Griechenland – Der meteorologische Winter 2025 bis 2026, der die Monate Dezember bis Februar umfasst, geht als einer der niederschlagsreichsten der vergangenen Jahrzehnte in die griechische Wettergeschichte ein. Ausgedehnte Regengebiete und kontinuierliche Niederschläge prägten weite Teile des Landes, wie das offizielle Messnetz der automatischen Wetterstationen des Nationalen Observatoriums Athen (NOA) über sein Fachportal meteo.gr bestätigte. Diese klimatische Entwicklung bringt nach trockeneren Vorjahren eine erhebliche Veränderung der hydrologischen Situation für weite Teile der hellenischen Halbinsel mit sich.
Die geografische Verteilung der Regenmengen zeigt ein klares, topografisch bedingtes Muster. Die mit Abstand höchsten Niederschlagssummen registrierten die Meteorologen im Westen der Republik sowie entlang des ausgedehnten Pindos-Gebirges. Diese massive Bergkette fungiert traditionell als markante Wetterscheide, an der sich feuchte Luftmassen vom Ionischen Meer abregnen. Der absolute Spitzenwert der Saison wurde in der nordwestlichen Region Epirus gemessen. Die Messstation in der Ortschaft Theodoriana im Regionalbezirk Arta verzeichnete ein extremes Gesamtniederschlagsniveau von 1.580 Millimetern.
Auch benachbarte hydrologische Stationen in der gleichen Präfektur, wie etwa Megalochari mit 1.367 Millimetern, sowie Zotiko im Bezirk Ioannina mit 1.338 Millimetern, meldeten außergewöhnlich hohe Werte. Fernab des nordwestlichen Festlandes stach zudem eine spezifische Gebirgsregion auf der Insel Kreta statistisch hervor. An der Station Samaria-Xyloskalo in der Präfektur Chania fielen beträchtliche 1.269 Millimeter Regen. Die landesweite Gesamtauswertung der Experten des Nationalen Observatoriums Athen unterstreicht die Intensität dieser Wintersaison. Insgesamt meldeten sechs offizielle Stationen Niederschlagssummen von über 1.200 Millimetern, während an landesweit 40 weiteren Messpunkten die kumulierte Regenmenge die signifikante Marke von 800 Millimetern überstieg.
Historische Vergleiche und regionale Abweichungen
Um das Ausmaß dieser Witterungsexstreme wissenschaftlich exakt einzuordnen, setzten die Experten des Observatoriums die aktuellen meteorologischen Daten in direkten Bezug zu den etablierten klimatischen Referenzwerten der Dekade von 2010 bis 2019. Diese systematische Gegenüberstellung offenbarte, dass die Niederschläge in zahlreichen Landesteilen die gewohnten Durchschnittswerte massiv übertrafen. Besonders im Norden sowie in den zentralen Provinzen Griechenlands dokumentierten zahlreiche meteorologische Stationen enorme positive Abweichungen von 100 bis 130 Prozent.
Faktisch bedeutet dies, dass sich die Regenmengen in diesen spezifischen Gebieten im direkten Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten der Referenzperiode mehr als verdoppelten. Ein besonderes Augenmerk legten die Analysten auf die Region um den Mornos. In diesem für die überregionale Wasserversorgung essenziellen Einzugsgebiet lag die gesamte Niederschlagshöhe der abgelaufenen Wintersaison etwa 60 bis 70 Prozent über dem historischen Durchschnitt der Vergleichsdekade. Diese erhobenen Daten belegen eindrucksvoll die ungewöhnlich feuchte atmosphärische Zirkulation, die den griechischen Winter über den kontinentalen Gebieten dominierte.
Trockenere Zonen im Süden und Osten der Ägäis
Trotz der landesweiten Rekordwerte auf dem Festland zeichnete das Wetterinstitut ein differenziertes topografisches Bild für die restlichen Meeres- und Küstengebiete. Ein markanter meteorologischer Kontrast zeigte sich in den östlichen und südlichen Landesteilen sowie in ausgedehnten Teilen der Inselwelt der Ägäis. Dort fielen die Niederschlagsmengen deutlich moderater aus und verharrten auf einem spürbar niedrigeren Niveau. Das Nationale Observatorium Athen wies in seinem Bericht explizit darauf hin, dass in einigen isolierten Gebieten Südgriechenlands und Kretas die Regenmengen lediglich nahe an den klimatischen Normalwerten lagen oder diese sogar leicht unterschritten.
Die finale Bewertung der Meteorologen verdeutlicht die ausgeprägte klimatische Zweiteilung des Landes während der vergangenen Monate. Während der meteorologische Winter 2025-2026 weiten Teilen des griechischen Festlandes eine außergewöhnlich nasse und statistisch bemerkenswerte Periode bescherte, erlebten die südlichen maritimen Regionen eine deutlich trockenere Phase mit lokal begrenzteren Niederschlagsereignissen. Die nun validierten Aufzeichnungen des Wetterdienstes liefern essenzielle Datengrundlagen für die weitere hydrologische Planung und das tiefergehende Verständnis der Wetterdynamik in der Republik.