Griechenland – Das griechische Bildungsministerium hat eine weitreichende Anpassung für den Betrieb der landesweiten Ganztags-Grundschulen beschlossen. Mit Blick auf das kommende Schuljahr 2026-2027 treten neue, flexiblere Abholzeiten in Kraft, die den Alltag von Familien und Bildungseinrichtungen effizienter strukturieren sollen. Die offizielle Verordnung, die von Bildungsministerin Sofia Zacharaki unterzeichnet und im griechischen Regierungsblatt (FEK) veröffentlicht wurde, regelt den Nachmittagsbetrieb im sogenannten aufgewerteten Ganztagsprogramm neu.
Konkret sieht die neue ministerielle Regelung exakte Zeitpunkte vor, an denen Schülerinnen und Schüler das Schulgelände verlassen dürfen. Eine erste reguläre Abholphase wird um 15:50 Uhr mit dem Ende der zweiten Unterrichtsstunde der Nachmittagszone festgelegt. Alternativ können Kinder bis zum vollständigen Abschluss des Tagesprogramms um 17:30 Uhr in der Einrichtung verbleiben. Diese exakt definierten Zeitfenster sind im griechischen Schulsystem von zentraler Bedeutung, da ein Verlassen des Geländes außerhalb der offiziellen Pausenglocken aus strikten Sicherheits- und Aufsichtsgründen nicht gestattet ist.
Strukturierte Entlastung im Schulalltag
Zusätzlich zu diesen beiden etablierten Schlusszeiten führt das Ministerium eine neue, vorgezogene Option ein. Künftig besteht die Möglichkeit, dass Schüler das Ganztagsprogramm bereits um 14:55 Uhr verlassen. Dieser Zeitpunkt markiert exakt das Ende der ersten Unterrichtsstunde der zweiten Nachmittagszone. In Griechenland endet der reguläre Vormittagsunterricht an Grundschulen üblicherweise am frühen Nachmittag, meist gegen 13:15 Uhr. Das sich daran anschließende Ganztagsprogramm (Oloimero) dient traditionell der Unterstützung bei den Hausaufgaben sowie der Förderung durch zusätzliche pädagogische Aktivitäten.
Es stellt seit Jahren ein wichtiges Instrument dar, um insbesondere berufstätige Eltern zu entlasten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. Bildungsministerin Zacharaki habe im Rahmen der Unterzeichnung der Verordnung betont, dass die Umsetzung dieses überarbeiteten Programms einen wesentlichen Schritt zur qualitativen Aufwertung der Primarstufe darstelle. Die Reform verbinde demnach einen hochwertigen pädagogischen Prozess mit einem deutlich flexibleren Zeitrahmen für die Familien.
Fokus auf familiäre Bedürfnisse
Die administrative Anpassung zielt laut den Erklärungen des Ministeriums direkt darauf ab, die allgemeine Funktionalität der Bildungseinrichtungen zu stärken. Durch die Aufteilung in nunmehr drei wählbare Abholphasen soll eine organisatorische Entzerrung des schulischen Betriebs am Nachmittag erreicht werden. Gleichzeitig erhofft sich der Staat eine spürbare Verbesserung für die alltägliche Lebensrealität der Eltern, die ihre Arbeitszeiten künftig besser mit dem Schulschluss koordinieren können.
Die neuen Vorgaben gelten verbindlich für alle staatlichen Grundschulen des Landes, die das erweiterte Nachmittagsprogramm anbieten. Die administrativen Vorbereitungen für die Umsetzung in den einzelnen Schuldirektionen beginnen in den kommenden Monaten, damit die flexibleren Zeiten pünktlich mit dem offiziellen Start des Unterrichtsjahres 2026-2027 in der Praxis angewendet werden können.