Griechenland – Nach der jüngsten Eskalation der Spannungen im Nahen Osten und der Festnahme eines mutmaßlichen Spions hat der griechische Geheimdienst (EYP) den Einsatzplan “Wüstenskorpion” landesweit aktiviert. Ziel dieser umfassenden Operation ist der Schutz sämtlicher militärischer Stützpunkte in Griechenland, die eine amerikanische Präsenz aufweisen. Wie aus Berichten großer griechischer Medien hervorgeht, reagieren die Sicherheitsbehörden damit auf konkrete Sicherheitsvorfälle, darunter die Aufzeichnung des US-Flugzeugträgers Gerald Ford in der Souda-Bucht auf Kreta durch einen georgischen Staatsbürger.
Die aktuelle geopolitische Lage, insbesondere im Zusammenhang mit dem Iran, zwingt die griechischen Behörden zu drastischen Präventivmaßnahmen. Im Zentrum des Einsatzplans stehen die Abwehr von Spionageaktivitäten sowie die konsequente Verhinderung möglicher Sabotageakte oder direkter Angriffe auf kritische militärische Infrastrukturen. Die Operation erstreckt sich über das gesamte Land und konzentriert sich auf Anlagen, die für die Vereinigten Staaten im südöstlichen Mittelmeerraum von strategischer Bedeutung sind. Die gesteigerte Alarmbereitschaft machte eine sofortige Neubewertung der Sicherheitslage an allen relevanten militärischen Knotenpunkten erforderlich.
Verdeckte Ermittler und verschärfte Kontrollen
Um die Sicherheit der militärischen Einrichtungen zu gewährleisten, operieren Beamte des Nationalen Nachrichtendienstes landesweit unter strenger Geheimhaltung. Die Einsatzkräfte übernehmen dabei gezielt zivile Tarnidentitäten im direkten Umfeld der Basen. Das Spektrum dieser verdeckten Operationen reicht von Agenten, die als urlaubende Paare oder als Servicepersonal in der Gastronomie auftreten, bis hin zu angemeldeten Teilnehmern an Fachkonferenzen. Durch diese unauffällige Präsenz sollen sensible Informationen rund um die strategischen Infrastrukturen gesammelt und verdächtige Bewegungen frühzeitig erkannt werden.
Besondere Aufmerksamkeit widmen die Sicherheitsbehörden der systematischen Überwachung des touristischen Sektors in den betroffenen Regionen. Hotels, Unterkünfte zur Kurzzeitmiete und andere touristische Einrichtungen werden strikt auf verdächtige Aufenthalte überprüft. Im Fokus stehen dabei insbesondere Personen mit familiären Wurzeln im Nahen Osten oder Reisende, deren vorgelegte Ausweisdokumente nicht mit ihrem tatsächlichen Herkunftsland übereinstimmen. Solche präventiven Spionageabwehrmaßnahmen haben nach offiziellen Angaben bereits in den vergangenen zwei Jahren mehrfach äußerst gefährliche Situationen erfolgreich abgewendet.
Strategische Knotenpunkte im Visier fremder Dienste
Das absolute Zentrum der nachrichtendienstlichen Überwachungsmaßnahmen bilden die Marinestation in der Souda-Bucht auf der Insel Kreta sowie der Militärstützpunkt in der nordgriechischen Hafenstadt Alexandroupolis.
Beide Standorte gelten als die wichtigsten logistischen und militärischen Drehkreuze der US-Streitkräfte in der Region. Darüber hinaus hat der Geheimdienst sein Informationsnetzwerk auf Gebiete ausgeweitet, in denen in der Vergangenheit amerikanische Luftflotten stationiert waren. Dazu zählen explizit das 110. Kampfgeschwader in Larisa sowie der Militärflugplatz im thessalischen Stefanovikio.
Dass die Gefahr durch ausländische Nachrichtendienste in Griechenland real ist, belegen die jüngsten polizeilichen Festnahmen. Innerhalb der vergangenen acht Monate griffen die griechischen Behörden in den Regionen Kreta und Evros vier Personen unter dem Vorwurf der Spionage auf, die alle nach einem ähnlichen Muster operierten. Ein konkretes Beispiel für die Vorgehensweise fremder Agenten lieferten zwei Männer aserbaidschanischer Herkunft. Diese operierten in der Nähe der Souda-Bucht mit polnischen Pässen. Ihre gezielten Nachfragen nach Unterkünften mit direktem und ungestörtem Blick auf die militärische Bucht lösten bei den griechischen Sicherheitskräften einen sofortigen Alarm aus und führten zur direkten Aufdeckung ihrer illegalen Aktivitäten.