Griechenland – Mit dem Einzug des Frühlings verwandelt sich die griechische Landschaft in ein ideales Terrain für Naturliebhaber und Wanderer. Das milde Klima bietet optimale Bedingungen für ausgedehnte Erkundungstouren durch aufblühende Bergregionen und historische Siedlungen. In dieser Jahreszeit füllen sich die Flüsse mit Schmelzwasser, die Wälder erstrahlen in frischem Grün und Wildblumen säumen die alten Pfade. Eine Auswahl von acht spezifischen Routen quer durch das Land illustriert die landschaftliche Vielfalt und die besonderen Naturphänomene, die Griechenland im Frühling zu bieten hat.
Von den Bergen Arkadiens bis zum Olymp
In der Bergregion Arkadien auf der Halbinsel Peloponnes erstreckt sich das Menalon-Wandernetz. Dieses sorgfältig angelegte Pfadsystem umfasst rund fünfundsiebzig Kilometer und führt durch dichte Tannenwälder und historische, steinerne Dörfer. Begleitet vom Rauschen des Flusses Lousios, bietet das Netzwerk Streckenabschnitte für unterschiedliche Erfahrungsstufen, die sich im Frühling durch eine besonders reiche Vegetation auszeichnen.
Weiter nördlich, am Fuße des Olymps, befindet sich die Schlucht des Enipeas. Dieser etwa elf Kilometer lange Abschnitt des internationalen Fernwanderwegs E4 verbindet die Orte Prionia und Litochoro. Die empfohlene Laufrichtung von Prionia talwärts beinhaltet einen Abstieg von 1.450 Höhenmetern. Die Schlucht, die seit 1938 Teil eines Nationalparks ist, besticht im Frühjahr durch üppiges Laub, wilde Kräuter und das allgegenwärtige Geräusch des fließenden Wassers.
Wasserfälle auf Euböa und mythische Eichenwälder
Auf der Insel Euböa, verborgen in den bewaldeten Hängen des nördlichen Teils, liegen die Drimonas-Wasserfälle auf einer Höhe von 620 Metern. Ein kurzer und gut zugänglicher Weg führt zu einem natürlichen Becken, das von den herabstürzenden Wassermassen gespeist wird. Die umgebende dichte Vegetation und die kühle Atmosphäre machen diesen Ort zu einem lohnenden Frühlingsziel.
Auf der Peloponnes bietet die Hochebene von Foloi, benannt nach dem mythischen Zentauren Pholos, ein gänzlich anderes Landschaftsbild. Dieser weitläufige Eichenwald ist für sein flaches Terrain bekannt, das sich hervorragend für leichte Wanderungen oder Radtouren eignet. Im Frühling sprießen zwischen den Wurzeln der jahrhundertealten Eichen die ersten Wildblumen, und das Laubdach beginnt sich zu schließen, was dem Wald eine besondere, ruhige Atmosphäre verleiht.
Blühende Ebenen und beeindruckende Schluchten
Ein herausragendes visuelles Erlebnis bietet die Region um Veria in Nordgriechenland von Ende Februar bis in den März hinein. Die weiten Ebenen verwandeln sich durch die Blüte unzähliger Pfirsichbäume in ein Meer aus rosa und weißen Blüten. Die Pfade durch diese landwirtschaftlich geprägte Zone bieten Ausblicke auf die farbenprächtigen Felder vor der Kulisse des Vermio-Gebirges.
Eine physisch anspruchsvollere, aber ebenso spektakuläre Route findet sich in der Region Evrytania: die Schlucht “Panta Vrechi” (Es regnet immer). Diese Route ist primär im späten Frühling und Sommer begehbar, wenn der Wasserstand des Flusses Krikellopotamos es zulässt. Der Name der Schlucht rührt von Quellen her, die hoch oben in den Felswänden entspringen und das Wasser wie einen feinen, stetigen Regen in die Schlucht rieseln lassen. Die Wanderer durchqueren das Flussbett oft knietief im Wasser, umgeben von moosbewachsenen Felswänden.
Historische Pfade und das Tal der Schmetterlinge
Auf der Peloponnes folgt ein weiterer markanter Pfad der Trasse der historischen Zahnradbahn durch die Vouraikos-Schlucht, die die Orte Diakopto und Kalavryta verbindet. Der Weg führt durch eine steile Schlucht mit dichter Frühlingsvegetation, vorbei an Platanen und dem permanenten Flusslauf. Obwohl die Strecke keine spezielle technische Ausrüstung erfordert, ist aufgrund des unebenen Geländes und der Nähe zu den Bahngleisen durchgehende Aufmerksamkeit geboten.
Den Abschluss dieser Frühlingsauswahl bildet das Tal der Schmetterlinge im Norden der Insel Rhodos. Dieses Naturschutzgebiet ist durchflossen von Bächen und geprägt durch blühende Bäume und Holzbrücken. Während der Frühling das Tal in sattes Grün taucht und ideale Bedingungen für Spaziergänge bietet, bereitet sich das Biotop auf den Frühsommer vor, wenn es zum Sammelpunkt unzähliger Schmetterlinge wird, die diese einzigartige Umgebung prägen.