Athen – Die Athener Verkehrsbetriebe (OASA) durchlaufen derzeit eine umfassende Modernisierung, die das tägliche Pendeln in der griechischen Hauptstadt grundlegend verändern soll. Angetrieben wird dieser Prozess durch den Griechischen Nationalfonds (Υπερταμείο), der sich von einer reinen Verwaltungsbehörde für staatliche Unternehmen zu einem nationalen Investitionsfonds wandelt.
Im Zentrum der neuen Strategie, die in enger Zusammenarbeit mit dem Griechischen Ministerium für Infrastruktur und Verkehr umgesetzt wird, steht die weitreichende Erneuerung der städtischen Fahrzeugflotte. Derzeit bestehen bereits 72 Prozent der im Einsatz befindlichen Busse aus modernen und umweltfreundlichen Modellen. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lag dieser Anteil bei lediglich 21 Prozent. Konkret bedeutet dies, dass von den insgesamt 1.322 aktiven Bussen auf den Straßen der Metropole mittlerweile 951 Fahrzeuge zur neuen Generation gehören.
Die groß angelegte Umstrukturierung basiert auf drei zentralen Säulen, welche die Flottenerneuerung, die Erhöhung der Sicherheit sowie die digitale Aufrüstung der Dienstleistungen umfassen. Der organisatorische Wandel soll den Fahrgästen ein zuverlässigeres Netz bieten, das den steigenden Anforderungen der Metropole gerecht wird. Gleichzeitig verzeichnet der Betreiber einen Rückgang seines CO2-Fußabdrucks um 15 Prozent, was die umweltpolitische Ausrichtung der aktuellen Investitionen des Staates unterstreicht.
Flottenerneuerung und technologische Aufrüstung
Parallel zum oberirdischen Busnetz erfährt auch das U-Bahn-System der Hauptstadt weitreichende Eingriffe. Der aktive Fuhrpark der Athener Metro umfasst aktuell 75 Züge. Weitere 14 Züge befinden sich derzeit in einer Generalüberholung, wobei geplant ist, sechs bis acht dieser Einheiten im Jahr 2026 wieder in den regulären Betrieb einzugliedern. Die restlichen acht überholten Züge sollen im Jahr 2027 folgen.
Zudem bereiten die zuständigen Behörden eine Ausschreibung vor, um zwölf bestehende Züge mit Klimaanlagen nachzurüsten. Darüber hinaus haben die technischen Teams bereits mit dem Austausch der Schienen auf einer Länge von 32 Kilometern entlang der stark frequentierten Linien 2 und 3 begonnen.
Im Bereich der digitalen Dienstleistungen markiert die Einführung des kontaktlosen Bezahlens via “Tap ‘n’ Pay” einen wichtigen technologischen Meilenstein. Bis November 2025 soll zudem die vollständige Digitalisierung der Fahrkarten über Smartphone-Wallets abgeschlossen sein. Um die Konnektivität im Untergrund zu verbessern, wurde das 5G-Netz bereits in fünf Stationen der Linie 2 aktiviert, eine Ausweitung auf vier weitere Stationen befindet sich in Vorbereitung. Gleichzeitig verfügen vier U-Bahn-Stationen über einen öffentlichen Wi-Fi-Zugang.
Sicherheit und betriebliche Erweiterungen
Um das objektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu stärken, wurde das Programm “Ariadne” ins Leben gerufen. Dieses sieht den permanenten Einsatz von 360 Polizisten im Bereich der Athener Verkehrsbetriebe sowie 50 weiteren Beamten bei der Vorortbahn (Proastiakos) vor. Neben der Sicherheit wird auch die Ticketkontrolle stark intensiviert: Monatlich führen die Teams nun rund 600.000 Überprüfungen durch, um der Schwarzfahrerei konsequent entgegenzuwirken. Eine weitere Maßnahme zur Verbesserung des Serviceangebots ist der nächtliche Betrieb am Samstag, der bereits mehr als 40.000 Fahrgäste anziehen konnte.
Für das Jahr 2026 stehen weitere umfangreiche Projekte auf der Agenda der Verkehrsbetriebe. Dazu gehören die Lieferung zusätzlicher Elektrobusse und der Einsatz weiterer renovierter U-Bahn-Züge. Das Wi-Fi-Netz soll auf sieben zusätzliche Stationen ausgeweitet werden. Geplant ist ferner die Entwicklung einer zentralen Applikation, die durch künstliche Intelligenz unterstützt wird. Die Sicherheit an den Depots soll durch neue Einzäunungen, den Einsatz von Drohnen sowie spezielle Anti-Graffiti-Anwendungen erhöht werden. Ein Rebranding der Busflotte ist ebenfalls Teil der kommenden Ausbaustufe.
Wirtschaftliche Konsolidierung und Ausblick bis 2030
Die operativen Verbesserungen spiegeln sich deutlich in den Finanzen des Konzerns wider. Mit stabilisierten Einnahmen von über 230 Millionen Euro verfügt der OASA nun über eine solide Basis für seine langfristige Investitionsplanung. Für das Jahr 2025 wird ein Umsatz von 256 Millionen Euro prognostiziert, was einer deutlichen Steigerung gegenüber den 236 Millionen Euro des Jahres 2024 entspricht. Gleichzeitig konnte die staatliche Subvention um 4,2 Millionen Euro gesenkt werden.
Der Vorstandsvorsitzende des Griechischen Nationalfonds, Giannis Papachristou, betonte in diesem Kontext den enormen sozioökonomischen Fußabdruck der Verkehrsbetriebe. Das Unternehmen wäre seinen Angaben zufolge profitabel, wenn das Fahrpreisniveau höher angesiedelt wäre. Papachristou erklärte, dass bereits 1.000 neue Elektrobusse im Einsatz seien und fast 75 Prozent der Busflotte erneuert wurden.
Bis Ende des Jahres 2027 werde die Gesamtzahl der Busse von derzeit knapp 1.400 auf 1.700 ansteigen. Auch bei den Zügen werde die Modernisierung spürbare Verbesserungen bei den Wartezeiten an den Haltestellen bringen. Ein strategischer Zehnjahresplan ziele darauf ab, Athen bis zum Jahr 2030 durch präzise kalkulierte Routen und Flottengrößen an das Niveau führender europäischer Metropolen heranzuführen.