Rhodos – Anlässlich des Internationalen Frauentags initiieren die städtische Gleichstellungskommission und die Direktion für Sozialpolitik und Gesundheit der Gemeinde Rhodos ein umfassendes Veranstaltungsprogramm. Unter dem Titel “Frauenmonat auf Rhodos: Gleichstellung, Prävention, Empowerment” finden während des gesamten Monats März 2026 inselweit gezielte Aktionen statt.
Das übergeordnete Ziel der institutionellen Initiative besteht darin, das öffentliche Bewusstsein zu schärfen und die gesellschaftliche Rolle der Frau nachhaltig zu stärken. Das breit gefächerte Programm richtet sich sowohl an die breite Öffentlichkeit als auch an spezifische Zielgruppen wie Schüler, Angehörige der Streitkräfte, gewählte Funktionsträger sowie städtische Angestellte. Durch strukturierte Fachvorträge und begleitende Maßnahmen sollen bestehende Geschlechterstereotypen aktiv abgebaut werden.
Prävention und Aufklärung in Bildungseinrichtungen und beim Militär
Um präventive Aufklärungsarbeit zu leisten, organisiert das städtische Beratungszentrum für Frauen gezielte Interventionen im Bildungssektor. Den Auftakt bildet am Donnerstag, den 5. März, eine Sensibilisierungskampagne am Gymnasium im Ortsteil Kremasti. Im Fokus steht dabei das frühzeitige Erkennen von Warnsignalen für häusliche Gewalt unter Jugendlichen. Die behördliche Aufklärungsarbeit erstreckt sich zudem auf staatliche Institutionen und Sicherheitskräfte.
Am Montag, den 9. März, findet eine Fachtagung der lokalen Militäreinheit (95. ADTE) statt, die sich intensiv mit Geschlechterrollen und Stereotypen befasst. Bei dieser militärischen Veranstaltung referieren nicht nur Fachkräfte des städtischen Beratungszentrums, sondern auch spezialisierte Beamte des operativen Büros gegen häusliche Gewalt der Ersten Polizeidirektion des Dodekanes.
Ergänzend zu diesen Sicherheitsinitiativen veranstaltet das städtische Gemeindezentrum in Kooperation mit der lokalen Roma-Abteilung am Mittwoch, den 11. März, einen interaktiven Workshop für gewählte Vertreterinnen und städtische Mitarbeiterinnen. Ziel der behördlichen Maßnahme ist es, die oft unsichtbare emotionale und berufliche Belastung von Frauen im öffentlichen Dienst systematisch zu dokumentieren und daraus konkrete Bewältigungsstrategien für den Berufsalltag abzuleiten.
Kulturelle Aufarbeitung und psychologische Unterstützung auf der Insel
Das behördliche Programm umfasst zudem zahlreiche kulturelle Initiativen in den ländlichen Gemeinden der Insel. Am Sonntag, den 15. März, wird im Kulturzentrum des Ortes Kritinia eine Veranstaltung zur kollektiven Erinnerung des Ortes abgehalten. Die Autorin Vasiliki Pitsi und Poly Chatzimarkou, Kunsthistorikerin und Sonderberaterin des Bürgermeisters, beleuchten dabei die historische Forschungsgrundlage der verstorbenen Volkskundlerin Kaiti Karagianni.
Am darauffolgenden Montag, den 16. März, verlagert sich das Programm in den Ort Archangelos. Dort findet in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Frauenverein ein interaktiver Dialog zum Thema weibliche Kraft und Lebensübergänge statt, an dem neben Pitsi auch der Psychologe Dimitris Stefanakis aus dem Frauenhaus der Gemeinde Rhodos teilnimmt.
Das städtische Theater der Inselhauptstadt bietet am Mittwoch, den 18. März, die Bühne für ein Stück der Regisseurin Sousana Kardoulia, das sich mit sichtbaren und unsichtbaren Formen der Gewalt auseinandersetzt. Die von der Autorin Rafaelika Georgalli verfasste Aufführung wird vom Europahaus Rhodos organisiert und schließt mit einer Diskussionsrunde, die von Mitarbeitern des Frauenhauses geleitet wird. Ein weiteres Treffen zur psychologischen Stärkung und weiblichen Selbstfindung durch Poesie findet am 22. März im neoklassizistischen Gebäude in Soroni statt.
Generationendialog und städtische Gleichstellungsziele
Einen besonderen Stellenwert im Veranstaltungskalender nimmt die aktive Einbindung der älteren Generation ein. Im städtischen Seniorenzentrum (KAPI) im Stadtteil Agios Ioannis finden Ende März mehrere themenspezifische Begegnungen statt. Am Freitag, den 20. März, referiert die ehemalige Vorsitzende des Zentrums, Litsa Papathanasi, über historische weibliche Lebenswege und den mühsamen Zugang von Frauen zu Führungspositionen. Um das persönliche Wohlbefinden der angemeldeten Seniorinnen zu fördern, werden am 24. März kostenfreie kosmetische Behandlungen durch ehrenamtliche Fachkräfte verlost.
Der Aktionsmonat schließt am Montag, den 30. März, mit einem Schwerpunkt auf generationenübergreifende Zusammenarbeit. Dabei steht die Begegnung von Lebenserfahrung und jugendlichen Visionen im Mittelpunkt, begleitet von einem Vortrag der Vorsitzenden des lokalen christlichen Frauenbundes (XEN), Despoina Moutafi, sowie einer Theateraufführung.
Savvina Papageorgiou, die zuständige Vizebürgermeisterin für Sozialpolitik und Gleichstellung, betonte im Rahmen der Programmbekanntgabe die klare institutionelle Haltung der Gemeinde. Sie erklärte, dass der Internationale Frauentag weit über einen reinen Gedenktag hinausgehe. Er symbolisiere einen fortwährenden Kampf für zukünftige Generationen und mache deutlich, dass die gesellschaftliche Gleichstellung keine bloße Forderung darstelle, sondern vielmehr eine tägliche Verantwortung und Verpflichtung für alle staatlichen und kommunalen Ebenen sei.