Athen – Im westlichen Großraum der griechischen Hauptstadt hat eine Serie von gezielten und äußerst gewalttätigen Überfällen auf Essenslieferanten erhebliche Besorgnis ausgelöst. Eine sechsköpfige Tätergruppierung hat sich darauf spezialisiert, Kurierfahrer unter einem Vorwand in abgelegene Straßenzüge zu locken, um diese dort brutal auszurauben. Griechischen Medienberichten zufolge haben die Angreifer bislang mindestens neun Zusteller in den dicht besiedelten Athener und Piräer Vorstädten Keratsini, Korydallos und Agia Varvara in einen gefährlichen Hinterhalt gelockt. Die Täter agierten dabei mit äußerster Härte und nutzten die Dunkelheit sowie die Isolation der fingierten Lieferadressen konsequent aus. Um der Fahndung durch die Griechische Polizei (ELAS) zu entgehen, wechselte die kriminelle Bande nach jedem verübten Verbrechen systematisch ihren Aktionsradius.
Systematisches Vorgehen und Bewaffnung der Täter
Das Vorgehen der Gruppierung folgte einem klaren und organisierten Muster. Die Täter gaben reguläre Essensbestellungen auf, wählten als Lieferort jedoch gezielt unbeleuchtete oder menschenleere Gebiete in den betroffenen Vororten aus. Sobald die ahnungslosen Kuriere am vereinbarten Treffpunkt eintrafen, schlugen die maskierten und mit Kapuzen unkenntlich gemachten Angreifer unvermittelt aus dem Verborgenen zu.
Dabei waren sie nachweislich schwer bewaffnet und führten unter anderem Messer, Schlagstöcke sowie eiserne Brechstangen mit sich. Durch das schnelle und äußerst aggressive Auftreten der Gruppe ließen sie den Opfern keinerlei Möglichkeit zur Flucht oder zur Gegenwehr, bevor sie mit der Beute, die sowohl aus Bargeld als auch aus den bestellten Lebensmitteln bestand, unerkannt vom Tatort verschwanden.
Zeugenaussagen dokumentieren massive Gewalteinwirkung
Die erhebliche Brutalität der Übergriffe wird durch die detaillierten Schilderungen der betroffenen Kurierfahrer deutlich, die inzwischen an die Öffentlichkeit gelangten. Wie aus übereinstimmenden journalistischen Berichten der griechischen Presse hervorgeht, beschrieb ein betroffener Auslieferer die erschreckenden Momente des nächtlichen Angriffs als lebensbedrohliche Ausnahmesituation. Er habe zunächst völlig unvermittelt einen heftigen Schlag mit einem Knüppel gegen den Kopf gespürt.
Daraufhin seien sofort drei Personen auf ihn zugetreten, von denen einer ihn weiter mit der Waffe traktiert habe, während ein zweiter die mitgeführte Essenslieferung gewaltsam an sich riss. Ein dritter Angreifer habe dem wehrlosen Fahrer ein Messer direkt an den Hals gehalten, ihm seine Wertsachen entrissen und ihm zudem einen gezielten Faustschlag ins Auge versetzt. Diese massiven körperlichen Übergriffe verdeutlichen das immens hohe Gefahrenpotenzial für Angestellte im stark wachsenden griechischen Liefersektor.