Heraklion – Am späten Montagabend ereignete sich auf dem Gelände eines Gymnasiums in der kretischen Stadt Heraklion ein schwerwiegender Zwischenfall. Drei Jugendliche drangen unbefugt auf das Schulgelände ein und brachten einen selbstgebauten, hochentzündlichen Sprengsatz zur Detonation. Die Griechische Polizei (ELAS) hat umgehend strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet und bereits einen minderjährigen Tatverdächtigen festgenommen.
Die Entdeckung der Tat erfolgte am Dienstagmorgen durch das Lehrpersonal. Die Mitarbeiter fanden verdächtige Überreste auf dem Schulhof und alarmierten die zuständigen Sicherheitsbehörden. Daraufhin entsandte die Griechische Polizei Spezialkräfte sowie einen ausgebildeten Pyrotechniker an den Tatort. Die Experten stellten nach einer ersten Untersuchung fest, dass die Explosion bereits in der vorangegangenen Nacht stattgefunden hatte.
Lokalen Berichten zufolge vernahmen Anwohner in der Umgebung des Schulkomplexes bereits am Vorabend einen ungewöhnlich lauten Knall. Ein Mitarbeiter der betroffenen Bildungseinrichtung gab an, dass die polizeilichen Einsatzkräfte die gefundene Konstruktion als äußerst gefährlich eingestuft hätten. Die Lehrerschaft zeigte sich tief bestürzt über den Vorfall, da ein Fehler bei der Zündung fatale Folgen für die jungen Konstrukteure hätte haben können. Sachschäden an den Gebäuden der Schule wurden bei der Detonation jedoch nicht verzeichnet.
Rekonstruktion des gefährlichen Vorfalls
Die genaue Zusammensetzung des Sprengkörpers offenbarte ein hohes Gefahrenpotenzial. Nach Angaben der Ermittler verwendeten die Täter eine Kombination aus leicht entzündlichen Materialien. Der improvisierte Mechanismus bestand aus kleinen Gaskartuschen, hochprozentigem Alkohol, einer Leuchtfackel sowie einem pyrotechnischen Knallkörper. Die Behörden betonten, dass die unsachgemäße Handhabung dieser Komponenten zu schweren Verletzungen hätte führen können.
Den Durchbruch bei der Aufklärung des Falls brachte die Auswertung der schulinternen Sicherheitskameras. Die Videoaufzeichnungen dokumentieren den gesamten Tathergang. Auf dem Bildmaterial ist klar zu erkennen, wie drei junge Personen über die Außenumzäunung der Schule klettern. Anschließend begeben sie sich zielgerichtet in den Innenhof, positionieren den selbstgebauten Mechanismus und aktivieren ihn schließlich.
Festnahme und Motiv der Jugendlichen
Gestützt auf die vorliegenden Videoaufnahmen gelang es den Polizeibeamten rasch, einen der mutmaßlichen Täter zu identifizieren und offiziell festzunehmen. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen Schüler. Die Kriminalpolizei prüft gegenwärtig intensiv, ob es sich bei den beiden anderen, auf den Kameraaufnahmen sichtbaren Personen ebenfalls um Schüler derselben Einrichtung handelt. Die Fahndung nach den flüchtigen Komplizen dauert an.
Besondere Aufmerksamkeit erregte die Begründung des festgenommenen Minderjährigen für die riskante Aktion. Gegenüber dem Lehrpersonal soll der Schüler erklärt haben, dass die Gruppe durch ein Video auf einer bekannten Internetplattform inspiriert worden sei. Die Jugendlichen hätten daraufhin den Entschluss gefasst, den dort gezeigten Nachbau in der Realität umzusetzen. Das polizeiliche Verfahren befindet sich nun in der Phase der Zeugenbefragungen, um den Fall vollständig abzuschließen.