Griechenland – Die griechische Hauptstadt bereitet sich auf ein historisches kulturelles Ereignis vor. Am 16. Januar 2027 wird Athen zum ersten Mal in der Geschichte die Verleihung der 39. Europäischen Filmpreise ausrichten. Die feierliche Zeremonie findet in den hochmodernen Räumlichkeiten der Griechischen Nationaloper innerhalb des Kulturzentrums der Stavros Niarchos Stiftung (SNFCC) statt. Dies markiert einen bedeutenden Meilenstein, da die prestigeträchtige Auszeichnung der europäischen Filmbranche damit zum allerersten Mal in einer Metropole Südosteuropas vergeben wird. Um dieses Ereignis gebührend vorzubereiten, entfaltet sich bereits ab dem Jahr 2026 ein umfangreiches, landesweites Begleitprogramm, das die gesamte Bandbreite des europäischen Filmschaffens zelebriert und die griechische Kinotradition international in den Fokus rückt.
Das detailliert ausgearbeitete Vorbereitungsprogramm erstreckt sich über das gesamte Jahr 2026 bis hin zum Haupttermin im Frühjahr 2027. Es umfasst eine Vielzahl von kinematografischen Veranstaltungen, spezialisierten Initiativen, praxisorientierten Werkstätten, Filmvorführungen sowie kreativen Dialogforen, die sowohl in ganz Griechenland als auch auf bedeutenden internationalen Festivals präsentiert werden. Die strategische Koordination obliegt dabei dem Griechischen Zentrum für Kino und Audiovisuelle Medien (EKKOMED), das sämtliche Aktivitäten eng mit zentralen kulturellen Partnern abstimmt. Die europaweite Live-Übertragung der abschließenden Preisverleihung wird in Kooperation mit dem griechischen öffentlich-rechtlichen Sender ERT realisiert.
Strategische Kooperationen und internationale Visionen
Die organisatorische Ausrichtung dieses kulturellen Großprojekts basiert auf einer tiefgreifenden institutionellen Zusammenarbeit zwischen den nationalen Förderbehörden und den europäischen Filmgremien. Der Geschäftsführer von EKKOMED, Leonidas Christopoulos, unterstrich in diesem Kontext, dass die landesweiten Veranstaltungen in direkter und stetiger Abstimmung mit der Europäischen Filmakademie durchgeführt würden. Dies spiegele ein gemeinsames und tiefes Engagement wider, welches exakt darauf abziele, das europäische Kino, die künstlerische Exzellenz sowie die grenzüberschreitende Branchenzusammenarbeit angemessen zu würdigen. Die umfassende Einbindung lokaler Akteure soll dabei eine nachhaltige und strukturelle Wirkung für die heimische Filmindustrie entfalten.
Auch von europäischer Seite wird die Wahl des Austragungsortes als logischer und inhaltlich bedeutsamer Schritt betrachtet. Matthijs Wouter Knol, der Geschäftsführer und Direktor der Europäischen Filmakademie, ließ verlauten, dass Athen und ganz Griechenland seit langer Zeit als unverzichtbare Inspirationsquelle für die europäische Kultur und die Kunst des Geschichtenerzählens fungierten. Die Entscheidung, die Europäischen Filmpreise erstmals nach Südosteuropa zu vergeben, werde daher als ebenso wichtig wie erwartet eingestuft. Das gemeinsam mit den griechischen Partnern konzipierte Jahresprogramm stelle weit mehr als einen bloßen Countdown dar. Es diene vielmehr als offene Einladung an Filmemacher, das Publikum und die kulturellen Gemeinschaften in ganz Europa, sich intensiv zu vernetzen, kreative Ideen auszutauschen und das europäische Kino als überaus vitale und lebendige Kunstform zu feiern.
Erste Meilensteine in Berlin und Thessaloniki
Die offizielle Bekanntgabe dieses kinematografischen Großereignisses fand bereits zu Beginn des laufenden Jahres im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) statt. Dieser internationale Auftakt wurde durch einen hochkarätigen Empfang in der griechischen Botschaft in der deutschen Hauptstadt markiert, der von EKKOMED in direkter Zusammenarbeit mit der Europäischen Filmakademie und dem Komitee der Europäischen Filmpreise organisiert wurde. Die wegweisende Ankündigung stieß bei den anwesenden Regisseuren, Produzenten, institutionellen Vertretern und maßgeblichen Fachleuten der globalen Filmbranche auf außerordentliche Resonanz und große Begeisterung.
Die erste konkrete inhaltliche Veranstaltung des Vorbereitungsprogramms auf griechischem Boden wurde bereits in der vergangenen Woche im Rahmen des renommierten Internationalen Dokumentarfilmfestivals Thessaloniki realisiert. Dort fand ein hochspezialisiertes Documentary Think Tank statt, das in direkter Kooperation mit der Festivalleitung organisiert wurde. Diese Zusammenkunft vereinte unterschiedlichste professionelle Stimmen aus der gesamten europäischen Dokumentarfilmlandschaft. Das primäre Ziel dieser Expertenrunde bestand darin, maßgeblich an der Gestaltung der Vision und der strategischen Prioritäten für die neue Dokumentarfilmabteilung der Europäischen Filmakademie mitzuwirken, deren offizieller Start passend für das Jahr 2027 terminiert ist.
Landesweite Festivalpräsenz und institutionelle Synergien
Auf dem Weg zur großen Preisverleihung wird EKKOMED die thematische Präsenz der 39. Europäischen Filmpreise auch auf den wichtigsten internationalen Branchenplattformen sicherstellen, wozu unter anderem die hochkarätigen Filmfestivals in Cannes und Venedig gehören. Parallel dazu entfaltet sich auf nationaler Ebene ein beispielloses Netzwerk an Kooperationen. Führende internationale Filmfestivals mit Sitz in Griechenland fungieren in den Monaten vor dem Hauptevent als offizielle inhaltliche Botschafter der Veranstaltung. Zu diesen etablierten Schlüsselpartnern zählen das Filmfestival Thessaloniki im November 2026, das Internationale Kurzfilmfestival Drama mit Terminen im April und September 2026 sowie das Internationale Animationsfestival Animasyros, das im September 2026 auf Syros und in Athen stattfindet. Ebenfalls in diese Achse integriert ist das Internationale Filmfestival für Kinder und Jugendliche Olympia, welches im Dezember 2026 in Pyrgos und Amaliada ausgetragen wird.
In der Hauptstadt bündeln derweil die bedeutendsten kinematografischen Organisationen ihre logistischen und kreativen Kräfte, um die facettenreiche Natur des europäischen Films einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Zu diesem Bündnis gehören unter anderem die Filmothek Griechenlands, das Internationale Filmfestival Athen – Nyxtes Premieras, das offizielle Athens Film Office sowie die Michael Cacoyannis Stiftung. Ergänzt wird dieses starke Konsortium durch das Festival Panorama des Europäischen Kinos und das Internationale Kinderfilmfestival Athen. Diese breite institutionelle Allianz gewährleistet, dass die thematische Vorbereitung auf die europäische Preisverleihung sämtliche gesellschaftlichen und künstlerischen Segmente der Metropole tiefgreifend durchdringt.
Spezifische Förderprogramme und digitale Zugänglichkeit
Ein zentrales Element der Vorbereitungen bildet ein eigens kuratiertes Sonderprogramm der Griechischen Filmakademie, welches auf einem speziellen Memorandum of Understanding basiert und durch erhebliche finanzielle Mittel von EKKOMED unterstützt wird. Dieses Programm zielt darauf ab, die komplexe und historisch gewachsene Beziehung zwischen dem griechischen und dem europäischen Kino detailliert herauszuarbeiten. Die Agenda beginnt in der nordgriechischen Region Ostmakedonien und Thrakien: Vom 15. bis zum 30. April 2026 findet in der Stadt Drama in enger Zusammenarbeit mit dem dortigen Kurzfilmfestival ein DISFF Residency-Programm statt, das als exklusives Residenzprojekt für das Schreiben innovativer Kurzfilmdrehbücher konzipiert ist.
Im digitalen Raum sorgt eine weitreichende Kooperation mit dem staatlichen Fernsehen für eine niederschwellige gesellschaftliche Teilhabe. In der Zeit vom 15. Mai bis zum 15. Juni 2026 werden ausgewählte europäische und griechische Spielfilme sowie Dokumentationen, die bereits von der Europäischen oder der Griechischen Filmakademie ausgezeichnet wurden, für einen gesamten Monat kostenfrei auf der Streaming-Plattform ERTFLIX zur Verfügung gestellt. Unter der eigens geschaffenen Rubrik “AND THE WINNER IS…” präsentiert das von der Griechischen Filmakademie kuratierte Angebot Werke von Regisseuren aus verschiedensten europäischen Ländern. Dieses digitale Angebot, das geografisch auf Nutzer in Griechenland beschränkt ist, wird durch spezielle Podcasts auf der Plattform ERTecho sinnvoll ergänzt, in denen detaillierte Interviews mit den heimischen Nominierten der Iris-Preise 2026 ausgestrahlt werden.
Sommerliche Filmkultur und internationale Nachwuchsarbeit
Die warmen Sommermonate werden gezielt genutzt, um die europäische Filmkunst in das besondere kulturelle Ambiente der traditionellen Athener Freiluftkinos zu integrieren. Vom 1. Juni bis zum 31. August 2026 werden in verschiedenen Sommerkinos der Hauptstadt ausgewählte aktuelle europäische Produktionen gezeigt. Diese Vorführungen, die in direkter Abstimmung mit dem Internationalen Filmfestival Athen – Nyxtes Premieras organisiert werden, zeichnen sich durch die persönliche Anwesenheit der jeweiligen Filmemacher aus, was einen direkten und wertvollen Austausch mit dem lokalen Kinopublikum ermöglicht.
Ein weiterer fachlicher Höhepunkt ist für den 17. Juni 2026 im Kulturzentrum Onassis Stegi in Athen angesetzt. Im Rahmen der feierlichen Verleihung der nationalen Iris-Preise 2026 reisen zwei hochrangige Mitglieder der Europäischen Filmakademie explizit nach Athen, um an den Zeremonien teilzunehmen. Parallel dazu engagieren sich diese internationalen Gäste in einem ganztägigen, von der Griechischen Filmakademie betreuten Workshop unter dem Titel “Iris Mentors”. Dieses Format richtet sich speziell an Regisseure, die in der Kategorie für das beste Debüt nominiert sind, und widmet sich intensiv den aktuellen Perspektiven und Förderstrukturen von europäischen Koproduktionen. Vom 6. bis zum 12. September 2026 setzt sich die strukturierte Nachwuchsarbeit fort, wenn das 49. Internationale Kurzfilmfestival Drama als offizieller Gastgeber für das European Film Academy Short Film Network Meeting fungiert.
Ein Monat des Kinos und fachliche Meisterklassen
Ein massives nationales Filmereignis markiert den Beginn der Herbstsaison: Zwischen dem 15. September und dem 15. Oktober 2026 wird der offizielle Monat des griechischen Kinos ausgerufen. Unter der kuratorischen Leitung der Griechischen Filmakademie werden an verschiedenen Orten im gesamten Land insgesamt 40 Filme präsentiert, aufgeteilt in 35 fiktionale Werke und fünf Dokumentarfilme. Die Strukturierung der Vorführungen erfolgt in fünf thematischen Einheiten zu je acht Filmen, die von fünf ausgewählten Kuratoren fachlich begleitet werden. Diese Projektionen sind als exklusive Event-Screenings konzipiert, bei denen Regisseure, Schauspieler, Kameraleute und Produzenten anwesend sein werden, um im Rahmen ausführlicher Frage-und-Antwort-Runden in den direkten Dialog mit den Zuschauern zu treten. Kurz zuvor, vom 21. bis zum 27. September 2026, rückt das Animationsfestival Animasyros in Syros und Athen Animationsfilme in den Fokus, die in den vergangenen fünf Jahren bei den Europäischen Filmpreisen ausgezeichnet wurden, flankiert von spezifischen Meisterklassen zur Branchenentwicklung.
Den fachlichen und inhaltlichen Abschluss des intensiven Vorbereitungsjahres bilden zwei hochspezialisierte Veranstaltungsblöcke im Spätherbst. Im renommierten Athener Konservatorium findet am 13., 14., 15. sowie am 21. und 22. November 2026 eine erweiterte Ausgabe der bekannten Branchenveranstaltung “Film Factory” statt. An diesen fünf Tagen leiten europäische Gewinner des European Film Awards sowie griechische Iris-Preisträger von 2026 intensive Meisterklassen für audiovisuelle Fachleute. Unmittelbar im Anschluss, vom 28. November bis zum 5. Dezember 2026, verlagert sich der inhaltliche Fokus auf das junge Publikum. In enger Kooperation mit den Jugendfilmfestivals in Olympia, Pyrgos, Amaliada und Athen werden die Gewinnerfilme der European Film Academy Young Audience Awards der letzten fünf Jahre gezeigt, wiederum ergänzt durch professionelle Meisterklassen zu den künftigen Trends des europäischen Kinder- und Jugendkinos.