und Hotspots
Im hochkriminellen Segment der Erpressungstrojaner registrierten die Analysten im Februar 2026 weltweit 629 öffentlich bekannt gewordene Vorfälle. Obwohl dies statistisch einen Rückgang von 32 Prozent im Jahresvergleich darstellt, der primär auf eine außergewöhnlich große und singuläre Kampagne der Gruppierung Clop Anfang 2025 zurückzuführen ist, bleibt die strukturelle Gefahr weiterhin äußerst akut. Geografisch betrachtet verzeichnete Lateinamerika mit 3.123 wöchentlichen Angriffen pro Unternehmen den weltweit höchsten Wert, unmittelbar gefolgt von der Asien-Pazifik-Region und Afrika.
Auch die europäischen Netzwerke verbuchten einen bedenklichen Zuwachs von elf Prozent. Bei den lukrativen Ransomware-Zielen dominierte Nordamerika mit 57 Prozent der weltweiten Vorfälle, wobei allein die Vereinigten Staaten für mehr als die Hälfte aller Angriffe standen. Am stärksten von Erpressungsversuchen betroffen waren Unternehmensdienstleister sowie Betriebe der industriellen Fertigung. Auf der Täterseite identifizierten die Sicherheitsexperten insgesamt 49 aktive Ransomware-Gruppen. Die Gruppierungen Qilin, Clop und The Gentlemen zeichneten dabei für den überwiegenden Großteil der erfolgreichen globalen Erpressungsversuche verantwortlich.