Griechenland – Eine intensive Schlechtwetterfront hat am gestrigen Mittwoch weite Teile des griechischen Festlandes erfasst und neben heftigen Niederschlägen auch dichten afrikanischen Wüstenstaub mit sich gebracht. Wie der nationale Wetterdienst meteo.gr bestätigte, verzeichneten die meteorologischen Stationen zur Mittagszeit landesweit starke Wetterphänomene.
Die massiven Regenfälle breiteten sich bis in die späten Abendstunden aus und trafen insbesondere West- und Zentralmazedonien, Thessalien, die östliche und zentrale Region Sterea Hellas, die Peloponnes sowie die Gebiete am Ionischen Meer. Parallel dazu sorgten sinkende Temperaturen für späte Schneefälle in den höheren Gebirgslagen von Epirus, Westmazedonien, Sterea Hellas sowie in Thessalien. Im zentralen und südlichen Ägäischen Meer sowie auf der Insel Kreta entluden sich zeitgleich heftige Gewitter.
Meteorologische Hintergründe des anhaltenden Schlammregens
Ein besonderes Merkmal dieser aktuellen Wetterlage ist der massive Transport von afrikanischem Staub über das Mittelmeer. Dieses meteorologische Phänomen manifestiert sich derzeit als ausgeprägter Schlammregen, der landesweit Fahrzeuge, Gebäude und Straßen mit einer feinen, rötlichen Schicht überzieht. Kostas Lagouvardos, Forschungsdirektor am Nationalen Observatorium in Athen, ordnete die Situation wissenschaftlich ein. Den offiziellen Daten zufolge konzentrieren sich die größten Staubmengen in einer atmosphärischen Höhe von zweieinhalb bis vier Kilometern über der Erdoberfläche. Die einsetzenden Niederschläge binden diese feinen Partikel in der Luft und transportieren sie direkt auf den Boden.
Das Phänomen tritt besonders in Regionen mit eher schwachen Regenfällen optisch stark in Erscheinung, wie beispielsweise im Großraum Attika. Obwohl in den betroffenen Gebieten derzeit Nordwinde vorherrschen, verbleibt die hohe Staubkonzentration vorerst in der Atmosphäre.
Laut den aktuellen Prognosen des Observatoriums wird sich diese durch den Staub getrübte Wetterlage noch bis zum heutigen Donnerstag fortsetzen. Erst zum bevorstehenden Wochenende erwarten die Meteorologen eine vollständige Klärung der Luftmassen und eine deutliche Wetterberuhigung in der gesamten Region.